Von DSL auf Glasfaser: Lohnt sich der Umstieg?
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Der Nachbar schwärmt von 1.000 Mbit, Ihr DSL läuft auch. Muss da wirklich Glasfaser her? Oft lohnt sich der Wechsel, und während in der Straße gebaut wird, ist der Anschluss meist kostenlos. Wann sich der Umstieg rechnet und worauf Sie achten.Der Nachbar schwärmt von 1.000 Mbit, das eigene DSL läuft eigentlich auch. Muss da wirklich Glasfaser her? Pauschal lässt sich das nicht beantworten, denn es hängt von Ihrer Adresse, Ihrem Nutzungsverhalten und dem Zeitpunkt ab. Eines vorweg: Oft lohnt sich der Wechsel mehr, als viele denken. Fangen wir bei dem an, was Glasfaser technisch ausmacht.
Was Glasfaser besser kann
DSL schickt Daten durch alte Kupferleitungen, die ursprünglich fürs Telefonieren gedacht waren. Je weiter Ihr Haus vom Verteilerkasten entfernt liegt, desto langsamer wird es. Bei rund 250 Mbit/s ist technisch Schluss. Glasfaser überträgt dagegen per Lichtsignal bis in die Wohnung und liefert 1.000 Mbit/s und mehr, stabil und unabhängig von der Leitungslänge.
Der größte Unterschied steckt im Upload, also beim Hochladen von Daten. Den braucht man häufiger, als man denkt: bei Videocalls, beim Sichern von Fotos in die Cloud oder beim Online-Gaming. Hier ist Glasfaser bis zu zehnmal schneller als DSL. Die Tabelle fasst die Unterschiede zusammen:
| Merkmal | DSL | Glasfaser (FTTH) |
|---|---|---|
| Download | bis ca. 250 Mbit/s | 1.000 Mbit/s und mehr |
| Upload | vergleichsweise niedrig | bis zu zehnmal höher |
| Stabilität | schwächer bei hoher Auslastung | stabil und störungsarm |
| Abhängig von der Leitungslänge | ja | nein |
| Zukunftssicher | am Limit | wächst weiter |
So klar die technischen Vorteile sind, eine Frage treibt die meisten mehr um: Wird der Spaß nicht teuer?
Was der Umstieg kostet
Glasfaser gilt als teuer. Das stimmt so nicht mehr. Weil die Anbieter mit Aktionspreisen um Neukunden werben, liegen Glasfaser-Tarife oft auf DSL-Niveau, manchmal sogar darunter. Und wenn Glasfaser doch mehr kostet, sind es meist nur fünf bis zehn Euro im Monat. Ein ehrlicher Punkt bleibt: Ein alter DSL-Bestandstarif ist häufig günstiger, und für Glasfaser brauchen Sie einen neuen Router mit Glasfasermodem.
Richtig ins Geld geht nur der Hausanschluss, also die Leitung von der Straße ins Gebäude. Genau hier liegt der Trick beim Zeitpunkt: Solange in Ihrer Straße gebaut wird, ist dieser Anschluss in aller Regel kostenlos. Wer sich erst später anschließen lässt, zahlt schnell mehrere Hundert bis einige Tausend Euro. Der beste Moment für den Umstieg ist deshalb der Erstausbau vor der eigenen Haustür.
Steht die Kostenfrage, geht es an den Ablauf. Der ist überschaubarer, als viele befürchten.
So läuft der Wechsel ab
Vom ersten Klick bis zum schnellen Netz sind es im Kern fünf Schritte:
- Verfügbarkeit an Ihrer Adresse prüfen, ob überhaupt Glasfaser gebaut wird oder schon liegt.
- Anbieter und Tarife vergleichen und nur so viel Tempo buchen, wie Sie wirklich brauchen.
- Als Mieter die Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft einholen. Das Recht auf einen Anschluss haben Sie.
- Hausanschluss legen lassen. In erschlossenen Gebieten geht das in Wochen, bei komplettem Neuausbau kann es Monate dauern.
- Router anschließen und freischalten lassen. Erst ab der Freischaltung läuft die monatliche Rechnung.
Den Router dürfen Sie übrigens frei wählen, ein Zwangsgerät des Anbieters müssen Sie nicht nehmen. Bevor Sie loslegen, lohnt ein Blick auf die typischen Stolperfallen.
Diese Fallen sollten Sie meiden
Beim Wechsel wird viel mit Druck und Lockangeboten gearbeitet. Drei Punkte ersparen Ihnen Ärger und Geld:
- Haustürverkäufer. Unterschreiben Sie nichts unter Druck. Prüfen Sie in Ruhe, ob der Anbieter bei Ihnen wirklich ausbaut, und nutzen Sie im Zweifel das 14-tägige Widerrufsrecht.
- DSL-Übergangstarife. Angebote, die bis zur Glasfaser-Schaltung schnelles DSL versprechen, sind oft teurer als ein normaler Tarif. Die Anschlusstermine sind unverbindlich, und am Ende zahlen Sie womöglich monatelang drauf, ohne Glasfaser zu haben.
- Zu großer Tarif. Für viele Haushalte reichen 100 Mbit/s. Ein kleinerer Tarif lässt sich später leicht hochstufen, ein Wechsel nach unten oft erst zum Vertragsende.
Bleibt die eigentliche Frage: Sollten Sie jetzt wechseln oder noch warten?
Jetzt wechseln oder noch warten?
Einen Zwang gibt es nicht. Wer mit seinem DSL zufrieden ist, kann vorerst bleiben, denn das Kupfernetz wird nicht über Nacht abgeschaltet. Die Abschaltung ist gesetzlich geregelt, läuft gebietsweise und zieht sich nach Schätzungen der Bundesnetzagentur noch bis in die 2030er- und 2040er-Jahre. Es geht also um Jahre, nicht um Wochen. Trotzdem lohnt sich die Frage schon heute, vor allem wenn in der Straße gerade gebaut wird. Diese Übersicht hilft bei der Einordnung:
| Eher jetzt wechseln | Eher noch abwarten |
|---|---|
| In der Straße wird gerade gebaut, der Anschluss ist gratis | Das DSL ist schnell und stabil genug |
| Viel Homeoffice, Videocalls oder Cloud-Nutzung | Wenig Datenbedarf, selten mehrere Geräte gleichzeitig |
| Der Upload ist regelmäßig zu langsam | Der aktuelle Vertrag läuft noch lange und günstig |
| Der Anschluss soll zukunftssicher sein | An der Adresse ist gar kein Glasfaser verfügbar |
Mehr Hintergründe und eine Checkliste für den Vertrag gibt es bei der Verbraucherzentrale:
Häufige Fragen zum Glasfaser-Anschluss
Jetzt sind Sie dran
Haben Sie schon auf Glasfaser gewechselt, oder bleiben Sie bewusst bei DSL? Wird in Ihrer Straße gebaut, oder warten Sie noch auf den Ausbau? Schreiben Sie in die Kommentare, wie Sie sich entschieden haben und was den Ausschlag gegeben hat. Das hilft anderen bei ihrer eigenen Entscheidung.
Geht beim Wechsel etwas schief, etwa ein tagelanger Ausfall, steht Ihnen Geld zu. Was Sie bei einem geplatzten Anbieterwechsel verlangen können, haben wir zusammengefasst.
Welchen Router Sie an den neuen Anschluss hängen, bleibt Ihnen überlassen. Wie Sie mit der freien Routerwahl die Miete sparen, lesen Sie hier.
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