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Aus für Minijobs: Rentenreform droht Millionen Beschäftigten

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Die Rentenkommission will den Sonderstatus von Minijobs kippen. Millionen Arbeitnehmer müssten künftig Sozialabgaben zahlen. Wir erklären, was das für Ihren Geldbeutel und die Wirtschaft bedeutet.

Das Ende eines deutschen Sonderwegs

Minijobs sind ein fester Bestandteil unseres Arbeitsmarktes. Über 6,5 Millionen Menschen in Deutschland nutzen derzeit die geringfügige Beschäftigung. Die Rentenkommission will damit nun Schluss machen. Durch die Abschaffung des Sonderstatus sollen aus den 603 Euro Jobs reguläre Arbeitsverhältnisse werden. Wer über 450 Euro arbeitet, kennt die Debatte: netto bleibt meist mehr übrig. Doch genau das ist der Kommission ein Dorn im Auge.

Wer zahlt, der profitiert?

Bisher sind Minijobber in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung privilegiert. Arbeitnehmer zahlen keine Beiträge. Das soll sich grundlegend ändern. Ziel der Reform ist es, die Menschen in die soziale Sicherung zu holen. Ausgenommen bleiben lediglich Schüler. Für Betriebe hingegen könnte der Anreiz für Minijobs schwinden, da die bisherige Pauschalbesteuerung als Vorteil verloren geht.

Warum die BA Minijobs ablehnt

Andrea Nahles von der Bundesagentur für Arbeit sieht in den kleinen Jobs eine Sackgasse. Sie kritisiert, dass Minijobs Frauen davon abhalten, ihre wöchentliche Stundenzahl zu erhöhen. Das Ehegattensplitting und der Minijob wirken in dieser Kombination wie eine Bremse für die Erwerbsbiografie. Ökonomen wie Ulrich Walwei stimmen zu: Das Modell fördere das Niedriglohnrisiko und bremse den Aufstieg in reguläre Jobs.

Widerstand aus dem Mittelstand

Besonders Gastronomie und Einzelhandel schlagen Alarm. Für diese Branchen sind Minijobber essenziell, um saisonale Spitzen oder kurzfristigen Personalbedarf zu decken, ohne hohe Fixkosten zu tragen. Verbände fürchten, dass die Reform zu einer Kostenlawine führt, die kleine Betriebe in die Knie zwingt.

Was bedeutet das konkret?

Die Politik drückt aufs Tempo. Kanzler Merz fordert eine schnelle Umsetzung des gesamten Reformpakets. Doch die Umsetzung ist hochkomplex. Niemand weiß derzeit sicher, ob bestehende Verträge per Stichtag gekippt werden oder ob es soziale Härten durch lange Übergangsfristen abzufedern gilt. Klar ist: Sollte die Reform kommen, dürfte die Flexibilität für Arbeitgeber sinken, während für Millionen Beschäftigte die Rentenansprüche wachsen.

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