Google Analytics Alternative 2026: DSGVO-konform messen
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Rund 60 Prozent der Besucher lehnen die Einwilligung ab. Wer eine Google Analytics Alternative ohne Cookie-Banner betreibt, sieht am Ende mehr. Was rechtlich gilt, welche Tools taugen und was sie kosten.
Rund 60 Prozent der Besucher klicken auf „Ablehnen“, sobald das Cookie-Banner sie fragt. Genau deshalb suchen immer mehr Websitebetreiber eine Google Analytics Alternative. Ein Werkzeug, das ohne Einwilligung läuft, sieht am Ende schlicht mehr Besucher als GA4, das erst nach dem Klick auf „Akzeptieren“ überhaupt startet.
Warum so viele nach einer Google Analytics Alternative suchen
Die Zahl mit den 60 Prozent stammt aus dem Consent Benchmark 2025 von etracker, einer Auswertung von rund 500 deutschen Websites mit Daten bis Mai 2025. Die durchschnittliche Zustimmungsrate lag dort zwischen 40 Prozent bei gleich prominenten Buttons und 54 Prozent bei subtilerer Gestaltung. Die Cookie-Behaviour-Study von Advance Metrics kommt für Deutschland und Frankreich auf unter 25 Prozent Zustimmung, wenn der Ablehnen-Button genauso auffällig ist wie der Akzeptieren-Button. In den USA sind es über 80 Prozent.
Dazu kommen zwei technische Bremsen. Adblocker blockieren die GA4-Skripte komplett. Und der Trackingschutz der Browser kappt die Cookie-Laufzeit: Safaris Intelligent Tracking Prevention begrenzt per JavaScript gesetzte First-Party-Cookies seit ITP 2.1 vom 21. Februar 2019 auf sieben Tage Browsernutzung. Hängt eine Kampagnen-ID wie gclid in der URL, sind es seit ITP 2.2 vom 24. April 2019 sogar nur 24 Stunden. Firefox macht mit seiner Enhanced Tracking Protection etwas Ähnliches. Die Folge: Wiederkehrende Leser zählen als neue Nutzer, die Besucherzahl wird zu hoch ausgewiesen, die Zuordnung zu Kanälen wird ungenau.
Für kleine Websites heißt das nüchtern: Absolute Zahlen sind ohnehin Schätzungen. Verlässlich sind Trends, Größenordnungen und der Vergleich von Monat zu Monat. Wer deswegen zu einer Google Analytics Alternative greift, kauft sich vor allem eine breitere Datenbasis, weil kein Banner mehr dazwischensteht.
Die Rechtslage kennt kein berechtigtes Interesse
Seit dem 14. Mai 2024 heißt das TTDSG offiziell TDDDG. Am entscheidenden Punkt hat sich nichts geändert: § 25 Abs. 1 verlangt eine Einwilligung, sobald Informationen auf dem Endgerät gespeichert oder ausgelesen werden. Das gilt für Cookies genauso wie für localStorage, und es gilt unabhängig davon, ob dabei personenbezogene Daten anfallen. Ein „berechtigtes Interesse“ als Ausweg gibt es in dieser Vorschrift nicht. Entweder greift die enge Ausnahme für technisch unbedingt Erforderliches, oder es braucht die Einwilligung. Reichweitenmessung fällt nicht unter die Ausnahme, der Einsatz von Google Analytics ist damit von vornherein an ein Banner gebunden. Dazu kommt die zweite Stufe: Jede Verarbeitung personenbezogener Daten braucht zusätzlich eine Rechtsgrundlage nach der Datenschutz-Grundverordnung. Ein Verstoß gegen die Einwilligungspflicht kann nach § 28 TDDDG mit bis zu 300.000 Euro geahndet werden.
Wie eng die Gerichte das sehen, zeigt eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover vom März 2025: Schon der Einsatz des Google Tag Managers braucht eine vorherige Einwilligung, weil bereits der Abruf der Datei gtm.js auf das Endgerät zugreift. Wer den Tag Manager als neutrale Schaltzentrale vor dem Banner lädt, macht es also falsch.
| Einsatz | Einwilligung nötig? |
|---|---|
| GA4 mit Cookies | Ja |
| Matomo mit Cookies | Ja |
| Matomo cookielos, IP gekürzt, datensparsam eingestellt | Meist nein |
| Plausible, Pirsch, Fathom (cookielos) | Meist nein |
| Reine Server-Logfile-Auswertung, IP gekürzt | Meist nein |
| Google Tag Manager | Ja (VG Hannover, März 2025) |
Bei jeder Google Analytics Alternative läuft die Prüfung deshalb über dieselben zwei Fragen: Greift das Werkzeug auf das Endgerät zu, und verlassen die Daten das Haus? Erst danach kommt es auf den Namen des Anbieters an. Wie ein sauberes Banner aussehen muss, steht ausführlich im Ratgeber zum Cookie-Banner 2026.
GA4: was es kann und wo es hakt
Bevor Sie über eine Google Analytics Alternative entscheiden, lohnt der nüchterne Blick auf das, was Google Analytics 4 tatsächlich leistet. Universal Analytics ist Geschichte, seit dem 1. Juli 2023 läuft nur noch GA4, der Zugriff auf die Altdaten endete im Juli 2024. GA4 misst Ereignisse statt Sitzungen. Eine klassische Absprungrate gibt es nicht mehr, stattdessen die Engagement-Rate: Als engagiert gilt eine Sitzung, die mindestens zehn Sekunden dauerte, mindestens zwei Seitenaufrufe hatte oder mindestens ein Schlüsselereignis auslöste. Zwischen zwei Websites lässt sich dieser Wert kaum vergleichen, weil er von der eigenen Konfiguration abhängt. Die Kennzahl für eindeutige Personen heißt in der deutschen Oberfläche aktive Nutzer, in der englischen schlicht User.
Einen echten Vorsprung hat GA4 gegenüber allen schlanken Werkzeugen: Es misst Website und App in derselben Property, App Analytics über Firebase inklusive. Wer nur eine Website betreibt, braucht das nicht und fährt mit einer Google Analytics Alternative deutlich schlanker.
Verboten ist GA4 in Deutschland nicht. Rechtssicher ist es aber auch nicht. Nach dem Schrems-II-Urteil vom 16. Juli 2020 kippten die Aufsichtsbehörden reihum: Österreich im Januar 2022, die französische CNIL im Februar 2022, Italien im Juni 2022. Der Angemessenheitsbeschluss zum EU-US Data Privacy Framework vom 10. Juli 2023 hat den Datentransfer wieder auf eine Grundlage gestellt, und das Gericht der EU bestätigte den Beschluss am 3. September 2025 im Fall Latombe. Erledigt ist die Sache trotzdem nicht: Am 31. Oktober 2025 ging das Rechtsmittel beim EuGH ein.
Wichtiger für den Alltag ist ein anderer Punkt, den viele Ratgeber unterschlagen. Das Framework löst nur das Transferproblem. Die Einwilligungspflicht bleibt, und die deutschen Behörden sehen weiterhin eine gemeinsame Verantwortlichkeit nach Art. 26 DSGVO zwischen Google und Betreiber. Der DSK-Beschluss vom 12. Mai 2020 stellte fest, dass Google die Daten nicht auf Weisung verarbeitet, sondern die Zwecke selbst setzt. Offiziell zurückgenommen wurde dieser Beschluss nie. Wer also liest, GA4 sei „DSGVO-konform“, liest eine Verkürzung. Richtig ist: rechtlich möglich, mit Restrisiko. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied am 11. Dezember 2025 (Az. 6 U 81/23) zudem, dass bei fehlender Einwilligung auch Drittanbieter haften können.
Wer bei GA4 bleibt, sollte wenigstens die Stellschrauben nutzen: Datenaufbewahrung auf zwei Monate stellen, Google-Signale abschalten, Werbefunktionen deaktivieren, niemals personenbezogene Daten an Google schicken und den Consent Mode v2 einrichten, der seit dem 6. März 2024 im EWR Pflicht ist. Beim Consent Mode lohnt der Blick auf die Variante: Der Basic-Modus blockiert alle Google-Tags bis zur Einwilligung. Der Advanced-Modus lädt immer und schickt bei Ablehnung cookielose Pings, aus denen Google die fehlenden Daten modelliert. Datenschutzrechtlich ist das umstritten, und für kleine Websites bringt es nichts: Die Modellierung greift laut Google erst ab 700 Anzeigenklicks in sieben Tagen pro Land, die Verhaltensmodellierung in GA4 zusätzlich erst ab rund 1.000 zustimmenden und 1.000 ablehnenden Nutzern täglich.
Matomo, die naheliegende Google Analytics Alternative
Matomo gibt es in zwei Varianten. Die Community-Edition installieren Sie auf dem eigenen Server, sie steht unter GPL und ist laut matomo.org dauerhaft kostenlos, ohne Begrenzung bei Nutzern und Zugriffen. Bezahlen müssen Sie nur Ihr eigenes Hosting. Matomo Cloud wird in Frankfurt gehostet und kostet nach der offiziellen Preisliste (Stand Juni 2026) ab 29 Euro netto pro Monat für 50.000 Hits, bei Jahreszahlung sind zwei Monate frei. Als Hit zählen Seitenaufrufe, Ereignisse, Downloads, Outlinks und Suchen auf der Website. Andere Quellen nennen niedrigere Einstiegspreise, maßgeblich ist die Angabe des Anbieters.
Der eigentliche Vorteil liegt woanders: Die Daten gehören dem Betreiber und wandern nicht zu einem Werbekonzern. Für den Betrieb ohne Banner müssen Sie Matomo allerdings bewusst zurechtstutzen. Cookies abschalten, die IP um zwei bis drei Bytes kürzen, DoNotTrack respektieren, keine User-IDs vergeben, kein Cross-Domain-Tracking, ein sichtbares Opt-out anbieten und das Ganze in der Datenschutzerklärung beschreiben. Ohne Cookies arbeitet Matomo mit einer config_id, einem temporären Hash aus gekürzter IP, User-Agent und Sprache, der alle 24 Stunden wechselt.
Rückendeckung dafür kommt von zwei Seiten. Die CNIL veröffentlichte am 4. Juli 2025 aktualisierte Kriterien für einwilligungsfreie Reichweitenmessung: ausschließlich Statistik für den Herausgeber, keine Zusammenführung mit anderen Verarbeitungen, keine Weitergabe an Dritte, kein seitenübergreifendes Tracking, Cookie-Laufzeit höchstens 13 Monate, Aufbewahrung höchstens 25 Monate. Auf der früheren Ausnahmeliste standen Matomo, Piwik PRO, etracker und Piano Analytics. Google Analytics stand dort ausdrücklich nicht, weil Google die Daten für eigene Zwecke weiterverwendet. In Deutschland hält der LfDI Baden-Württemberg fest, dass ein selbst gehosteter Analysedienst ohne Datenweitergabe und mit anonymisierten Daten keine Einwilligung braucht, und nennt Matomo als Beispiel.
Unumstritten ist das nicht. Manche Auslegungen sehen auch cookieloses Fingerprinting als einwilligungspflichtig. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt das Opt-out sichtbar stehen und stellt so datensparsam ein wie möglich.
Die besten Google Analytics Alternativen im Vergleich
Der Markt für Web Analytics ist in den letzten Jahren deutlich europäischer geworden. Die besten Alternativen zu Google Analytics kommen heute aus Frankreich, Deutschland, Polen und den Niederlanden. Europäische Alternativen halten die Daten im Geltungsbereich der DSGVO, das erspart die ganze Diskussion um Drittlandtransfers. Neben Matomo hat sich eine ganze Klasse kleiner Analytics-Tools etabliert, die von vornherein ohne Cookies arbeiten. Viele davon sind Open-Source-Projekte und lassen sich self-hosted betreiben oder fertig in der EU gehostet buchen. Open-Source heißt dabei nicht nur kostenlos, sondern nachprüfbar: Jeder kann im Quellcode nachlesen, was das Skript wirklich sendet. Und wer selbst hostet, ist von der Preispolitik eines Anbieters unabhängig. Sie können weniger als GA4, und genau das ist der Punkt: Ein Dashboard mit Quellen, Traffic-Verlauf, Top-Seiten und Zielen passt auf eine Bildschirmseite und ist in zehn Minuten verstanden.
| Tool | Serverstandort | Kosten (2025/26) | Für wen |
|---|---|---|---|
| Matomo On-Premise | eigener Server | kostenlos, nur Hosting | Betreiber mit eigenem Server |
| Matomo Cloud | Frankfurt | ab 29 Euro netto/Monat, 50.000 Hits | ohne eigene Serveradmin |
| Plausible | EU, Self-Hosting möglich | ab 9 Euro/Monat, 10.000 Aufrufe | Blogs und kleine Websites |
| Pirsch | Deutschland (Hetzner) | ab 6 US-Dollar/Monat, 10.000 Aufrufe | kleine deutsche Websites |
| Fathom | EU-Isolation wählbar | ab 15 US-Dollar/Monat, 100.000 Aufrufe | Teams ohne Bastellust |
| Simple Analytics | Niederlande | Gratis-Stufe, dann ab etwa 9 US-Dollar | maximale Datensparsamkeit |
| Umami | Self-Hosting | kostenlos (MIT) | technisch versierte, Budget null |
| etracker | Hamburg | gratis bis 100.000 Aufrufe, Pro ab 19 Euro/Monat | deutsche Firmenwebsites |
| Piwik PRO | EU (Polen, Deutschland) | Gratis-Stufe, dann kostenpflichtig | regulierte Branchen |
Preise ändern sich, prüfen Sie sie vor dem Vertragsschluss beim Anbieter. Bei Plausible, Pirsch und Matomo gibt es jeweils eine Testphase, in der Sie das Tool parallel zu GA4 laufen lassen können.
Ein Unterschied fällt beim Umstieg sofort auf: Heatmaps, Sitzungsaufzeichnungen und A/B-Tests, im Marketing gern UX Analytics genannt, bietet von den genannten Werkzeugen nur Matomo, teils als kostenpflichtige Erweiterung. Bei Plausible Analytics, Pirsch und Umami fehlt dieses Feature bewusst, und genau deshalb sind ihre Oberflächen so aufgeräumt. Microsoft Clarity liefert Heatmaps gratis, ist aber ein US-Dienst und damit wieder einwilligungspflichtig. Prüfen Sie die Features also vor dem Wechsel, nicht danach.
Wer noch schlanker und komplett quelloffen unterwegs sein will, findet mit Open Web Analytics oder Swetrix weitere Kandidaten aus dem Bereich Open Source Web Analytics, muss dort aber mit kleinen Communitys und wenig deutschsprachiger Dokumentation leben. Friendly Analytics, Wide Angle Analytics und Visitor Analytics bedienen dieselbe Nische, sind hierzulande aber kaum verbreitet. Enterprise-Werkzeuge wie Adobe Analytics spielen in einer ganz anderen Preisklasse und sind unterhalb von Konzerngröße kein Thema.
Noch ein Wort zum Marketing. Die Anbieter nennen sich selbst Web Analytics Tool, Analytics Platform oder gleich Privacy-first Web Analytics, und fast jeder wirbt mit dem englischen Kürzel GDPR oder dem Versprechen „100 Prozent DSGVO-konform“. Verbindlich sind Gesetzestext, Behördenbeschlüsse und Urteile, nicht die Startseite des Herstellers. Eine datenschutzkonforme Alternative zu Google wird ein Analytics Service erst durch die Konfiguration, die Sie selbst vornehmen.
Logfiles und Server-Side-Tagging: zwei hartnäckige Irrtümer
Die Auswertung der Server-Logs ist die älteste Form der Webanalyse und in einem Punkt jedem JavaScript-Werkzeug überlegen: Sie sieht Besucher mit Adblocker, Besucher ohne JavaScript und vor allem Bots. Wer wissen will, wie oft GPTBot oder ein anderer KI-Crawler vorbeischaut, findet die Antwort nur im Logfile, nie in GA4. Werkzeuge dafür sind Matomo Log Analytics, AWStats oder der Log File Analyzer von Screaming Frog. Weil dabei kein Zugriff auf das Endgerät stattfindet, greift § 25 TDDDG nicht. Die DSGVO gilt trotzdem, denn im Log steht die IP-Adresse, sie sollte gekürzt werden. Was fehlt: Absprungrate, genaue Verweildauer, Klickpfade. Dafür taucht dort Traffic auf, den kein JavaScript je zu sehen bekommt. Eine vollwertige Google Analytics Alternative ist die Logfile-Auswertung damit nicht, wohl aber eine gute Ergänzung.
Das zweite Missverständnis betrifft Server-Side-Tagging. Ein eigener Server zwischen Website und Analysedienst verbessert die Datenqualität spürbar, weil serverseitig gesetzte First-Party-Cookies nicht in Safaris Sieben-Tage-Falle laufen. An der Einwilligungspflicht ändert das nichts. Werden weiter personenbezogene Daten verarbeitet oder Informationen auf dem Endgerät abgelegt, bleibt das Banner Pflicht. Server-Side-Tagging ist eine Qualitätsmaßnahme, kein Rechtstrick.
Welches Werkzeug zu welcher Website passt
| Website | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Blog, Portfolio, Vereinsseite | Plausible, Pirsch, Umami oder Matomo cookielos | einfach, oft ohne Banner, günstig |
| Firmenwebsite mit Kontaktformular | Matomo cookielos oder etracker | Ziele messbar, deutscher Anbieter |
| Shop mit laufenden Google-Ads-Kampagnen | GA4, ergänzt um ein EU-Tool | Ads-Anbindung, Zuordnung, E-Commerce-Berichte |
| Behörde, Schule, öffentliche Stelle | Matomo On-Premise | volle Datenhoheit, keine US-Transfers |
| Arztpraxis, Kanzlei, sensible Daten | Matomo On-Premise oder Logfile | so wenig Daten wie möglich |
Die Faustregel ist unspektakulär: Wer kein Geld in Google Ads steckt, gewinnt mit einer Google Analytics Alternative fast immer. Weniger Rechtsrisiko, kein Banner, dadurch vollständigere Zahlen und ein Dashboard, das man auch versteht. Wer dagegen Kampagnen aussteuert und auf die Zuordnung von Klick zu Kauf angewiesen ist, kommt an GA4 schwer vorbei. Als Alternative zu Google Analytics taugt in dem Fall höchstens ein zweites Werkzeug, das nebenherläuft.
Einbau in WordPress und die vier häufigsten Fehler
Der Einbau einer Google Analytics Alternative kostet selten mehr als eine halbe Stunde. Der Weg ist bei allen Tools derselbe. Konto oder Instanz anlegen, Skript einbinden, Consent-Werkzeug verdrahten, eigene Besuche ausschließen, testen. Für GA4 nehmen Sie „Site Kit by Google“, das die WP Consent API unterstützt, das Banner aber nicht mitbringt. Für Matomo gibt es das Plugin „Matomo Analytics“, das die Software direkt in WordPress installiert, und „Connect Matomo“ für eine bestehende Instanz. Die schlanken Anbieter liefern meist ein eigenes Plugin oder ein Snippet für den Header.
Vier Fehler tauchen bei fast jeder Prüfung auf:
- Doppeltes Tracking. Das Skript steckt im Plugin und zusätzlich manuell im Theme. Alle Zahlen sind doppelt.
- Das Skript lädt trotz Ablehnung. Der häufigste echte Rechtsverstoß. Complianz, Real Cookie Banner, Cookiebot, CookieYes oder Usercentrics müssen das Analyseskript wirklich blockieren, nicht nur ein Banner anzeigen.
- Eigene Besuche zählen mit. Bei 200 Besuchern im Monat verfälscht die tägliche Kontrolle der Startseite die Statistik massiv.
- Die Datenschutzerklärung passt nicht zum Tool. Dienst, Zweck, Rechtsgrundlage, Speicherdauer, Drittlandtransfer und Widerruf gehören hinein. Die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber zu Impressum und Datenschutz.
Welche Zahlen wirklich zählen
Vier Auswertungen tragen den Alltag: Woher kommt der Traffic, welche Seiten ziehen, wo springen Leute ab, und wie viele Anfragen oder Käufe kommen aus welcher Quelle. Alles andere ist Beiwerk. Überbewertet werden die exakte Besucherzahl, die Verweildauer auf die Sekunde, die Absprungrate ohne Kontext und Zeiträume unter zwei Wochen.
Ziele messen Sie auch ohne aufwendiges Setup: Formularabsendungen über eine Danke-Seite, Klicks auf einen tel:-Link, Klicks auf mailto:. In GA4 als Schlüsselereignis, in Matomo als Ziel.
Ein Punkt sorgt regelmäßig für Verwirrung: Die Zahlen aus der Google Search Console stimmen nie mit denen der Webanalyse überein. Das ist kein Fehler. Die Search Console zählt Klicks direkt bei Google, also bevor Ihre Seite geladen ist. Die Webanalyse zählt erst, wenn das Skript im Browser läuft. Adblocker, abgelehnte Einwilligungen und abgebrochene Ladevorgänge liegen genau dazwischen. Wie Sie die Search Console richtig aufsetzen, zeigt die Anleitung zur Google Search Console.
Was 2026 noch kippen kann
Zwei Verfahren sollten Sie im Blick behalten. Das Data Privacy Framework ist gültig, aber das Rechtsmittel beim EuGH (C-703/25 P) läuft, und noyb hat weitere Angriffe angekündigt. Fällt das Framework, steht GA4 kurzfristig ohne tragfähige Transfergrundlage da. Wer das nicht riskieren will, lässt jetzt schon eine Google Analytics Alternative nebenherlaufen, dann ist der Wechsel eine Sache von Minuten.
Der zweite Punkt könnte in die andere Richtung gehen. Am 19. November 2025 hat die EU-Kommission den Digital Omnibus vorgelegt, unter anderem mit einer Liste einwilligungsfreier Zwecke und maschinenlesbaren Einwilligungssignalen. EDSA und EDSB haben sich am 11. Februar 2026 grundsätzlich zustimmend, aber mit Bedenken geäußert. Bis daraus geltendes Recht wird, vergeht mindestens der Rest des Jahres, und der Text kann sich noch stark ändern. Bis dahin gelten TDDDG und DSGVO unverändert.
Häufige Fragen zur Google Analytics Alternative
Vor dem Wechsel weg von Google Analytics bleiben meist ein paar Fragen offen.
Ist Google Analytics in Deutschland verboten?
Nein. GA4 ist mit Einwilligung, einem dokumentierten Vertrag mit Google und datensparsamen Einstellungen einsetzbar. Eine pauschale Freigabe der deutschen Aufsichtsbehörden gibt es aber nicht, und die Frage der gemeinsamen Verantwortlichkeit ist offen.
Läuft wirklich jede Google Analytics Alternative ohne Cookie-Banner?
Nein, nur die cookielos konfigurierten. Matomo mit Cookies ist genauso einwilligungspflichtig wie GA4. Entscheidend ist nicht der Anbieter, sondern ob auf das Endgerät zugegriffen wird und ob Daten an Dritte gehen.
Verliere ich Daten, wenn ich von GA4 wechsle?
Die Historie in GA4 bleibt dort, sie lässt sich nicht übernehmen. Deshalb lohnt es sich, das neue Tool einige Wochen parallel laufen zu lassen. Danach haben Sie eine Vergleichsbasis und wissen, wie stark die Zahlen auseinandergehen.
Was kostet der Umstieg?
Zwischen null und rund 30 Euro im Monat. Eine kostenlose Alternative ist durchaus realistisch: Matomo On-Premise und Umami kosten nur Hosting, etracker Analytics hat eine Gratis-Stufe bis 100.000 Aufrufe, Pirsch startet bei 6 US-Dollar. Der größere Posten ist die Arbeitszeit für Einbau und Datenschutzerklärung.
So gehen Sie jetzt vor
Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Analyseskript wirklich erst nach der Einwilligung lädt. Das ist der wichtigste einzelne Hebel, und er kostet nichts außer zehn Minuten im Browser-Werkzeugkasten. Schließen Sie danach Ihre eigenen Zugriffe aus und räumen Sie doppelte Einbindungen weg. Wenn Sie kein Google-Ads-Budget verwalten, setzen Sie eine cookielose Google Analytics Alternative daneben und vergleichen Sie vier Wochen lang. In den meisten Fällen fällt die Entscheidung danach von selbst. Bleibt eine Frage zum Einzelfall offen, klärt sie am schnellsten die Datenschutzbeauftragte oder eine Fachanwältin. Wer beim Banner selbst noch unsicher ist, arbeitet jetzt die Checkliste zum Cookie-Banner durch.
Datenschutz DSGVO
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