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Foodwatch deckt auf: Unzulässige Heilsversprechen in Instagram-Stories

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Illegale Gesundheitsversprechen auf Instagram sind weit verbreitet. Influencer bewerben Nahrungsergänzungsmittel mit unzulässigen Heilsversprechen - oft ohne Kennzeichnung als Werbung. Eine Foodwatch-Analyse zeigt das Ausmaß des Problems.

Attraktive, schlanke, üppig gebaute, blonde Frau im blauen Kleid steht vor neutralem Hintergrund, Text „HEILS VERSPRECHEN“ daneben, 16:9-Format.

Instagram: Bühne für verbotene Heilsversprechen

Weingummis, Kollagenpulver oder Detox-Tropfen - all das geistert täglich durch die Storys unzähliger Fitness- und Lifestyle-Influencer. Viele dieser Posts versprechen mehr als nur Geschmack oder Lifestyle: Sie machen aus banalen Produkten angebliche Wundermittel. Wer mit scrollt, begegnet regelmäßig Aussagen wie kräftigt die Haare, entgiftet deinen Körper oder hilft gegen Stress. Im Prinzip klingt das verlockend - aber dahinter steckt ein Risiko, das kaum jemand sieht.

Foodwatch deckt auf: Systematische Irreführung

Eine aktuelle Analyse von Foodwatch zieht der Szene den Schleier weg. In einer 20-tägigen Untersuchung sichtete das Team fast 700 Instagram-Storys von 95 der bekanntesten Gesundheits-Influencer Deutschlands. Das Ergebnis fällt deutlich aus: Fast jede dritte Story enthielt gesundheitsbezogene Aussagen zu Nahrungsergänzungsmitteln. Und: Kein einziger untersuchter Health Claim war zulässig.

Das klingt hart - ist aber Alltag auf Social Media. Die EU-Verordnung zu nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben ist eindeutig: Nur wissenschaftlich belegte und offiziell zugelassene Aussagen dürfen genutzt werden. Doch Instagram funktioniert nach eigenen Regeln, und so entstehen moderne Mythen - befeuert von charismatischen Persönlichkeiten, die auf Kooperationen mit Herstellern setzen.

Werbung oder persönliche Meinung? Die Grenzen verschwimmen

Besonders problematisch ist der Stil, mit dem Influencer Produkte bewerben. Vieles wirkt wie ein persönlicher Tipp. Ich nehme jeden Morgen meine Beauty-Gummis, weil sie meine Nägel so stark machen, heißt es dann. Werbung? Kaum gekennzeichnet. In zahlreichen Fällen fehlt sogar jeder Hinweis auf bezahlte Partnerschaften. Diese Authentizität erzeugt Vertrauen - und verschleiert, dass es sich um handfeste Werbung handelt.

Foodwatch macht klar: Nicht die Meinungsäußerung selbst ist kritisch, sondern die Verbindung zu kommerziellen Interessen. Wer im Auftrag verkauft, darf keine Aussagen machen, die verboten sind. Trotzdem sehen die meisten Zuschauer nicht, was dahintersteckt.

Kontrolllücke und Wildwuchs

Während im klassischen Werbefernsehen klare Regeln und Sanktionen greifen, bleibt der Online-Markt für Nahrungsergänzungsmittel größtenteils ein weißer Fleck. Foodwatch spricht von einem rechtsfreien Raum, in dem sich einige Marken besonders hervorheben. Sie investieren gezielt in Influencer-Kampagnen - und nehmen Verstöße offenbar in Kauf. Die Forderung nach mehr Marktüberwachung wird lauter. Kontrollmechanismen fehlen, rechtliche Konsequenzen drohen selten.

Das öffnet Tür und Tor für überzogene, irreführende oder schlicht falsche Werbeaussagen. Im Ergebnis kann niemand nachvollziehen, was die Produkte tatsächlich leisten - und was pure Fiktion ist.

Gesundheitsrisiko durch Verklärung

Wer sich in Deutschland mit Nahrungsergänzungsmitteln beschäftigt, stößt schnell auf beinahe magische Versprechen. In den Köpfen vieler Konsumenten haben sich diese Produkte einen geradezu legendären Status erarbeitet - vielleicht kennen Sie das aus Ihrem eigenen Umfeld. Manche halten Vitaminpräparate und Kollagenpulver für unverzichtbar, als wären sie der Schlüssel zu Schönheit und Gesundheit. Risiken? Die werden oft übersehen oder schlichtweg verdrängt.

Scrollen Sie durch Instagram, begegnen Ihnen unzählige Empfehlungen, die suggerieren: Ohne diese kleinen Helfer verpassen Sie etwas. Der Eindruck entsteht, Nahrungsergänzungsmittel seien praktisch Wundermittel - ein Griff ins Glas, und schon fühlen Sie sich fitter, schöner, gesünder.

Die Wirklichkeit fällt jedoch nüchterner aus. Was vielen nicht bewusst ist: Für Nahrungsergänzungsmittel gelten ganz andere Regeln als für Medikamente. Es gibt keine vergleichbaren Sicherheitsprüfungen, keine strengen Zulassungsverfahren. Die Verbraucherschützer schlagen deshalb Alarm. Immer noch herrscht der Irrglaube, die Präparate würden vor dem Verkauf umfassend kontrolliert. Doch das stimmt nicht. Gerade die in sozialen Medien verbreiteten Werbebotschaften tragen dazu bei, dass dieses Missverständnis bestehen bleibt und das tatsächliche Risiko unterschätzt wird.

Wie sehr vertrauen Sie Influencern?

Die Werbung wirkt subtil und emotional. Wer lässt sich davon nicht beeinflussen? Es bleibt die Frage, wie leicht wir uns von vermeintlich persönlichen Erfahrungen leiten lassen - und ob nicht gerade diese Nähe dazu führt, dass wir Risiken unterschätzen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Gesundheitswerbung auf Instagram gemacht? Hinterlassen Sie einen Kommentar und berichten Sie, ob Sie selbst schon von Influencern zu einem Kauf verleitet wurden - oder wo Sie die Grenze ziehen.

Quellen: Tagesschau, Foodwatch, Verbraucherzentrale.



ohne werbung zeigt weit deckt

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