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U-Boot-Museum Hamburg: Die U-434 am Fischmarkt

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Ein sowjetisches Jagd-U-Boot aus dem Kalten Krieg, 90 Meter lang und zum Durchklettern freigegeben: Die U-434 liegt am Hamburger Fischmarkt. Was Besucher erwartet und was man vorher wissen sollte.

Frau auf einem Hafenkai vor einem langen schwarzen U-Boot, im Hintergrund Hafenkräne und Backsteinspeicher, darüber der Schriftzug U-Boot an der Elbe

Am Elbufer in St. Pauli liegt ein langer Stahlrumpf, der nicht recht in die Hafenkulisse passen will. Das U-Boot-Museum Hamburg hat hier die U-434 festgemacht, ein ehemaliges Boot der sowjetischen Nordflotte. Wer an Bord geht, steigt durch Schotten und Luken und bekommt eine Ahnung davon, wie eng es für die Besatzung im Kalten Krieg war.

Vom Kalten Krieg in den Hamburger Hafen

Das Boot gehört zum sowjetischen Projekt 641B „Som“, das die NATO als Tango-Klasse bezeichnete. Diese Boote zählten zu den größten konventionell angetriebenen U-Booten der Welt. Gebaut wurde es 1976 in nur acht Monaten auf der Werft Krasnoje Sormowo in Gorki, dem heutigen Nischni Nowgorod. In Dienst stand es unter dem Namen B-515. Zwischen 1980 und 1984 fuhr es mehrere Patrouillen im Mittelmeer, im Oktober 1985 lief es Havanna an. 1998 kam es in die Reserve, im April 2002 wurde es außer Dienst gestellt.

Der Museumsbetreiber beschreibt das Boot als Spionage-U-Boot, das auch für geheime Fahrten vor der Ostküste der USA eingesetzt worden sei. Belegen lässt sich das von außen kaum, denn über die Einsätze sind nur wenige Dokumente öffentlich. Sicher ist die Technik: Eine sechs Zentimeter dicke Gummischicht auf dem Rumpf sollte die Ortung per Sonar erschweren, ein 180 PS starker Schleichmotor trieb nur die mittlere Schraube an und lief besonders leise.

Nach der Ausmusterung kauften Investoren das Boot für eine Million Euro, der Transport kostete noch einmal so viel. Fahren durfte es nicht aus eigener Kraft, es wurde geschleppt. Vorher baute die russische Marine Waffen, Steuerung und geheime Anlagen aus. Bei Blohm & Voss schnitt man große Öffnungen in Bug und Heck, damit Besucher hinein- und wieder herauskommen. Seitdem ist das Boot weder steuerbar noch tauchfähig. Der Name U-434 ist übrigens frei erfunden.

Lage: Vom Baakenhafen zum Fischmarkt

Zunächst lag die U-434 in der HafenCity an der Versmannstraße im Baakenhafen. Am 15. April 2010 zog das U-Boot-Museum Hamburg an seinen heutigen Platz am St. Pauli Fischmarkt 10. Von den Landungsbrücken mit S- und U-Bahn-Station sind es rund 500 Meter zu Fuß Richtung Westen, am Elbufer entlang. Das Boot liegt im Tidenstrom der Elbe und hebt und senkt sich mit Ebbe und Flut.

Was man im U-Boot-Museum Hamburg sieht

Die U-434 misst laut Betreiber 90,16 Meter in der Länge und 8,72 Meter in der Breite. Sie war für bis zu 400 Meter Tauchtiefe ausgelegt. Der Rundgang führt in einer festen Richtung durch die sieben Abteilungen vom Bug bis zum Heck.

Die Enge ist das eigentliche Erlebnis. Nach Angaben des Museums fuhren bis zu 84 Mann mit, in zwei Schichten. Eine Kabine für vier Personen teilten sich so acht Mann, die Matrosen ganz unten in der Rangfolge schliefen auf Feldbetten im Unterdeck. Bei Tauchfahrten wurden an Bord mehr als 40 Grad gemessen, im Motorraum über 60 Grad. Seit 2016 dient die Kommandozentrale außerdem als Kulisse für Michel Abdollahis Talkshow „Käpt'ns Dinner“.

Öffnungszeiten und Preise

Laut eigener Website (Stand Oktober 2026) ist das U-Boot-Museum Hamburg an allen Tagen des Jahres geöffnet, auch an Feiertagen. Einlass ist montags bis samstags von 9 bis 20 Uhr, sonntags von 11 bis 20 Uhr. Erwachsene zahlen 9 Euro, Kinder von 6 bis 12 Jahren, Schüler und Studenten 6 Euro, Senioren ab 65 Jahren 7 Euro. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet 22 Euro. Eine Führung kostet 5 Euro pro Person extra, eine Foto- und Videoerlaubnis 1 Euro. Das Ticket gilt für 90 Minuten an Bord, gleichzeitig dürfen höchstens 80 Personen im Boot sein.

Für Rollstuhlfahrer ist das Boot nicht zugänglich. Wer unter Platzangst leidet oder schlecht zu Fuß ist, sollte sich den Besuch gut überlegen. Kinder unter zehn Jahren dürfen nur mit Erwachsenen an Bord, große Taschen und Tiere bleiben draußen. Weil sich Preise ändern können: Einlasszeiten und Preise jetzt beim Museum prüfen.

Wer sich für die Zeit des Kalten Krieges interessiert, findet an der Mosel ein Gegenstück an Land: den Bundesbank-Bunker Cochem mit dem Ersatzgeld der D-Mark.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Besuch der U-434?

Die Eintrittskarte gilt für einen Rundgang von höchstens 90 Minuten. Wer die Kommandozentrale sehen will, bucht zusätzlich eine Führung.

Ist das U-Boot-Museum Hamburg für Kinder geeignet?

Ja, sofern sie sicher über Stufen und Schottöffnungen klettern. Bis zum fünften Geburtstag ist der Eintritt in Begleitung der Familie frei.

Kann man das U-Boot-Museum Hamburg auch im Winter besuchen?

Ja. Das Museum hat nach eigenen Angaben ganzjährig an 365 Tagen geöffnet.



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