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Trotz Krise: Deutschland erlebt neues Tourismushoch

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498 Millionen Übernachtungen in einem Jahr, mitten in der Wirtschaftsflaute. Warum die Deutschen gerade jetzt so viel im eigenen Land reisen und was das für die Branche bedeutet.

498 Millionen Übernachtungen, die keiner kommen sah

Die deutsche Tourismusbranche hat 2025 einen neuen Rekord aufgestellt: rund 498 Millionen Übernachtungen, knapp über dem bisherigen Bestwert von 2024. Und das mitten in einer Phase, in der andere Branchen über Konsumflaute klagen.

Hotels, Pensionen und Campingplätze melden volle Betten, während anderswo Budgets zusammengestrichen werden. Wie passt das zusammen?

Die Deutschen bleiben im Land

Die Antwort ist eigentlich simpel: 414 Millionen Übernachtungen gehen auf inländische Gäste zurück. Der Trend zum Urlaub im eigenen Land hat sich verfestigt. Steigende Preise, unsichere Weltlage, dazu der ganz praktische Vorteil: Wer an die Ostsee fährt, braucht keinen Reisepass und weiß, was ihn erwartet.

Besonders stark war der Dezember. Weihnachtsmärkte, Winterurlaub in den Bergen und Städtekurztrips sorgten für den übernachtungsstärksten Dezember aller Zeiten. Der Trend geht ohnehin weg von der einen großen Jahresreise. Viele verteilen ihre Auszeiten lieber auf mehrere kürzere Trips.

Weniger internationale Gäste

Bei Reisenden aus dem Ausland ging es dagegen leicht bergab: rund 84 Millionen Übernachtungen, ein Minus von 1,8 Prozent. Das liegt auch an einem Sondereffekt: 2024 hatte die Fußball-EM internationale Besucher ins Land gelockt. Ohne solches Großereignis normalisierte sich die Nachfrage.

Dazu kommt: Geschäftsreisen werden seltener. Teams-Calls ersetzen Dienstreisen, Firmen sparen, wo sie können. Besonders Messestädte spüren das.

Camping ist kein Nischenthema mehr

Was vor ein paar Jahren noch das Image von klapprigen Wohnwagen und Dosenravioli hatte, ist längst Mainstream. Die Übernachtungen auf Campingplätzen liegen 25 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau.

Moderne Campingplätze haben mit dem alten Klischee wenig gemein. Glamping-Zelte, komfortable Sanitäranlagen, Online-Buchung. Camping passt in eine Zeit, in der Flexibilität und Kostenkontrolle wichtiger werden. Und die Nähe zur Natur gibt's obendrauf.

Hotels unter Druck

Klassische Hotels und Pensionen tun sich schwerer. Die Aufenthaltsdauer sinkt, Extras wie Spa oder Halbpension landen schneller auf der Streichliste, wenn das Geld knapper wird. Ferienwohnungen halten sich stabil, vermutlich weil sich dort mit Selbstverpflegung leichter sparen lässt.

2,7 Millionen Arbeitsplätze

Hinter den Rekordzahlen steht eine Branche, die für 2,7 Millionen Arbeitsplätze sorgt. Gerade in strukturschwächeren Regionen hängt viel am Tourismus. Allerdings: Rekordübernachtungen bedeuten nicht automatisch Rekordgewinne. Personalmangel, steigende Energiekosten und höhere Betriebsausgaben fressen Margen.

Was bleibt

Mehr Inland, mehr Camping, kürzere Aufenthalte, weniger Geschäftsreisen. Das Reiseverhalten der Deutschen verschiebt sich. Die Nachfrage ist da, aber die Branche muss sich anpassen. Denn Gäste werden preissensibler und erwarten trotzdem mehr.

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