WordPress Wartungsvertrag: Leistungen, Kosten, Haftung
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Ein WordPress-Wartungsvertrag für 30 Euro im Monat klingt nach Sorglos-Paket. Oft steckt nur ein automatischer Update-Report dahinter. Was drinstehen muss, was Wartung 2026 kostet und wer haftet, wenn die Seite trotzdem gehackt wird.
Viele kleine Betriebe zahlen jeden Monat für Wartung und wissen nicht genau, wofür. Im Ernstfall zeigt sich das schnell: Das Kontaktformular ist seit drei Wochen kaputt, das letzte brauchbare Backup liegt beim Hoster, der gerade selbst Probleme hat, und im Vertrag steht nur „Pflege und Aktualisierung“. Ein WordPress-Wartungsvertrag schützt den Betrieb nur dann, wenn schriftlich geregelt ist, wer aktualisiert, wer sichert, wer bei Alarm reagiert und wer im Notfall wiederherstellt. Dieser Ratgeber zeigt, was dafür nötig ist.
Warum eine WordPress-Seite ohne Wartung ausfällt
Das Risiko sitzt fast nie in WordPress selbst. Es sitzt in den Plugins. Der Sicherheitsanbieter Patchstack zählt in seinem Bericht zur WordPress-Sicherheit 2026 für 2025 insgesamt 11.334 neu gemeldete Schwachstellen im WordPress-Umfeld, 42 Prozent mehr als im Jahr davor. 91 Prozent davon betrafen Plugins, 9 Prozent Themes. Im WordPress-Kern gab es nur sechs Meldungen, alle mit niedriger Priorität. Bei 46 Prozent der Lücken gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen Patch.
Noch unangenehmer ist das Tempo. Laut Patchstack wurde etwa die Hälfte der schwerwiegenden Lücken innerhalb von 24 Stunden ausgenutzt, der gewichtete Median bis zum ersten Angriff lag bei fünf Stunden. Das sind Zahlen eines Anbieters, der Schutz gegen genau diese Angriffe verkauft. Unabhängige Messungen dazu gibt es nicht. Die Richtung ist trotzdem klar: Ein Rhythmus von „wir schauen einmal im Monat drauf“ ist zu langsam.
Auch alte Lücken bleiben gefährlich. Von den zehn 2025 am häufigsten angegriffenen Schwachstellen stammten nur vier aus demselben Jahr. Die meistangegriffene war eine Lücke im Cache-Plugin LiteSpeed aus 2024. Wer selten aktualisiert, bleibt für Angriffe offen, die längst gepatcht sind. Wie schnell so etwas eskaliert, zeigt etwa der Fall, in dem eine Lücke im Backup-Plugin UpdraftPlus einen Supply-Chain-Angriff auslöste.
Eine verbreitete Behauptung lautet: „Die meisten Hacks kommen von veralteten Plugins.“ Das ist so nicht belegt. Der Reinigungsdienst Sucuri fand 2023 bei 39,1 Prozent der befallenen Seiten ein veraltetes CMS, aber nur bei knapp 14 Prozent ein nachweislich verwundbares Plugin oder Theme. Ehrlicher ist: Veraltete Plugins gehören zu den wichtigsten belegbaren Einfallstoren. Wie groß ihr Anteil am Gesamtgeschehen ist, weiß niemand genau.
Die Firewall des Hosters hilft weniger, als viele glauben. In zwei Testreihen von Patchstack blockierten klassische Abwehrsysteme wie hosterseitige Web Application Firewalls oder Cloudflare nur 12 Prozent der Angriffe auf WordPress-spezifische Lücken. Auch das ist eine Anbieterzahl. Sie reicht aber, um eines festzuhalten: Eine Firewall ersetzt keine Updates. Grundlagen zur Härtung stehen im Ratgeber WordPress absichern.
Was ein Hack kostet, und wer ihn melden muss
Unabhängige Durchschnittswerte für die Kosten eines gehackten Webauftritts in Deutschland gibt es nicht. Öffentlich sind nur Festpreise von Dienstleistern für die Bereinigung einer normalen Seite, im Oktober 2026 zwischen 145 und 499 Euro netto, jeweils als Einstiegspreis. Darin fehlt alles andere: der Umsatz, der in der Zeit verloren geht, die eigene Arbeitszeit, ein Neuaufbau ohne sauberes Backup, eine Google-Warnung im Suchergebnis. Die Spanne ist also eine Untergrenze. Was im Ernstfall zu tun ist, beschreibt der Ratgeber WordPress gehackt.
Sind personenbezogene Daten betroffen, etwa Anfragen aus dem Kontaktformular oder Kundendaten im Shop, greift Art. 33 DSGVO. Der Verantwortliche muss die Verletzung unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden der Aufsichtsbehörde melden, nachdem er davon erfahren hat. Die 72 Stunden sind eine Obergrenze, kein Puffer. Wer nicht meldet, weil er kein Risiko sieht, muss diese Einschätzung dokumentieren.
Für Unternehmen im Land Bremen ist der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit zuständig, mit Sitz in Bremerhaven. Auf datenschutz.bremen.de gibt es dafür einen eigenen Menüpunkt zum Melden einer Datenpanne. Wichtig für den Vertrag: Melden muss der Betrieb, nicht der Dienstleister. Der WordPress-Wartungsvertrag muss deshalb festlegen, dass der Dienstleister jeden Verdacht sofort weitergibt. Sonst läuft die Frist, ohne dass der Betrieb davon weiß.
Der Wartungsplan: was wann zu tun ist
Die folgenden Zeitangaben sind Schätzungen für eine kleine Firmenseite mit 10 bis 20 Plugins. Sie sind aus den einzelnen Aufgaben hergeleitet, nicht erhoben. Für einen Shop verdoppeln sich viele Werte.
| Takt | Aufgabe | Aufwand | Wenn es ausfällt |
|---|---|---|---|
| sofort | Sicherheitsupdate bei aktiv ausgenutzter Lücke | 5 bis 15 Minuten | Befall |
| alle 1 bis 2 Wochen | Updates für Plugins, Themes und kleine Core-Versionen, vorher Backup | 15 bis 30 Minuten | Update-Stau, riskante große Sprünge |
| alle 1 bis 2 Wochen | Sichtprüfung: Startseite, Menü, Kontaktformular, Mobilansicht, Checkout | 10 bis 20 Minuten | Formular wochenlang kaputt |
| monatlich | Backup testweise auf einer Staging-Kopie zurückspielen | 20 bis 40 Minuten | im Ernstfall nichts Brauchbares |
| monatlich | Benutzerkonten, Sicherheitsscan, Ladezeit, Speicherplatz | 20 bis 30 Minuten | Ex-Mitarbeiter mit Zugang, Backups scheitern still |
| quartalsweise | Ungenutzte Plugins löschen, Datenbank aufräumen, Testbestellung, PHP-Version prüfen | 1 bis 2 Stunden | Angriffsfläche, Umsatzausfall |
| jährlich | Rechtstexte, Lizenzen, Domain, Zugangsdokumentation, große Versionssprünge planen | 3 bis 8 Stunden | Abmahnrisiko, stille Ausfälle |
Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Hoffnung, kein Backup. Wie eine belastbare Sicherung aussieht, erklärt der Beitrag zu Website-Backups. Für die Sichtprüfung reicht kein Blick auf die Startseite. Das Kontaktformular fällt typischerweise still aus: Die Seite lädt, das Formular nimmt Eingaben an, nur kommt keine Mail mehr an. Eine Testnachricht alle zwei Wochen findet das.
Automatische Updates: wo der Rollback aufhört
Seit Version 6.6 vom Juli 2024 setzt WordPress ein automatisches Plugin-Update zurück, wenn es einen fatalen Fehler auf der Website auslöst. Das klingt nach Sicherheitsnetz, ist aber ein schmales. Geprüft wird per Loopback-Anfrage nur die Startseite. Ein kaputtes Formular, ein verschobenes Layout, ein Checkout, der beim Bezahlen abbricht: All das erkennt der Mechanismus nicht. Für Theme-Updates und für manuell angestoßene Updates gilt er gar nicht.
Die vorsichtigste Aufteilung für kleine Betriebe sieht so aus: Kleine Core-Updates, Übersetzungen und einfache Plugins laufen automatisch. Page Builder, WooCommerce, Zahlungs-Plugins und das Theme werden von Hand aktualisiert, zuerst auf einer Staging-Kopie, mit Backup und Protokoll. Große Versionssprünge werden geplant, nie nebenbei erledigt. Das gilt auch für PHP: Vor einem Wechsel lohnt der Blick in die Hinweise zum PHP-8.5-Upgrade.
Was ohne Update von selbst abläuft
Ein Teil der Ausfälle hat mit Software gar nichts zu tun. Domains verfallen, wenn die automatische Verlängerung an einer abgelaufenen Kreditkarte hängt. Premium-Plugins bekommen nach Ablauf der Lizenz keine Sicherheitsupdates mehr. API-Schlüssel für Karten, Spamschutz oder Newsletter laufen aus, und Formulare oder Karten verschwinden ohne Fehlermeldung. Ein SSL-Zertifikat, das sich nicht mehr erneuert, löst eine Browserwarnung aus. Viele solcher Ausfälle meldet ein Website-Monitoring früh genug. Die Liste der Ablaufdaten pflegt trotzdem besser ein Mensch, einmal im Jahr.
Selbst warten oder einen WordPress-Wartungsvertrag abschließen?
Belastbare Erhebungen zum Zeitaufwand gibt es nicht. Aus dem Wartungsplan oben ergeben sich grob diese Werte: Eine Visitenkartenseite mit 5 bis 10 Plugins braucht rund eine bis anderthalb Stunden im Monat. Eine Firmenseite mit Blog und Page Builder kommt auf zwei bis drei Stunden. Ein WooCommerce-Shop mit 30 und mehr Plugins braucht vier bis acht Stunden, dazu Tests vor jedem großen Update.
Vieles davon können auch Laien selbst erledigen: Updates einfacher Plugins mit Backup im Rücken, Testnachricht und Testbestellung, Benutzerkonten prüfen, Inhalte und Preise pflegen, Fehler in der Search Console ansehen. Die Grenze liegt dort, wo sich ein Fehler ohne Backup nicht mehr rückgängig machen lässt. Große Updates von Page Builder, WooCommerce oder Theme, ein PHP-Wechsel ohne Staging, das Löschen von Datenbanktabellen und die Bereinigung nach einem Hack gehören in erfahrene Hände. Genau dafür ist ein WordPress-Wartungsvertrag da: Er gibt die Arbeit ab, die Verantwortung für Domain, Daten und Meldepflichten bleibt beim Betrieb.
Egal wie die Entscheidung ausfällt, eine Regel gilt immer: Vertragsinhaber bei Registrar, Hoster und Lizenzen ist das Unternehmen, mit einer Funktionsadresse wie web@firma.de. Der typische Ernstfall sieht anders aus: Die Domain hängt am Privatkonto eines ehemaligen Mitarbeiters, die Rechnungen gehen an ein totes Postfach, und die Zwei-Faktor-App liegt auf dessen privatem Handy.
Was in einen WordPress-Wartungsvertrag gehört
Ein WordPress-Wartungsvertrag ist nur so gut wie seine Leistungsbeschreibung. Diese Punkte müssen schriftlich drinstehen:
- Updates: Core, Plugins, Themes, Premium-Komponenten und PHP, mit festem Takt. Dazu eine Sonderregel für Sicherheitsupdates, die sofort eingespielt werden. Backup vorher, Prüfung nachher, Staging für riskante Komponenten. Und ob große Versionssprünge inklusive sind.
- Backup: wie oft, wie lange aufbewahrt, wo gespeichert (getrennt vom Hoster), regelmäßig getestet. Vor allem: wer wiederherstellt, wie schnell und zu welchem Preis.
- Monitoring: was überwacht wird, wer den Alarm bekommt und wer in welcher Zeit reagiert. Ein Alarm, der nur beim Kunden landet, ist keine Dienstleistung.
- Zeiten: Reaktionszeit und Behebungszeit getrennt, dazu Servicezeiten, Wochenenden und Feiertage.
- Reporting: mit Versionsnummern, Backups, Tests und Vorfällen. Ein automatisch erzeugtes PDF ohne Versionsnummern belegt nichts.
- Kontingent und Stundensatz: wie viele Minuten für kleine Änderungen enthalten sind, ob sie verfallen und was jede weitere Stunde kostet.
- Ausdrücklich nicht enthalten: Hack-Bereinigung, große Migrationen, neue Funktionen, Lizenzen, Rechtstexte, Barrierefreiheit. Die fehlende Ausschlussliste ist der häufigste Streitpunkt.
- Mitwirkung des Kunden: Zugänge bereitstellen, eigene Änderungen ankündigen, eine eigene Datensicherung halten.
- AVV und Vertragsende: dazu unten mehr.
Dienstvertrag oder Werkvertrag: warum das zählt
Der Bundesgerichtshof hat 2010 entschieden (Urteil vom 4. März 2010, III ZR 79/09): Verträge über die Wartung oder Pflege von Websites sind Werkverträge, wenn sie darauf zielen, die Funktionsfähigkeit zu erhalten und Störungen zu beseitigen. Ist dagegen nur die laufende Tätigkeit geschuldet, liegt ein Dienstvertrag nahe. Ein Urteil speziell zu einem WordPress-Wartungsvertrag gibt es bisher nicht.
Der Unterschied ist handfest. Beim Werkvertrag schuldet der Dienstleister einen Erfolg und muss nachbessern. Beim Dienstvertrag schuldet er nur sorgfältiges Arbeiten, und der Kunde muss ihm eine schuldhafte Pflichtverletzung nachweisen. Agentur-AGB formulieren deshalb gern als Dienstleistung: „Wir spielen Updates ein“, „wir überwachen“. Für den Betrieb ist es sicherer, Ergebnisse ausdrücklich zu vereinbaren: Wiederherstellung binnen einer festen Zahl von Stunden, Behebung von Update-Schäden ohne Aufpreis.
Haftung: was eine Deckelung auf die Jahresgebühr taugt
Wird eine Seite trotz WordPress-Wartungsvertrag gehackt, zahlt der Dienstleister nur, wenn er eine vereinbarte Pflicht verletzt hat und der Schaden darauf beruht. Ohne Update-Protokoll kann das keine Seite beweisen. Die Protokollpflicht gehört deshalb in den Vertrag.
Viele Agentur-AGB begrenzen die Haftung auf die Jahresvergütung, bei 50 Euro im Monat also auf 600 Euro. Nach der Rechtsprechung des BGH ist eine Höchstsumme in AGB regelmäßig unwirksam, wenn sie vertragstypische, vorhersehbare Schäden aus wesentlichen Vertragspflichten nicht abdeckt (Urteil vom 27. September 2000, VIII ZR 155/99). Ein vollständiger Haftungsausschluss hält erst recht nicht. Darauf verlassen sollte sich trotzdem niemand. Besser ist eine angemessene Haftungssumme im Vertrag und der Nachweis einer Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden.
Umgekehrt gibt es eine Falle für den Kunden. Wer selbst keine Datensicherung hält, muss sich das als Mitverschulden anrechnen lassen. Das OLG Hamm hat einem Auftraggeber, der seine Daten nicht gesichert hatte, den Schadensersatz deshalb ganz versagt (Urteil vom 1. Dezember 2003, 13 U 133/03). Im Vertrag muss also stehen, wer sichert. Eine eigene, unabhängige Kopie beim Betrieb schadet trotzdem nie.
Ohne Auftragsverarbeitungsvertrag geht es nicht
Wer eine WordPress-Seite wartet, hat Admin-Zugang und damit Zugriff auf Kontaktanfragen, Kundenkonten und Bestellungen. Die Datenschutzkonferenz der Aufsichtsbehörden sieht in ihrem Kurzpapier Nr. 13 eine Auftragsverarbeitung, wenn bei Wartung oder Fernwartung ein Zugriff auf personenbezogene Daten möglich ist. Dann braucht es einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Einzelne Stimmen in der Literatur sehen das bei bloß zufälliger Kenntnisnahme anders. Bei WordPress-Wartung ist der Zugriff aber nicht zufällig, sondern systematisch möglich. Zu jedem WordPress-Wartungsvertrag gehört deshalb ein AVV.
Darin gehören auch alle Unterdienstleister: Freelancer, Verwaltungswerkzeuge wie ManageWP, MainWP oder WP Umbrella und der Speicherort der Backups. Liegt etwas in den USA, braucht es eine Grundlage für den Drittlandtransfer. Fernzugriff läuft über ein eigenes Konto des Dienstleisters mit Zwei-Faktor-Schutz, niemals über ein geteiltes „admin“-Konto. Bei einem gemeinsamen Konto lässt sich keine Handlung einer Person zuordnen, und der Zugang lässt sich nicht gezielt entziehen.
Was ein WordPress-Wartungsvertrag 2026 kostet
Ein WordPress-Wartungsvertrag kostet laut den öffentlich ausgeschriebenen Paketen deutscher Anbieter im Oktober 2026 etwa 23,50 bis 149 Euro netto im Monat. Alle Preise sind Anbieterangaben:
| Preisklasse | Realistisch enthalten | Meist nicht enthalten |
|---|---|---|
| um 30 Euro | automatische Updates und Backups, Uptime-Alarm, automatischer Report | Prüfung nach Updates, Restore-Test, Änderungen, Hilfe nach Hack |
| um 80 Euro | dazu Sichtprüfung oder visueller Vergleich, tägliche externe Backups, Scan, kleines Änderungskontingent, teils WooCommerce | Migrationen, garantierte Behebungszeit, oft Hack-Hilfe |
| um 150 Euro | dazu Tests auf Staging, Shop-Pflege, Notfallhilfe, feste Reaktionszeiten | Weiterentwicklung, Redesign |
Warum ein 30-Euro-Paket kaum menschliche Arbeit enthalten kann, zeigt eine einfache Rechnung. Ein Verwaltungswerkzeug kostet rund 2 Euro pro Seite und Monat. Bei einem Stundensatz von etwa 70 Euro bleiben rechnerisch 20 bis 25 Minuten im Monat, vor Verwaltung und Vertrieb. Das reicht für Automatik, nicht für wöchentliche Sichtprüfungen. Ein Agenturblog formuliert es selbst so: Alles unter 50 Euro decke in der Regel nur automatisierte Updates ohne menschliche Kontrolle ab.
Die Warnzeichen eines reinen Report-Abos: kein Wort zur Prüfung nach Updates, unklar, wer wiederherstellt, Backups nur beim Hoster, keine Reaktionszeit, keine Ausschlussliste, kein AVV. Wer gerade eine neue Seite plant, sollte die Wartung schon im Angebot mitrechnen. Der Kostenvergleich zum Thema Website erstellen lassen zeigt, wie sich die laufenden Kosten über fünf Jahre summieren.
Eine Förderung gibt es dafür derzeit nicht mehr. Das Bundesprogramm go-digital ist Ende 2024 ausgelaufen, neue Anträge sind nicht möglich. Wer damit wirbt, nutzt veraltete Informationen. Ob es 2026 ein Bremer Programm für Wartung oder Sicherheitsberatung gibt, konnte ich nicht klären. Nachfragen lohnt bei der Bremer Aufbau-Bank und der Handelskammer.
Managed Hosting ersetzt keinen WordPress-Wartungsvertrag
Managed-WordPress-Hoster werben gern damit, sich um alles zu kümmern. Ihre eigenen Unterlagen sagen etwas anderes. Kinsta listet in der Dokumentation zum Support-Umfang Änderungen an Aussehen, Inhalt und Funktion von Theme und Plugins unter der Überschrift „You will still need a developer“ auf. Bei Raidboxes gibt es Plugin- und Theme-Updates laut Testberichten erst im teureren Tarif. IONOS aktualisiert WordPress, Plugins und sogar PHP standardmäßig automatisch, prüft danach aber nichts eigens.
Beim Betrieb bleiben also in jedem Fall: Formulare und Checkout testen, über große Updates entscheiden, Lizenzen, Inhalte, Rechtstexte, Benutzerkonten und die Reaktion auf Alarme. Für eine Visitenkartenseite können Auto-Updates plus eine eigene Monatsprüfung genügen. Bei Shops und Seiten mit Page Builder ist Managed Hosting der Unterbau, die Verantwortung muss zusätzlich geregelt werden.
Prüffragen vor der Unterschrift
Diese Fragen trennen ein ernsthaftes Angebot von einem Report-Abo. Die Antwort in Klammern ist jeweils die gute:
- Was wird aktualisiert? (Core, Plugins, Themes, Premium-Komponenten, PHP nach Absprache)
- In welchem Takt, und gibt es eine Sonderregel für Sicherheitslücken? (wöchentlich plus sofort)
- Wird nach Updates geprüft? (Sichtprüfung oder visueller Vergleich, Test von Formular und Checkout)
- Wird bei Shop und Page Builder auf Staging getestet? (ja)
- Wie oft wird gesichert, wo und wie lange? (täglich, extern, mindestens 30 Tage)
- Wer stellt wieder her, wie schnell und zu welchem Preis? (inklusive, mit Zielzeit)
- Wird die Wiederherstellung getestet? (regelmäßig, mit Nachweis)
- Wer bekommt die Alarme? (der Dienstleister, und er reagiert)
- Wie lang sind Reaktions- und Behebungszeit? (getrennt angegeben, mit Servicezeiten)
- Ist die Bereinigung nach einem Hack enthalten? (ja, oder zum Festpreis)
- Was ist nicht enthalten? (schriftliche Liste)
- Gibt es einen AVV mit Liste der Unterauftragnehmer? (ja)
- Bekommt der Dienstleister ein eigenes Konto mit Zwei-Faktor-Schutz? (ja, nicht das Admin-Passwort)
- Wie hoch ist die Haftung, gibt es eine Versicherung? (vertragstypischer Schaden, Nachweis)
- Was bekomme ich am Vertragsende? (Zugänge, Backup, Code, Dokumentation, Nutzungsrechte)
- Wer vertritt bei Krankheit oder Urlaub? (eine benannte Person)
Ein Warnsignal ist jede Antwort im Stil von „läuft automatisch“, „nach Aufwand“ oder „klären wir dann“.
Vertragsende und Wechsel des Dienstleisters
Den Ausstieg regelt man am besten vor der Unterschrift. Am Ende des WordPress-Wartungsvertrags muss der Dienstleister herausgeben: alle Zugänge, ein frisches Komplett-Backup, Lizenzschlüssel (sofern übertragbar), Dokumentation, das Child-Theme und eigenen Code. Für individuelle Anpassungen braucht der Betrieb Nutzungs- und Bearbeitungsrechte nach § 31 Urhebergesetz. Fehlen sie, darf ein Nachfolger den Code streng genommen nicht weiterentwickeln.
Beim Wechsel zählt die Reihenfolge. Zuerst prüfen, ob Domain, Hosting und Lizenzen dem Betrieb gehören. Dann das übergebene Backup testweise einspielen, nicht nur entgegennehmen. Am Tag der Übergabe die Konten des alten Dienstleisters entziehen, Passwörter und die Sicherheitsschlüssel in der wp-config.php erneuern, Monitoring-Alarme umstellen und eine schriftliche Bestätigung verlangen, dass lokale Datenkopien gelöscht sind. Wie Rollen und Zugänge sauber vergeben werden, steht im Ratgeber zur WordPress-Absicherung, auf den weiter oben verwiesen ist.
Bei Mietmodellen, in denen Website und Wartung zusammen pro Monat bezahlt werden, gehört die Seite meist nicht dem Betrieb. Beim Ausstieg bleiben dann oft nur Texte und Bilder. Wer so ein Modell wählt, sollte vorab klären, wem die Domain gehört und was er beim Ende bekommt.
Häufige Fragen zum WordPress-Wartungsvertrag
Vor der Unterschrift unter einen Wartungsvertrag sollten diese Fragen geklärt sein.
Reichen automatische Updates nicht aus?
Für eine kleine Seite mit wenigen, einfachen Plugins können sie genügen, wenn jemand regelmäßig prüft, ob Formular und Menü noch funktionieren. Der eingebaute Rollback erkennt nur fatale Fehler auf der Startseite. Bei Shops und Page Buildern reicht das nicht.
Wie viel sollte ein WordPress-Wartungsvertrag kosten?
Für eine kleine Firmenseite mit menschlicher Prüfung nach Updates und getesteten Backups liegt der Preis meist um 70 bis 80 Euro netto im Monat. Unter 50 Euro ist in der Regel nur Automatik enthalten. Shops mit Notfallhilfe und festen Reaktionszeiten beginnen um 150 Euro.
Haftet der Dienstleister, wenn die Seite gehackt wird?
Nur, wenn er eine vereinbarte Pflicht verletzt hat, zum Beispiel Updates im festen Takt, und der Hack darauf beruht. Ohne Update-Protokoll ist das kaum zu beweisen. Pauschale Haftungsausschlüsse in AGB sind oft unwirksam, eine eigene Datensicherung bleibt trotzdem Pflicht des Betriebs.
Brauche ich für die Website-Wartung einen AVV?
In aller Regel ja. Wer mit Admin-Rechten wartet, kann auf Formulareingänge und Kundendaten zugreifen. Die Datenschutzaufsicht wertet das als Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO.
Die meisten Angebote vergleicht man nach dem Monatspreis, und genau das führt in die Irre. Zwei Pakete zu 39 Euro können völlig verschiedene Dinge sein: das eine prüft nach jedem Update das Kontaktformular, das andere verschickt nur ein automatisches PDF. Wer vor der Unterschrift die Prüffragen oben stellt und die Antworten schriftlich in den WordPress-Wartungsvertrag übernehmen lässt, merkt meist schon im Gespräch, welches Paket er vor sich hat. Und wer die Frage „Wer stellt wieder her?“ nicht beantwortet bekommt, sollte die Seite lieber jetzt selbst sichern, bevor er irgendetwas unterschreibt.
WordPress Updates Backup Webmaster
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