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Kindersicherung: So schützen Sie Ihr Kind im Netz

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Handy, Tablet, Konsole: Kinder sind früh online, oft schon in der Grundschule. Welche Schutzeinstellungen wirklich helfen, wie viel Bildschirmzeit sinnvoll ist und warum Reden mehr bringt als reines Sperren.

Das erste eigene Handy kommt heute im Schnitt mit achteinhalb Jahren, und schon Grundschulkinder sind täglich online. Für Eltern stellt sich damit früh die Frage nach der passenden Kindersicherung, um ihr Kind zu schützen, ohne es von allem abzuschneiden. Die gute Nachricht: Für jedes Gerät gibt es kostenlose Schutzfunktionen, und sie sind in einer halben Stunde eingerichtet. Zuerst lohnt ein Blick darauf, wie früh und wie viel Kinder heute wirklich online sind.

Wie früh Kinder heute online sind

Rund die Hälfte der Sechs- bis Dreizehnjährigen besitzt ein eigenes Smartphone, bei den Zwölf- und Dreizehnjährigen sind es sogar fast alle. Kinder in dieser Altersgruppe sind an einem normalen Werktag im Schnitt etwa eine Dreiviertelstunde im Netz, Jugendliche kommen laut aktueller Erhebung auf fast vier Stunden Bildschirmzeit am Handy. Bemerkenswert ist auch, dass Netflix bei Kindern inzwischen beliebter ist als die klassischen Kindersender. Interessant ist dabei vor allem eine Zahl aus der Elternbefragung: Nur eine Minderheit der Familien nutzt überhaupt eine der eingebauten Schutzfunktionen.

Bevor wir zu diesen Funktionen kommen, lohnt sich der nüchterne Blick darauf, wovor sie eigentlich schützen sollen.

Diese Risiken sollten Eltern kennen

Die Gefahren im Netz sind vielfältig, aber überschaubar, wenn man sie kennt. Diese Punkte sind für Eltern am wichtigsten:

Gerade beim letzten Punkt fragen sich viele Eltern, wo eigentlich die Grenze liegt.

Wie viel Bildschirmzeit ist in Ordnung

Eine feste Minutenzahl für alle gibt es nicht, aber es gibt gute Orientierungswerte der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Diese Grafik zeigt sie im Überblick:

Wie viel Bildschirmzeit pro Tag?Orientierungswerte nach Alter · keine starren Regeln, Ausnahmen sind erlaubtkeine0 bis 3 Jahre30 Minuten3 bis 6 Jahre45 bis 60 Min.6 bis 10 JahreWochenbudgetab 10 JahrenBis 6 Jahre gilt: nur gemeinsam nutzen. Ab 10 Jahren ist ein Budget für die ganze Woche sinnvoller als eine Tagesgrenze.

Wichtiger als das genaue Zeitfenster ist ohnehin die Frage, was das Kind stattdessen tut und ob der Rest des Alltags stimmt. Diese Übersicht ordnet die Werte nach Alter ein:

AlterEmpfehlungWorauf es ankommt
0 bis 3 Jahrekeine Bildschirmmedienechte Erfahrungen und Spielen gehen vor
3 bis 6 Jahreetwa 30 Minuten täglichnur gemeinsam nutzen, keine Geräte im Kinderzimmer
6 bis 10 Jahreetwa 45 bis 60 Minuten täglichfeste Zeiten, kindgerechte Angebote auswählen
ab 10 JahrenBudget für die ganze WocheKind lernt, sich die Zeit selbst einzuteilen

Damit sich solche Absprachen auch halten lassen, helfen die eingebauten Schutzfunktionen der Geräte.

Die Schutzwerkzeuge für jedes Gerät

Fast jeder Hersteller liefert eine kostenlose Kindersicherung mit, man muss sie nur aktivieren. Diese Übersicht zeigt, was wo möglich ist:

GerätWerkzeugDas lässt sich einstellen
iPhone und iPadBildschirmzeitZeitlimits, Inhaltsfilter, Käufe sperren, Auszeiten
Android-HandyGoogle Family LinkTageslimit, App-Freigabe, Schlafenszeit, Standort
Windows-PCMicrosoft Family SafetyBildschirmzeit, Webfilter, Ausgaben begrenzen
SpielkonsolenEltern-App des HerstellersSpielzeit, Altersfreigaben, Chat, Ausgabenlimit
RouterZugangsprofile, etwa in der FritzBoxZeitbudget, Nachtsperre, Filterlisten für alle Geräte

Am häufigsten geht es dabei um das erste eigene Smartphone, deshalb hier die Einrichtung Schritt für Schritt.

Das Kinder-Handy sicher einrichten

Bevor Sie das Gerät übergeben, sollten Sie es einmal in Ruhe vorbereiten. Gehen Sie dabei in dieser Reihenfolge vor:

  1. Kinderkonto anlegen. Richten Sie ein eigenes Kinderkonto ein, kein Erwachsenenkonto mit falschem Geburtsdatum.
  2. Kindersicherung aktivieren. Verbinden Sie das Gerät mit Family Link oder richten Sie die Bildschirmzeit ein.
  3. Eigenen Code vergeben. Sichern Sie die Einstellungen mit einem Code, den nur Sie kennen.
  4. Zeiten festlegen. Setzen Sie ein Tageslimit und eine Schlafenszeit, an Schultagen kürzer als am Wochenende.
  5. Käufe sperren. Deaktivieren Sie Zusatzkäufe und lassen Sie sich neue Apps zur Freigabe schicken.
  6. Inhaltsfilter setzen. Beschränken Sie Webseiten und Apps auf altersgerechte Inhalte.
  7. Regeln besprechen. Erklären Sie Ihrem Kind, was Sie eingestellt haben und warum.

Ähnlich schnell ist die Konsole abgesichert, die in vielen Familien mindestens genauso oft läuft.

Spielkonsole und Fernseher absichern

Für PlayStation, Xbox und Nintendo Switch gibt es jeweils eine kostenlose App für das Elternhandy. Damit legen Sie die tägliche Spielzeit fest, beschränken Spiele auf passende Altersfreigaben, schalten den Chat mit Fremden ab und setzen ein Ausgabenlimit. Wichtig ist dabei ein Detail, das viele übersehen: Prüfen Sie, ob auf der Konsole noch ein ungesichertes Gastprofil existiert, denn darüber lassen sich alle Sperren umgehen. Beim Fernseher und bei Streamingdiensten richten Sie ein Kinderprofil ein und sichern die Erwachsenenprofile mit einer PIN. Noch umfassender wird der Schutz, wenn Sie ihn eine Ebene höher ansetzen.

Kindersicherung im Router einrichten

Der Router ist die Schaltzentrale des Heimnetzes, und dort lassen sich Regeln für alle Geräte auf einmal festlegen. In einer FritzBox etwa legen Sie unter den Filtereinstellungen ein eigenes Zugangsprofil für Ihr Kind an, weisen ihm dessen Geräte zu und vergeben ein Zeitbudget oder feste Zeitfenster samt Nachtsperre. Zwei Dinge sollten Sie dabei beachten: Neue Geräte landen automatisch im Standardprofil, das Sie deshalb ebenfalls einschränken sollten. Und das mobile Datenvolumen des Handys läuft nicht über den Router, dort brauchen Sie zusätzlich die Sperre auf dem Gerät selbst. Ein Bereich verdient noch besondere Aufmerksamkeit, weil er richtig teuer werden kann.

Kostenfallen wirksam verhindern

Zusatzkäufe in Spielen sind darauf ausgelegt, zum schnellen Klicken zu verleiten. Mit diesen Maßnahmen bleibt das Konto geschützt:

Damit Sie beim Aussuchen von Spielen und Filmen die richtige Wahl treffen, hilft ein Blick auf die Alterskennzeichen.

Altersfreigaben richtig verstehen

Die bunten Zeichen auf Verpackungen sind eine gute erste Orientierung, aber sie sagen nicht alles. Diese Übersicht ordnet sie ein:

KennzeichenGilt fürBedeutung
USKSpiele in Deutschlandrechtlich verbindlich, seit Kurzem auch mit Blick auf Chats und Käufe
FSKFilme in Deutschlandrechtlich verbindlich, von 0 bis 18 Jahren
PEGISpiele in Europain Deutschland nur eine Empfehlung, im Zweifel gilt die USK

Wichtig zu wissen: Eine Freigabe ab zwölf Jahren bedeutet nur, dass ein Inhalt nicht schädlich ist, nicht dass er für jedes Kind dieses Alters passt. Und genau hier stößt jede Technik an ihre Grenze.

Warum Reden wichtiger ist als Sperren

Filter und Zeitlimits sind ein Gerüst, kein Schutzschild. Kinder finden Wege daran vorbei, spätestens auf dem Gerät eines Freundes. Entscheidend ist deshalb, dass Ihr Kind ohne Angst vor Ärger zu Ihnen kommen kann, wenn ihm online etwas Unangenehmes begegnet. Lassen Sie sich zeigen, was Ihr Kind spielt und schaut, und vereinbaren Sie Regeln gemeinsam, statt sie nur zu verordnen. Dafür gibt es sogar einen kostenlosen Mediennutzungsvertrag zum Ausfüllen. Bewährt haben sich außerdem medienfreie Zonen wie der Esstisch und das Schlafzimmer. Für den Fall, dass doch einmal etwas passiert, sollten Sie die wichtigsten Anlaufstellen kennen.

Warnzeichen und wo Eltern Hilfe finden

Manche Veränderungen sollten Sie aufmerksam machen: wenn Ihr Kind sich plötzlich zurückzieht, nach dem Blick aufs Handy bedrückt wirkt, Chats auffällig geheim hält oder von Geschenken eines neuen Online-Bekannten erzählt. Sprechen Sie es dann ruhig darauf an und machen Sie deutlich, dass es keine Schuld trifft. Bei Mobbing sichern Sie die Nachrichten per Bildschirmfoto, blockieren den Absender und melden den Vorfall der Plattform. Kostenlose Beratung gibt es beim Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111 und für Eltern unter 0800 111 0 550. Ausführliche Materialien und Anleitungen bietet die Initiative klicksafe:

klicksafe: Materialien und Tipps für Eltern

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Bei der Kindersicherung passieren immer wieder dieselben Fehler. Mit diesem Wissen umgehen Sie sie:

Unterm Strich ist der beste Schutz eine Mischung aus guten Einstellungen und offenen Gesprächen.

Jetzt sind Sie dran

Wie regeln Sie die Mediennutzung bei Ihren Kindern, mit festen Zeiten oder eher nach Absprache? Und welche Kindersicherung hat sich bei Ihnen bewährt? Teilen Sie Ihre Erfahrung in den Kommentaren. So profitieren auch andere Eltern von Ihren Tipps.

Häufige Fragen von Eltern

Ab welchem Alter ist ein eigenes Smartphone sinnvoll?

Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Im Schnitt bekommen Kinder ihr erstes Handy mit achteinhalb Jahren, oft zum Schulwechsel. Entscheidend ist weniger das Alter als die Frage, ob Ihr Kind Regeln einhalten kann und ob Sie die Nutzung anfangs begleiten.

Was kostet eine Kindersicherung?

In aller Regel nichts. Apple, Google, Microsoft und die Konsolenhersteller liefern ihre Schutzfunktionen kostenlos mit, auch die Kindersicherung im Router ist bereits enthalten. Kostenpflichtige Zusatzprogramme sind für die meisten Familien nicht nötig.

Kann mein Kind die Kindersicherung umgehen?

Möglich ist das, etwa über das Gerät einer Freundin, ein Gastprofil auf der Konsole oder das mobile Datenvolumen statt des WLANs. Deshalb sind Gespräche und gemeinsame Regeln genauso wichtig wie die Technik.



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