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Öffentliches WLAN: So surfen Sie unterwegs sicher

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Kostenloses WLAN in Café, Hotel und Bahn ist praktisch, gilt aber als gefährlich. Was davon heute noch stimmt, wann ein VPN wirklich hilft und mit welchen Einstellungen Sie unterwegs auf der sicheren Seite sind.

Blonde Frau im Kleid nutzt im Café sicher das öffentliche WLAN auf ihrem Smartphone, Symbol für sicheres Surfen in offenen Netzen unterwegs.

Ob im Café, am Flughafen oder im Hotel: Kostenloses WLAN ist überall und spart das eigene Datenvolumen. Gleichzeitig hört man ständig, wie gefährlich offene Netze seien. Was ist dran, und was ist übertriebene Panik? Die Wahrheit liegt dazwischen, und der Umgang damit ist einfacher, als viele denken. Zuerst lohnt der ehrliche Blick darauf, wie riskant offene Netze heute wirklich sind.

Wie gefährlich offene Netze heute wirklich sind

Früher konnte im offenen WLAN tatsächlich fast jeder mitlesen, was andere so trieben. Das hat sich grundlegend geändert. Heute sind fast alle Webseiten verschlüsselt, rund 95 bis 99 Prozent aller Seitenaufrufe laufen über das gesicherte https, erkennbar am kleinen Schloss in der Adresszeile. Ihre Passwörter und Eingaben sind dadurch schon geschützt, bevor ein VPN überhaupt ins Spiel kommt. Das klassische Mitschneiden von Daten ist damit weitgehend Geschichte. Trotzdem bleiben einige reale Gefahren, die Sie kennen sollten.

Was Sie bedenkenlos tun können und was nicht

Solange eine Verbindung verschlüsselt ist, sind viele Tätigkeiten im offenen WLAN unbedenklich. Bei besonders sensiblen Dingen ist dagegen Vorsicht angebracht. Diese Übersicht gibt eine Orientierung:

Eher unbedenklichBesser vermeiden
Nachrichten und News lesenOnline-Banking und Überweisungen
Surfen auf verschlüsselten SeitenEinkäufe mit Eingabe von Kartendaten
Videos und Musik streamenAnmeldung bei wichtigen Konten
Routen und Karten abrufensensible Dokumente hochladen

Die größte Gefahr in offenen Netzen hat dabei nichts mit Technik-Zauberei zu tun, sondern mit einer erstaunlich simplen Täuschung.

Die echte Gefahr: der gefälschte Hotspot

Die wichtigste Gefahr in offenen Netzen ist der gefälschte Zugangspunkt, auch böser Zwilling genannt. Dabei stellt ein Angreifer ein eigenes WLAN mit einem vertrauenswürdig klingenden Namen auf, etwa Flughafen Gratis WLAN. Wer sich damit verbindet, schickt seinen gesamten Verkehr über das Gerät des Angreifers. Besonders perfide sind gefälschte Anmeldeseiten, die nach dem Verbinden auftauchen und Kreditkartendaten oder ein Passwort verlangen. Das folgende Schaubild zeigt den Unterschied zwischen einem solchen gefälschten Zugang und der sicheren Alternative über die mobilen Daten:

Gefälschter Hotspot und die sichere AlternativeBeim bösen Zwilling läuft Ihr gesamter Verkehr über den AngreiferGefahrIhr GerätGefälschter HotspotAngreifer liest mitInternetSicherIhr GerätMobile Dateneigener HotspotInternet

Damit Sie einen gefälschten Zugang gar nicht erst nutzen, hilft ein Blick auf die typischen Warnzeichen.

Woran Sie einen gefälschten Hotspot erkennen

Ein gefälschtes Netz gibt sich oft durch Kleinigkeiten zu erkennen. Bei diesen Anzeichen sollten Sie misstrauisch werden:

Ein Werkzeug wird als Rundumschutz für unterwegs besonders oft beworben. Zeit für eine nüchterne Einordnung.

Wann ein VPN wirklich hilft

Ein VPN leitet Ihren gesamten Datenverkehr verschlüsselt über einen eigenen Server und verbirgt ihn so vor dem lokalen Netz. In einem unsicheren WLAN kann das eine sinnvolle zusätzliche Schutzschicht sein. Allerdings übertreibt die Werbung vieler Anbieter die Gefahr massiv, um Abos zu verkaufen, denn gegen die häufigsten Bedrohungen hilft ein VPN gar nicht. Forschende der Ruhr-Universität Bochum werteten 78 VPN-Anbieter aus und kritisierten, dass viele mit übertriebenen Angstbotschaften werben. Diese Übersicht trennt Nutzen von Marketing:

BedrohungSchützt ein VPN?
Mitlesen im lokalen NetzJa, der Verkehr wird zusätzlich verschlüsselt
Phishing und gefälschte SeitenNein, davor schützt nur Aufmerksamkeit
SchadsoftwareNein, dafür braucht es aktuelle Software
Tracking durch Ihre KontenNein, eingeloggt bleiben Sie erkennbar

Wichtig ist außerdem: Ein kostenloses VPN finanziert sich oft durch den Verkauf Ihrer Daten und ist damit Teil des Problems statt der Lösung. Häufig gibt es ohnehin eine einfachere und sichere Alternative.

Die einfachste Alternative: der eigene Hotspot

Für alles Sensible wie das Online-Banking müssen Sie gar kein fremdes WLAN nutzen. Am sichersten ist es, das öffentliche Netz zu meiden und stattdessen die mobilen Daten Ihres Smartphones zu verwenden. Über die Hotspot-Funktion können Sie sogar Ihren Laptop damit ins Internet bringen. Da Roaming in Europa ohne Aufpreis funktioniert und die Datenmengen der Tarife gewachsen sind, ist das heute meist problemlos möglich. Wenn Sie ein offenes Netz nutzen, sorgen die richtigen Einstellungen für zusätzliche Sicherheit.

Die wichtigsten Einstellungen am Smartphone

Mit wenigen Handgriffen machen Sie Ihr Handy in fremden Netzen deutlich sicherer. Diese Einstellungen sollten Sie prüfen:

  1. Automatische Verbindung ausschalten. Verhindern Sie, dass sich Ihr Gerät ungefragt mit offenen Netzen verbindet.
  2. Netze vergessen. Löschen Sie öffentliche Netze nach der Nutzung aus der Liste der gespeicherten WLANs.
  3. WLAN und Bluetooth aus. Schalten Sie beides ab, wenn Sie es unterwegs nicht brauchen.
  4. Freigaben deaktivieren. Schalten Sie Datei- und Fotofreigaben wie AirDrop aus, damit niemand im selben Netz zugreift.
  5. Zwei-Faktor-Schutz nutzen. So bleibt Ihr Konto sicher, selbst wenn ein Passwort abgegriffen wird.
  6. Zufällige Gerätekennung aktivieren. Moderne Handys nutzen je Netz eine zufällige MAC-Adresse, das erschwert die Wiedererkennung.

Auch am Laptop gibt es ein paar Stellschrauben, die Sie unbedingt beachten sollten.

Die richtigen Einstellungen am Laptop

Ein Laptop verrät im fremden Netz schnell mehr als nötig. Mit diesen Einstellungen schließen Sie die wichtigsten Lücken. Wählen Sie bei Windows beim Verbinden immer das Profil Öffentliches Netzwerk, denn dann sind Freigaben automatisch gesperrt. Stellen Sie sicher, dass die Firewall aktiv ist, und schalten Sie die Datei- und Druckerfreigabe ab. Bei einem Mac aktivieren Sie ebenfalls die Firewall und deaktivieren die Freigaben in den Einstellungen. Halten Sie zudem das Betriebssystem stets aktuell. Bei aller Technik lauern zum Schluss noch einige typische Fehler, die Sie leicht vermeiden.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Rund um öffentliches WLAN passieren immer wieder dieselben Fehler. Mit diesem Wissen surfen Sie entspannter:

Unterm Strich ist sicheres Surfen unterwegs vor allem eine Frage weniger guter Gewohnheiten. Eine neutrale Anlaufstelle mit weiteren Tipps ist das BSI:

BSI: Sicherheitstipps für privates und öffentliches WLAN

Jetzt sind Sie dran

Nutzen Sie unterwegs bedenkenlos jedes offene WLAN, oder sind Sie eher vorsichtig? Haben Sie vielleicht schon einmal einen verdächtigen Hotspot bemerkt? Teilen Sie Ihre Erfahrung in den Kommentaren. So profitieren auch andere von Ihren Tipps für sicheres Surfen unterwegs.



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