Bremer24 Logo

Smart-Home absichern: So sperren Sie Hacker aus

Sie befinden sich: Home > News Archiv > Internet > Smart-Home absichern...

Kameras, Sprachassistenten, Saugroboter: Smarte Geräte sind praktisch, aber oft ein offenes Tor ins Zuhause. Wie Sie Ihr Smart-Home in wenigen Schritten vor Fremdzugriff schützen und welche Datenschutz-Schalter kaum jemand kennt.

Blonde Frau im Kleid steuert lächelnd ihr Smart-Home per App, umgeben von Lautsprecher, Kamera und Saugroboter, Symbol für ein sicheres Zuhause.

Smarte Geräte ziehen in immer mehr Wohnungen ein, fast jeder Zweite nutzt inzwischen mindestens eines. Doch jede vernetzte Kamera, jeder Lautsprecher und jeder Saugroboter ist auch ein mögliches Einfallstor. Wird so ein Gerät gekapert, schauen Fremde mit oder nutzen es für Angriffe im Netz. Wie real diese Gefahr ist, zeigt der erste Blick. Wer sein Smart-Home absichern will, sollte die folgenden Schritte kennen.

Warum smarte Geräte ein Risiko sind

Es gibt zahlreiche dokumentierte Fälle, in denen Unbekannte über gehackte Babyphones mit Kindern sprachen, fremde Kameras fernsteuerten oder Saugroboter durch die Wohnung jagten und über deren Lautsprecher Beschimpfungen brüllten. Hinzu kommt eine stille Gefahr: Schlecht gesicherte Geräte werden zu riesigen Netzwerken zusammengeschlossen und für Angriffe missbraucht, oft ohne dass der Besitzer etwas merkt. Ein neu angeschlossenes, ungeschütztes Gerät wird oft schon nach wenigen Minuten attackiert.

Die gute Nachricht: Mit ein paar gezielten Schritten können Sie Ihr Smart-Home absichern und es Angreifern sehr schwer machen. Der wirksamste davon wird fast immer übersehen.

Der beste Schutz: ein getrenntes Netz

Die meisten hängen alle Geräte ins selbe WLAN, vom Laptop über das Smartphone bis zur smarten Steckdose. Genau das ist das Problem. Richten Sie stattdessen für Ihre smarten Geräte ein eigenes Netz ein, am einfachsten über die Gäste-WLAN-Funktion Ihres Routers. Wird dann eine Kamera gekapert, sitzt der Angreifer in einem abgetrennten Bereich und kommt nicht an Ihren Computer, Ihre Festplatten oder Ihr Handy.

Das ist in wenigen Minuten eingerichtet und der größte einzelne Sicherheitsgewinn. Daneben gibt es weitere Stellschrauben, die Sie kennen sollten.

Smart-Home absichern: Diese Schutzmaßnahmen gehören dazu

Neben dem getrennten Netz sorgen ein paar Grundregeln dafür, dass Sie Ihr Smart-Home absichern. Diese Punkte sollten Sie abarbeiten:

Bei einem neuen Gerät richten Sie diese Punkte am besten gleich bei der Einrichtung ein, der Reihe nach.

So richten Sie ein neues Gerät sicher ein

Schon bei der Ersteinrichtung legen Sie den Grundstein für ein sicheres Gerät. Gehen Sie dabei in dieser Reihenfolge vor:

  1. Ins getrennte Netz einbuchen. Verbinden Sie das Gerät von Anfang an mit dem Gäste-WLAN, nicht mit dem Hauptnetz.
  2. Passwort ändern. Ersetzen Sie das Werkspasswort sofort durch ein eigenes, starkes Passwort.
  3. Update einspielen. Bringen Sie die Software auf den neuesten Stand und aktivieren Sie automatische Updates.
  4. Zwei-Faktor-Schutz aktivieren. Schalten Sie ihn in der zugehörigen App ein, wo immer es geht.
  5. Berechtigungen prüfen. Entziehen Sie dem Gerät alles, was es nicht braucht, etwa Standort oder Mikrofon.

Manche Geräte bringen darüber hinaus ganz eigene Risiken mit, die je nach Typ unterschiedlich aussehen.

Die typischen Geräte und ihre Schwächen

Jedes smarte Gerät hat seine eigene Schwachstelle, und damit auch seine eigene wichtigste Schutzmaßnahme. Diese Übersicht hilft beim Einordnen:

GerätHauptrisikoWichtigster Schutz
WLAN-KameraFremder Zugriff auf das Live-Bildstarkes Passwort, getrenntes Netz, kein Fernzugriff übers Internet
BabyphoneFremde sehen und sprechen mit dem Kindeigenes Gerätepasswort, Updates, sichere Übertragung
SprachassistentMitschnitte und Auswertung in der CloudMikrofon stumm, Sprachverlauf löschen
SaugroboterWohnungsgrundriss und Kamera in der CloudKamera nur bei Bedarf, getrenntes Netz
Smart-TVheimliches Mitlesen des SehverhaltensTracking-Funktion abschalten

Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit, weil ihn fast niemand auf dem Schirm hat: der Datenschutz.

Die Datenschutz-Schalter, die kaum jemand kennt

Viele smarte Geräte sammeln im Hintergrund weit mehr Daten als nötig. Mit wenigen Einstellungen drehen Sie das ab. Diese Schalter lohnen sich besonders:

GerätWas Sie einstellen sollten
SprachassistentSpeichern der Aufnahmen abschalten und die Auswertung zur Produktverbesserung deaktivieren
Smart-TVdie automatische Inhaltserkennung ausschalten, oft Viewing Information oder Live Plus genannt
Saugroboterdie Live-Kamera deaktivieren und den Serverstandort in der Datenschutzerklärung prüfen
Kamera und TürklingelAufnahmen möglichst lokal statt in der Cloud speichern

Trotz aller Vorsorge kann ein Gerät einmal in falsche Hände geraten. Dann ist schnelles Handeln gefragt.

Woran Sie einen Hack erkennen

Einige Anzeichen deuten darauf hin, dass ein Gerät gekapert wurde. Werden Sie hellhörig, wenn sich eine Kamera ohne Ihr Zutun bewegt, fremde Geräusche aus Lautsprecher oder Babyphone kommen, ein Gerät sich seltsam verhält oder unbekannte Geräte in der Liste Ihres Routers auftauchen. Trennen Sie das betroffene Gerät dann sofort vom Netz, ändern Sie die Passwörter, spielen Sie ein Update ein und setzen Sie es auf Werkseinstellungen zurück. Eine neutrale Anlaufstelle mit weiteren Tipps zur sicheren Einrichtung ist das BSI:

BSI: Smart-Home sicher einrichten

Jetzt sind Sie dran

Wie viele smarte Geräte stehen bei Ihnen zu Hause, und haben Sie schon ein getrenntes Netz dafür eingerichtet? Oder hatten Sie sogar schon einmal einen verdächtigen Vorfall? Teilen Sie Ihre Erfahrung in den Kommentaren. So profitieren auch andere von Ihren Tipps für ein sicheres Zuhause.

Nicht nur smarte Geräte sammeln fleißig Daten. Was Auskunfteien und Werbefirmen über Sie wissen und wie Sie das Werbe-Tracking abschalten, erklären wir hier.

Sichere Passwörter sind nicht nur bei smarten Geräten wichtig. Wie Sie für alle Ihre Konten starke Passwörter erstellen und verwalten, erklären wir hier.

Wie sichern Sie Ihr Smart-Home gegen Hacker ab? Jetzt Ihre Erfahrungen teilen



saugroboter schalter schritten smarte geräte wenigen

Kommentar schreiben

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Ihr Kommentar wird nach Pruefung veroeffentlicht.

Pflichtfelder


Neusten News in der Kategorie "Internet"

• Geklonte Stimmen: So schützen Sie sich vor KI-Betrug
Ein Anruf, die Stimme klingt wie Ihre Tochter, in Panik, sie braucht s...
• Öffentliches WLAN: So surfen Sie unterwegs sicher
Kostenloses WLAN in Café, Hotel und Bahn ist praktisch, gilt aber als ...
• Sichere Passwörter: So schützen Sie Ihre Konten
Ein Passwort für alles, kurz und leicht zu merken: Genau darauf warten...
• Ihre Daten zurückholen: Was Firmen über Sie wissen
Auskunfteien, Adresshändler, Werbe-Tracker: Über fast jeden kursieren ...
• Passkeys einrichten: Anmelden ganz ohne Passwort
Schwache Passwörter und gefälschte Login-Seiten sind das Einfallstor N...
• Daten sichern: So schützen Sie Ihre Erinnerungen
Ein kaputtes Handy, ein Verschlüsselungstrojaner, ein gelöschtes Konto...
• Fake-Shops erkennen: So schützen Sie Ihr Geld
Ein Schnäppchen, das es nirgends sonst gibt, eine schicke Seite, und a...
• Digitaler Nachlass: Das passiert mit Ihren Konten
E-Mail, Social Media, Online-Banking, Streaming: Was wird daraus, wenn...
• Glasfaser-Hausanschluss: Jetzt gratis oder später teuer
Solange die Bagger in der Straße sind, ist der Glasfaser-Hausanschluss...
• Streaming-Abos sparen: So holen Sie 400 Euro zurück
Netflix, Disney+, ein Sport-Abo und dazu Musik: Schnell sind 60 Euro i...