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Heizungsgesetz 2026: Was gilt jetzt wirklich für Sie?

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Muss die Gasheizung raus? Das Heizungsgesetz verunsichert viele. Was heute gilt, was die Reform ändern soll, welche Heizung sich lohnt und wie viel Förderung Sie bekommen.

Frau zeigt auf einen modernen Heizkörper mit Thermostat, Schriftzug Heizungsgesetz 2026

Kaum ein Gesetz hat Hausbesitzer in den letzten Jahren so verunsichert wie das sogenannte Heizungsgesetz. Muss die Gasheizung raus? Ist bald nur noch die Wärmepumpe erlaubt? Und was ändert die neue Regierung daran? Die Lage ist unübersichtlich, weil gerade geltendes Recht und eine geplante Reform nebeneinanderstehen. Dieser Ratgeber zum Heizungsgesetz 2026 sortiert das für Sie: Was gilt heute wirklich, was ist nur geplant, welche Heizung lohnt sich und wie viel Förderung bekommen Sie. Klar getrennt nach dem, was sicher ist, und dem, was noch offen ist.

Was das Heizungsgesetz 2026 vorschreibt

Das Heizungsgesetz ist kein eigenes Gesetz, sondern der Kern des Gebäudeenergiegesetzes, kurz GEG. Seit Anfang 2024 gilt darin die vieldiskutierte Regel, dass jede neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie laufen muss. Wichtig ist aber: Diese Pflicht greift nicht überall sofort, sondern hängt davon ab, wo Sie wohnen und ob Ihre Stadt schon eine Wärmeplanung vorgelegt hat.

Gebäude und LageAb wann die 65-Prozent-Regel gilt
Neubau im Neubaugebietseit Januar 2024, also sofort
Bestand und Baulücke, Stadt über 100.000 Einwohnernach dem 31. Oktober 2026
Bestand und Baulücke, kleinere Gemeindenach dem 30. Juni 2028
Vorzeitig bei kommunaler Gebietsausweisungeinen Monat nach Bekanntgabe

Für die meisten Bestandsgebäude ist die Pflicht also noch gar nicht scharf. In Großstädten wurde die Frist zuletzt sogar von Mitte auf den 1. November 2026 verschoben. Und für alle, deren Heizung noch läuft, gilt ohnehin: Sie darf weiterlaufen. Damit sind wir beim Punkt, der gerade für die größte Verwirrung sorgt, nämlich der geplanten Reform.

Was sich mit der Reform ändern soll

Die neue Bundesregierung will das Heizungsgesetz umbauen und in ein Gebäudemodernisierungsgesetz überführen. Ende Februar 2026 hat sie dazu Eckpunkte vorgelegt, im Mai folgte der Kabinettsbeschluss. Entscheidend ist jedoch: Das ist bisher nur ein Entwurf und noch nicht beschlossen. Die folgende Übersicht zeigt, was heute gilt und was sich ändern soll.

ThemaGeltendes Recht (GEG)Geplante Reform (GMG, Entwurf)
65-Prozent-Pflichtgiltsoll wegfallen
Alte Öl- und GaskesselAustausch nach 30 JahrenAustauschpflicht soll entfallen
Neue Gas- oder Ölheizungnur mit Auflagensoll wieder erlaubt sein
Fossiles Heizen bis 2045vorgeschriebenEnddatum soll gestrichen werden
Bioanteil im Brennstoffab 2029 stufenweiseStufen ab 2029 bis 2040

Die Reform würde also vieles lockern, die 65-Prozent-Pflicht und die Austauschpflicht für alte Kessel sollen fallen, Öl- und Gasheizungen wieder uneingeschränkt erlaubt sein. Bis das Gesetz aber wirklich in Kraft tritt, voraussichtlich frühestens im November 2026, gilt weiter das bestehende Recht. Zudem laufen dazu noch Verfahren beim Bundesverfassungsgericht, deren Ausgang offen ist. Wer jetzt eine Entscheidung treffen muss, sollte sich deshalb nicht auf den Entwurf verlassen, sondern die tatsächliche Frage stellen: Welche Heizung passt zu meinem Haus?

Welche Heizung lohnt sich 2026?

Es gibt nicht die eine richtige Heizung, die Wahl hängt vom Gebäude, der Dämmung und dem eigenen Budget ab. Trotzdem lassen sich die Systeme gut vergleichen. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten gegenüber, mit groben Kosten und dem entscheidenden Betriebspreis je Kilowattstunde.

HeizsystemAnschaffung (ungefähr)Kosten je kWhFörderung
Luft-Wärmepumpe27.000–40.000 €rund 7 Centbis 70 %
Pelletheizung20.000–50.000 €rund 7 Centbis 70 % plus Zuschlag
Gas-Brennwert9.000–15.500 €rund 11 Centkeine
Fernwärme5.000–20.000 € Anschlussrund 14 CentAnschluss förderfähig
Öl-Brennwert12.000–16.000 €rund 14 Centkeine

Auffällig ist die Lücke bei den laufenden Kosten: Wärmepumpe und Pellets liegen bei rund 7 Cent je Kilowattstunde, Gas, Öl und Fernwärme deutlich darüber. Ein tiefer Blick auf die Betriebskosten der beliebtesten Variante findet sich im Ratgeber zur Wärmepumpe und ihre Stromkosten. Über die gesamte Lebensdauer von 20 Jahren spart eine Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung schnell 20.000 Euro und mehr, auch weil fossile Brennstoffe durch den steigenden CO2-Preis Jahr für Jahr teurer werden. Was die Anschaffung angeht, hilft allerdings eine großzügige Förderung.

Wie viel Förderung Sie bekommen

Der Staat trägt beim Heizungstausch einen erheblichen Teil der Kosten, und diese Förderung ist bis mindestens 2029 gesichert. Sie setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die sich kombinieren lassen.

FörderbausteinHöheVoraussetzung
Grundförderung30 %für jede förderfähige Heizung
Klimageschwindigkeitsbonus20 %Tausch einer alten fossilen Heizung
Einkommensbonus30 %Haushaltseinkommen bis 40.000 €
Effizienzbonus5 %Erdwärmepumpe oder natürliches Kältemittel
Höchstsatz70 %maximal 21.000 € im Einfamilienhaus

In der Summe sind so bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich, gedeckelt auf 21.000 Euro im Einfamilienhaus. Wichtig ist die Reihenfolge: Den Antrag müssen Sie stellen, bevor Sie den Handwerker beauftragen. Gefördert werden Wärmepumpe, Pellets, der Fernwärmeanschluss und Hybridlösungen, nicht aber reine Gas- oder Ölheizungen. Neben der Technik lohnt sich der Blick auf die hartnäckigen Irrtümer, die viele Eigentümer unnötig nervös machen.

Die größten Irrtümer zum Heizungsgesetz 2026

Rund um das Heizungsgesetz 2026 kursieren viele Halbwahrheiten. Diese vier hört man besonders oft, und alle vier sind falsch:

Hinter fast allen dieser Mythen steckt die Sorge vor einem sofortigen Zwang, der so nicht existiert. Eine berechtigte Frage bleibt aber: Was passiert eigentlich, wenn die alte Heizung mitten im Winter den Geist aufgibt?

Was gilt, wenn die Heizung kaputtgeht?

Gerade der Havariefall macht vielen Sorgen. Doch auch hier ist das Gesetz weit weniger streng als befürchtet. Es gilt ein klarer Reparaturvorrang, und selbst im Ernstfall bleibt Zeit.

Sie müssen also nicht von heute auf morgen eine neue Heizung kaufen, nur weil die alte streikt. Diese Gelassenheit hilft auch bei der grundsätzlichen Frage, wie man jetzt am besten vorgeht.

Was Eigentümer jetzt tun sollten

Aus all dem lässt sich eine klare Handlungslinie ableiten. Sie führt zwischen übereiltem Aktionismus und dem Warten auf ein noch unfertiges Gesetz hindurch.

Wer diese Schritte beherzigt, trifft eine ruhige und wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung, egal wie die Reform am Ende ausfällt. Auch Mieter sind übrigens betroffen, wenn auch anders als Eigentümer.

Was das für Mieter bedeutet

Mieter müssen keine Heizung kaufen, spüren die Regeln aber trotzdem. Tauscht der Vermieter die Heizung, darf er einen Teil der Kosten auf die Miete umlegen, allerdings gedeckelt, sodass die Miete pro Quadratmeter nur begrenzt steigen darf. Zugleich schützt eine Deckelung vor allzu großen Sprüngen.

Wichtiger im Alltag ist der CO2-Preis auf Gas und Öl, den sich Mieter und Vermieter je nach Zustand des Gebäudes teilen. Fehlt diese Aufteilung in der Abrechnung, dürfen Mieter kürzen. Wie sich die Heizkosten ganz ohne Sanierung senken lassen, zeigt der Ratgeber, wie Sie die Heizkosten ohne Sanierung senken. Und wer als Eigentümer die laufenden Kosten seiner Immobilie im Blick behält, sollte auch die Grundsteuer 2026 für Eigentümer nicht vergessen.

Das Wichtigste in Kürze

Beim Heizungsgesetz 2026 lohnt sich vor allem Ruhe. Es gilt weiterhin das GEG mit der 65-Prozent-Regel, deren Frist für Großstädte auf November 2026 verschoben wurde. Die angekündigte Lockerung durch das Gebäudemodernisierungsgesetz ist bislang nur ein Entwurf. Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen, eine pauschale Austauschpflicht gibt es nicht. Wer neu baut oder tauscht, fährt mit Wärmepumpe oder Pellets meist am günstigsten und bekommt bis zu 70 Prozent Förderung. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick, ersetzt aber keine Rechtsberatung.

Wie heizen Sie, und planen Sie einen Wechsel? Schreiben Sie in die Kommentare, für welches System Sie sich entschieden haben und welche Erfahrungen Sie mit der Förderung gemacht haben. Und falls Sie unsicher sind, ob Sie handeln müssen: Stellen Sie Ihre Frage gern unten, wir und die anderen Leser helfen weiter.



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