DFKI-Chef Dengel: KI wird die Gesellschaft umkrempeln
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Andreas Dengel leitet das DFKI in Kaiserslautern. Im SWR-Interview sagt er einen tiefen Umbruch voraus: KI verändert, wie wir reden, wie Nachrichten entstehen und wie sie bei uns ankommen. Klingt fern, passiert aber schon.Ein Forscher aus Kaiserslautern rechnet mit dem Umbruch
Andreas Dengel beobachtet künstliche Intelligenz seit über 30 Jahren. Er leitet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern, den größten DFKI-Standort in Deutschland. Im Gespräch mit dem SWR macht er klar, dass das hier kein Technik-Trend ist, der nach zwei Jahren wieder abebbt. Dengel spricht von einer Schockwelle, die durch die Gesellschaft läuft und sie von Grund auf verändert.
Das ist eine deutliche Ansage von jemandem, der die Branche von innen kennt.
Zuerst ändert sich das Reden und die Nachricht
Dengel setzt nicht beim Roboterarm an, sondern bei der Sprache. KI verschiebt, wie Menschen miteinander kommunizieren. Und sie greift in das ein, was wir täglich lesen, hören und sehen: Nachrichten.
Beides hängt zusammen. Wer Texte, Töne und Videos automatisch erzeugen kann, verändert, wie Journalismus entsteht. Wer Inhalte auf einzelne Leser zuschneidet, verändert, was bei diesen Lesern überhaupt ankommt.
Lokaljournalismus als Testfall
An genau dieser Stelle forscht Dengels Team. Am DFKI in Kaiserslautern läuft ein Projekt, das lokale Nachrichten mit KI aufbereitet und gezielt ausspielt, abgestimmt auf Interessen und Wohnort, teils in Leichter Sprache. Der Gedanke dahinter ist einfach: Lokaljournalismus erreicht junge Leute schlechter als früher. Wenn KI die Inhalte näher an den einzelnen Leser bringt, könnte sie diese Lücke schließen.
Das ist die optimistische Lesart. Die Kehrseite liegt auf der Hand.
Was die Sache schwierig macht
Personalisierung sortiert. Was der eine angezeigt bekommt, sieht der andere nie. Dieselbe Technik, die lokale Berichterstattung stärken kann, schiebt Menschen auch in immer engere Informationsblasen.
Dengels Antwort ist keine Vollbremsung. Er fordert, dass sich die Gesellschaft strategisch aufstellt: im internationalen Wettbewerb mithalten und gleichzeitig die sozialen Folgen aktiv steuern, statt ihnen hinterherzulaufen.
Warum das mehr ist als der nächste KI-Aufreger
Das Interessante an Dengels Sicht ist nicht die Warnung. Warnungen vor KI gibt es reichlich. Bemerkenswert ist, wo er den Umbruch verortet: nicht in der großen Maschinenübernahme, sondern in der unscheinbaren Nachricht auf dem Handy. Die eigentliche Machtfrage lautet, wer künftig steuert, welche Wirklichkeit bei welchem Leser landet.
Das vollständige Interview steht beim SWR: KI-Experte aus Kaiserslautern: KI wird unsere Gesellschaft grundlegend verändern.
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