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Stromfresser im Haushalt finden und Geld sparen

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Die Stromrechnung steigt und keiner weiß, woran es liegt? Die größten Stromfresser stecken meist in wenigen Geräten. So spüren Sie sie auf und sparen bares Geld.

Frau zeigt auf Steckdosenleiste mit Haushaltsgeräten, Schriftzug Stromfresser finden

Die Stromrechnung steigt, und niemand weiß so recht, woran es liegt. Dabei stecken die größten Kostentreiber meist in wenigen Geräten, die unauffällig vor sich hin laufen. Eine alte Heizungspumpe, ein Durchlauferhitzer, ein in die Jahre gekommener Kühlschrank oder das Heer der Geräte im Standby. Dieser Ratgeber zeigt, wo der Strom wirklich hinfließt, wie Sie die Stromfresser im Haushalt mit einfachen Mitteln aufspüren und welche Maßnahme am Ende echtes Geld spart. Gerechnet wird durchgehend mit rund 37 Cent pro Kilowattstunde, dem Durchschnittspreis von 2026.

Wohin der Strom im Haushalt fließt

Bevor Sie einzelne Geräte jagen, hilft der Blick aufs große Ganze. Eine aktuelle Untersuchung des Branchenverbands BDEW aus dem Mai 2026 hat in rund 8.500 Haushalten gemessen, wofür der Strom draufgeht. Das Ergebnis überrascht: Der größte Posten ist nicht die Küche, sondern Unterhaltung und Bürotechnik.

BereichVerbrauch pro JahrAnteilKosten pro Jahr
Unterhaltung, PC, Router, Konsolen712 kWh29 %rund 263 €
Waschen und Trocknen306 kWh13 %rund 113 €
Beleuchtung298 kWh12 %rund 110 €
Kühlen und Gefrieren247 kWh10 %rund 91 €
Kochen210 kWh9 %rund 78 €
Spülen188 kWh8 %rund 70 €

Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht demnach rund 2.400 Kilowattstunden im Jahr, knapp neun Prozent weniger als noch vor fünf Jahren. Das liegt vor allem an sparsameren Fernsehern und LED-Lampen. Doch dieser Schnitt verschiebt sich stark, sobald ein einziges Gerät ins Spiel kommt: der elektrische Durchlauferhitzer.

Die größten Einzelgeräte

Heizt ein Haushalt sein Warmwasser mit Strom, ändert sich die Rangfolge schlagartig. Ein Durchlauferhitzer zieht pro Person 500 bis 600 Kilowattstunden im Jahr, eine vierköpfige Familie kommt damit allein fürs warme Wasser auf über 1.000 Euro. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Verbräuche der wichtigsten Einzelgeräte.

GerätVerbrauch pro JahrKosten pro Jahr
Elektrischer Durchlauferhitzer500–600 kWh pro Person185–222 € pro Person
Alte ungeregelte Heizungspumpe400–800 kWh150–290 €
Elektroherd mit Backofenrund 445 kWhrund 165 €
Alter Wäschetrockner400–600 kWh160–215 €
Alter Kühlschrank (15 Jahre und älter)300–330 kWhrund 110–130 €
Geschirrspüler200–250 kWhrund 75–90 €
WLAN-Router rund um die Uhrrund 135 kWhrund 50 €

Auffällig ist die alte Heizungspumpe. Sie läuft oft unbemerkt im Keller, manchmal rund um die Uhr, und verbraucht so viel wie ein großer Kühlschrank. Genauso unauffällig, aber in der Summe teuer, ist eine zweite Kategorie: die Geräte, die scheinbar aus sind.

Standby, der heimliche Dauerverbraucher

Viele Geräte ziehen Strom, auch wenn sie nichts tun. Das Umweltbundesamt schätzt diesen Leerlauf auf rund 360 Kilowattstunden und etwa 115 Euro im Jahr je Haushalt. Bei viel Technik im Haus kann der Anteil noch deutlich höher liegen. Die größten Übeltäter sind ältere Geräte:

Gerät im StandbyVerbrauch pro JahrKosten pro Jahr
Alter Receiver oder Set-Top-Boxbis 150 kWhbis 55 €
Alter Fernseher90–150 kWh35–55 €
Alte Stereoanlagerund 110 kWhrund 40 €
WLAN-Router (immer an)70–135 kWh25–50 €
Spielekonsole im Ruhemodusbis 80 kWhbis 30 €
Mikrowelle mit Uhrrund 25 kWhrund 9 €

Moderne Geräte müssen dank EU-Vorgaben im Standby sparsam sein, alte Geräte aus der Zeit davor nicht. Genau deshalb lohnt es sich, die Stromfresser im eigenen Haushalt gezielt aufzuspüren, statt pauschal alles zu verdächtigen.

So spüren Sie die Stromfresser im Haushalt auf

Der sicherste Weg führt über das Messen, nicht über das Raten. Mit wenig Aufwand finden Sie heraus, welches Gerät wirklich zulangt:

Auf den flächendeckenden Smart Meter sollten Sie dabei nicht warten. Ende 2025 hatten erst rund fünfeinhalb Prozent aller Haushalte ein solches intelligentes Messsystem. Für die meisten bleibt das Messgerät an der Steckdose vorerst der praktischste Weg. Wenn Sie wissen, was Ihre Geräte verbrauchen, hilft ein Vergleich mit dem Durchschnitt.

Ist mein Verbrauch normal?

Ob Ihr Haushalt sparsam oder verschwenderisch ist, zeigt der Stromspiegel, eine bundesweite Auswertung von zehntausenden Stromrechnungen. Die folgenden Werte gelten für Haushalte ohne elektrische Warmwasserbereitung.

HaushaltWohnungHaus
1 Person1.800 kWh2.400 kWh
2 Personen2.700 kWh3.500 kWh
3 Personen3.500 kWh
4 Personen3.800 kWh
5 Personen4.500 kWh

Wer sein Warmwasser elektrisch erhitzt, zieht vor dem Vergleich rund 250 Kilowattstunden pro Person ab. Liegen Sie deutlich über diesen Werten, ist der Sparhebel groß. Dann stellt sich die Frage, welche Maßnahme sich am meisten lohnt.

Was wirklich spart

Nicht jeder gut gemeinte Tipp bringt viel. Den größten Effekt haben einige wenige Maßnahmen, hier nach dem typischen Nutzen pro Jahr sortiert:

Den vielleicht größten Hebel verschweigen viele Ratgeber: den Tarif. Zwischen der teuren Grundversorgung und einem günstigen Tarif liegen bei einem normalen Haushalt schnell über 300 Euro im Jahr, mehr als alle Standby-Maßnahmen zusammen. Ein Anbieterwechsel ist oft in wenigen Minuten erledigt. Wer dauerhaft mit Strom heizt oder das Warmwasser elektrisch bereitet, sollte zusätzlich über die größeren Brocken nachdenken, etwa eine Wärmepumpe und ihre Stromkosten. Und wer den eigenen Strom gleich selbst erzeugen will, findet im Ratgeber zum Balkonkraftwerk den einfachsten Einstieg.

Wann sich ein neues Gerät lohnt

Bei aller Sparsamkeit gilt ein Grundsatz: Ein neues Gerät zu kaufen, nur weil es effizienter ist, rechnet sich oft nicht. Die Herstellung kostet Geld und Ressourcen, und ein funktionierendes Gerät vorzeitig zu ersetzen, ist selten sinnvoll. Das Öko-Institut nennt klare Schwellen, ab denen sich der Tausch eines Kühlgeräts wirklich lohnt: ein Kühlschrank ab etwa 355 Kilowattstunden im Jahr, eine Kühl-Gefrier-Kombi ab 340, ein Gefrierschrank ab 570. Darunter spart Weiternutzen mehr, als ein Neukauf je einbringt.

Die Rechnung ist einfach: Ziehen Sie den Verbrauch des neuen Geräts vom alten ab, multiplizieren Sie die Differenz mit dem Strompreis, und teilen Sie den Kaufpreis durch diese jährliche Ersparnis. Kommt dabei mehr als zehn Jahre heraus, ist es kein Sparkauf. Beim Neukauf hilft ein Blick aufs Energielabel, wobei der absolute Kilowattstunden-Wert mehr zählt als der Buchstabe.

Mythen, die Geld kosten

Zum Schluss noch die hartnäckigsten Irrtümer rund ums Stromsparen, die oft sogar das Gegenteil bewirken:

Hinter den meisten dieser Mythen steckt veraltetes Wissen aus der Zeit der Glühbirne. Wer sie kennt, spart sich unnötigen Aufwand und konzentriert sich auf das, was zählt.

Das Wichtigste in Kürze

Die größten Stromfresser sind selten dort, wo man sie vermutet. Es lohnt sich, einmal genau hinzuschauen, statt an vielen kleinen Schrauben zu drehen. Messen Sie Ihre Verdächtigen, schalten Sie Standby konsequent ab, prüfen Sie die Heizungspumpe und Ihren Tarif. Schon diese vier Schritte bringen die meisten Haushalte spürbar nach unten.

Welcher Stromfresser hat Sie in Ihrem Haushalt am meisten überrascht? Schreiben Sie in die Kommentare, welches Gerät bei Ihnen heimlich am meisten gezogen hat und wie viel Sie am Ende sparen konnten. Und falls Sie gerade auf der Suche sind: Stellen Sie Ihre Fragen gern unten, wir und die anderen Leser helfen weiter.

Der größte neue Stromverbraucher ist für viele das E-Auto. Wer es günstig laden will, braucht eine eigene Wallbox: Was sie kostet, steht im Ratgeber.

Wer den Verbrauch nicht nur senken, sondern auch clever timen will, für den kann sich ein dynamischer Stromtarif lohnen. Was er bringt, steht im Ratgeber.

Welchen Stromfresser haben Sie in Ihrem Haushalt schon entlarvt? Jetzt Erfahrungen teilen



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