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Wärmepumpe im Winter 2025/26: 7 % mehr Strom in Bremen

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Der Januar war frostig, manche Abrechnung fällt höher aus als gedacht. Wie viel Strom brauchte eine Wärmepumpe im Winter 2025/26 in Bremen zusätzlich, und wie effizient heizen Wärmepumpen bei Frost? Wir haben nachgerechnet. Liegt Ihre Rechnung im Rahmen?

Blonde Frau im grünen Strickkleid und grauen Mantel neben einer verschneiten Wärmepumpe vor einem Bremer Backsteinhaus, Schriftzug Wärmepumpe im Winter

Eine Luft-Wärmepumpe in Bremen brauchte im Heizjahr 2025/26 rechnerisch rund 7 % mehr Strom fürs Heizen als im Jahr davor, im Januar sogar rund 23 % mehr. Gemessen am Mittel der Jahre 1991 bis 2020 war der Winter trotzdem mild.

Wie viel Strom eine Wärmepumpe im Winter zusätzlich braucht, entscheiden die kalten Wochen. Wir haben die Tagesmittel der DWD-Wetterstation Bremen ausgewertet, daraus den Heizbedarf berechnet und den Strombedarf mit einem offenen Wärmepumpenmodell aus der Forschung nachgerechnet. Ein Heizjahr läuft dabei von Juli bis Juni. Gerechnet ist nur die Raumwärme, Warmwasser ist nicht enthalten.

Auf einen Blick
7,0 %mehr Heizstrom 2025/26 als im Vorjahr, mit Heizkörpern (Fußbodenheizung: 5,8 %)
22,7 %mehr Heizstrom im Januar 2026 als im Januar 2025
3,6 %mehr Heizbedarf als im Vorjahr
5,5 %weniger Heizbedarf als im Mittel 1991 bis 2020

Wie hoch ist der Stromverbrauch der Wärmepumpe im Winter? Monat für Monat

In der kalten Jahreszeit machte der Januar den größten Unterschied. Mit einem Monatsmittel von 0,2 °C war er in Bremen der kälteste Januar seit 2017. Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 liegt der Januar bei 2,2 °C, im Januar 2025 waren es 2,5 °C. Der Heizbedarf lag deshalb 13,2 % über dem Vorjahresmonat, der Strombedarf der Wärmepumpe 22,7 % darüber.

Von Dezember bis Februar zusammen waren es 6,1 % mehr Heizbedarf als im Winter davor, aber 12,9 % mehr Strom. Der März hat einen Teil davon wieder ausgeglichen. Mit 7,5 °C war er deutlich milder als der März 2025, die Wärmepumpe brauchte 13,1 % weniger Strom. Der April lag dagegen genau im langjährigen Mittel und war damit kühler als der warme April 2025. Das ergab 22,0 % mehr Strom.

Gradtage messen den Heizbedarf. An jedem Tag mit weniger als 15 °C im Tagesmittel zählt der Abstand zu 20 °C Raumtemperatur. Die Stromspalten gelten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Heizkörpern.

Heizbedarf in Bremen Monat für MonatGradtage nach VDI 3807, September bis Mai. Monat antippen oder überfahren für den Wärmepumpenstrom.
0200400600SepOktNovDezJan615,1FebMärAprMai
Als Tabelle: alle Werte je Monat
MonatGradtage 2025/26Gradtage VorjahrGradtage Mittel 1991 bis 2020MonatsmittelStrom zum VorjahrStrom zum Mittel
September 202597,591,1138,415,5 °C+3,7 %−30,3 %
Oktober 2025275,9267,6302,910,9 °C+3,5 %−14,5 %
November 2025412,8414,9424,86,2 °C+0,9 %−3,6 %
Dezember 2025476,1465,8523,84,6 °C+7,5 %−13,7 %
Januar 2026615,1543,6550,70,2 °C+22,7 %+17,0 %
Februar 2026499,0488,7491,32,2 °C+6,7 %+5,9 %
März 2026388,8422,0458,47,5 °C−13,1 %−23,8 %
April 2026319,2268,6310,59,4 °C+22,0 %−1,7 %
Mai 2026171,8184,8186,613,7 °C−2,5 %−6,8 %

Quelle: Deutscher Wetterdienst, Station Bremen; Wärmepumpenstrom eigene Berechnung mit dem Modell when2heat (Luft-Wasser-Wärmepumpe, Heizkörper).

Effizienz bei Kälte: Warum eine Wärmepumpe bei niedrigen Temperaturen weniger effizient arbeitet

Dass eine Wärmepumpe im Winter mehr Strom braucht, ist bekannt. Erstaunlich ist das Ausmaß. Übers Jahr stieg der Strombedarf 1,9-mal so stark wie der Heizbedarf. Das liegt an der Technik. Eine Luft-Wärmepumpe holt ihre Wärme aus der Außenluft. Ein Kältemittel nimmt sie auf, ein Verdichter hebt sie auf die Temperatur, die die Heizung braucht. Drinnen soll eine konstante Temperatur herrschen, draußen wird es kälter. Je größer der Abstand, desto weniger Wärme liefert die Wärmepumpe je Kilowattstunde Strom. Bei niedrigen Temperaturen sinkt die Effizienz der Wärmepumpe deshalb deutlich.

Das Maß dafür heißt Leistungszahl. Sie ähnelt einem Wirkungsgrad der Wärmepumpe, liegt aber über 1, weil die Wärme aus der Luft hinzukommt. Sie beschreibt die Effizienz einer Wärmepumpe in einem bestimmten Moment. Eine Leistungszahl von 2,6 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 2,6 kWh Wärme. So viel schafft eine Wärmepumpe mit Heizkörpern laut Modell bei 0 °C. Die Werte sinken, je kälter es wird.

AußentemperaturLeistungszahl mit HeizkörpernLeistungszahl mit Fußbodenheizung
10 °C3,74,1
5 °C3,13,6
0 °C2,63,1
−5 °C2,22,7

Bei minus 5 Grad braucht eine Wärmepumpe mit Heizkörpern für dieselbe Wärme 45 % mehr Strom als bei plus 5 Grad. Ein kalter Januar schlägt deshalb stärker auf den Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Winter durch als ein paar kühle Tage im Herbst. Besonders effizient ist eine Wärmepumpe in der Übergangszeit.

Mit Fußbodenheizung fällt der Effekt kleiner aus. Sie kommt mit niedrigeren Vorlauftemperaturen aus, dadurch arbeitet die Wärmepumpe auch bei Frost effizienter. Die Effizienz im Winter hängt also stark an der Vorlauftemperatur. Das Heizsystem entscheidet also mit. Im Heizjahr waren es 5,8 % mehr Strom, im Januar 20,1 %.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Winter zuverlässig, selbst bei Minusgraden?

Ja. Eine Wärmepumpe funktioniert auch im Winter zuverlässig. Moderne Wärmepumpen heizen auch bei Minusgraden. Die Leistung der Wärmepumpe reicht dafür, sie braucht nur mehr Strom. Das Fraunhofer ISE hat bei Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4 gemessen.

Bei Frost bildet sich am Verdampfer Eis. Deshalb taut die Wärmepumpe regelmäßig ab und braucht dafür zusätzlich Energie. An sehr kalten Tagen kann außerdem ein elektrischer Heizstab zuschalten. Er macht aus einer Kilowattstunde Strom nur eine Kilowattstunde Wärme und treibt den Stromverbrauch im Winter zusätzlich nach oben. Ist das Haus gut gedämmt, genügt eine niedrigere Vorlauftemperatur. Dann liefert die Wärmepumpe auch bei Frost ausreichend Wärme, und der Heizstab bleibt öfter aus.

Wärmepumpen im Winter: Stromverbrauch in Bremen und anderen Großstädten

Dieselbe Rechnung haben wir für 13 Großstädte mit den Daten der jeweiligen DWD-Station gemacht. Bremen landet beim Mehrverbrauch auf Platz 5. Am härtesten traf der Winter Berlin. Dort brauchte eine Wärmepumpe 17,0 % mehr Strom als im Vorjahr, im Januar sogar 51,9 % mehr. Leipzig und Dresden folgen mit 9,2 und 8,7 %. Im Rheinland blieb der Verbrauch fast gleich, in Düsseldorf sank er sogar um 1,6 %.

Wärmepumpenstrom 2025/26 im Vergleich der GroßstädteLuft-Wasser-Wärmepumpe mit Heizkörpern, gleiche Rechnung für jede DWD-Station. Ein Klick auf eine Spaltenüberschrift sortiert die Tabelle.
Berlin-Tempelhof+17,0 %+51,9 %+10,0 %−2,2 %
Leipzig/Halle+9,2 %+40,1 %+5,1 %−4,4 %
Dresden-Klotzsche+8,7 %+42,0 %+4,9 %−4,2 %
Hamburg-Fuhlsbüttel+7,7 %+23,5 %+3,5 %−4,6 %
Bremen+7,0 %+22,7 %+3,6 %−5,5 %
Hannover+6,9 %+26,6 %+3,5 %−5,1 %
München-Stadt+5,1 %+26,6 %+3,3 %−4,0 %
Nürnberg+5,1 %+30,5 %+3,7 %−4,8 %
Stuttgart-Echterdingen+3,1 %+18,3 %+2,0 %−5,5 %
Frankfurt/Main+2,8 %+22,1 %+2,6 %−6,0 %
Essen-Bredeney+0,1 %+3,5 %+1,7 %−9,7 %
Köln/Bonn−0,8 %+6,9 %+0,8 %−9,0 %
Düsseldorf−1,6 %+4,8 %+0,1 %−9,8 %

Quelle: Deutscher Wetterdienst, Tageswerte der Stationen; eigene Berechnung.

Trotzdem lag der Heizbedarf an allen 13 Stationen unter dem Mittel von 1991 bis 2020. Bremerhaven fehlt im Vergleich, weil für das Heizjahr nur 348 von 365 Tageswerten vorliegen.

Gefühlt eisig, gemessen mild

Kalt kam der Winter vielen vor, weil die Jahre davor so mild waren. 2023/24 war der mildeste Heizwinter seit 2006/07. 2025/26 brachte dann den höchsten Heizbedarf seit 2020/21 und lag 4,2 % über dem Mittel der zehn Heizjahre davor.

Mit längerem Blick sieht es anders aus. In 23 der 30 Heizjahre von 1991/92 bis 2020/21 musste in Bremen mehr geheizt werden als 2025/26. Gegenüber diesem Mittel brauchte eine Wärmepumpe im Winter 2025/26 sogar 5,6 % weniger Strom.

Heizbedarf in Bremen je Heizjahr seit 1991/92Gradtagzahl als Index, Mittel 1991 bis 2020 = 100. Säulen nach oben: kälter als im Mittel, nach unten: milder. Blaue Linie: Niveau 2025/26, jede Säule, die darüber endet, hatte mehr Heizbedarf.
80901001101201991/922001/022011/122021/222025/26: 95
Als Tabelle: alle Heizjahre
HeizjahrGradtageIndex HeizbedarfIndex Wärmepumpen­strom
1991/923.4249796
1992/933.566101102
1993/943.982113113
1994/953.646103100
1995/964.175118132
1996/973.939112116
1997/983.3709693
1998/993.747106106
1999/003.2569289
2000/013.648103102
2001/023.3849693
2002/033.743106113
2003/043.681104103
2004/053.668104104
2005/063.805108113
2006/072.7367871
2007/083.4949995
2008/093.553101101
2009/103.823108115
2010/113.669104111
2011/123.4809998
2012/133.883110115
2013/143.1659084
2014/153.3929692
2015/163.2729390
2016/173.3589596
2017/183.2699393
2018/193.0948884
2019/203.1408982
2020/213.4859998
2021/223.1468984
2022/233.1659087
2023/242.8688177
2024/253.2199188
2025/263.3359594

Quelle: Deutscher Wetterdienst, Station Bremen; eigene Berechnung. Heizjahr: Juli bis Juni.

Der Deutsche Wetterdienst kommt für ganz Deutschland zum selben Ergebnis. Der Winter lag 0,4 Grad über dem Mittel 1991 bis 2020, nur der Januar war zu kalt. Für das Land Bremen meldet er etwa 30 Tage mit Schneedecke, so viele wie seit 2010 nicht mehr. Auch das dürfte den Eindruck eines harten Winters geprägt haben.

Im Winter effizient heizen: So prüfen Sie Ihre Abrechnung

Wer 2024/25 5.000 kWh Strom für die Heizung brauchte, kommt 2025/26 bei gleichem Haus und gleichem Verhalten rechnerisch auf rund 5.350 kWh. Das sind rund 350 kWh mehr. Bei 24 Cent je Kilowattstunde, dem Durchschnitt für Wärmepumpentarife mit eigenem Zähler im Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW, macht das rund 84 Euro.

Vorsicht bei der üblichen Witterungsbereinigung mit der Gradtagzahl. Sie passt zu Heizungen, deren Wirkungsgrad kaum vom Wetter abhängt, etwa Gas- und Ölkesseln. Hier hätte sie nur 3,6 % oder rund 180 kWh Mehrverbrauch erwartet. Bei einer Wärmepumpe unterschätzt sie den Wettereffekt um rund die Hälfte.

So prüfen Sie Ihren eigenen Verbrauch:

Methodik

Wetterdaten. Grundlage sind die Tagesmittel der Lufttemperatur an der DWD-Station Bremen (Stationsnummer 00691) aus dem Climate Data Center des Deutschen Wetterdienstes, abgerufen am 17.10.2026. Die Werte ab Januar 2026 hat der DWD noch nicht abschließend geprüft, kleine Korrekturen sind möglich.

Heizbedarf. Wir rechnen mit Gradtagen nach VDI 3807. An jedem Heiztag unter 15 °C Tagesmittel zählt der Abstand zu 20 °C Raumtemperatur. Ein Heizjahr läuft von Juli bis Juni. Unsere Monatswerte stimmen mit den Monatsgradtagen überein, die der DWD selbst für Bremen veröffentlicht. Nur für März 2025 fehlt dort ein Wert, weil damals ein Tagesmittel fehlte.

Wärmepumpe. Den Wärmebedarf eines Tages setzen wir proportional zu seinen Gradtagen. Den Strom berechnen wir mit der Leistungszahl einer Luft-Wasser-Wärmepumpe nach dem offenen Modell when2heat von Ruhnau, Hirth und Praktiknjo. Es leitet die Leistungszahl aus Herstellerdaten ab und zieht für den realen Betrieb einen festen Abschlag ab. Für Heizkörper nimmt es eine Vorlauftemperatur von 40 °C minus Außentemperatur an, für Fußbodenheizung 30 °C minus die halbe Außentemperatur. Weil wir zwei Jahre miteinander vergleichen, spielt die Größe des Hauses keine Rolle. Die Prozentwerte gelten für kleine und große Häuser, solange sich an Haus und Heizverhalten nichts geändert hat.

Plausibilität. Das Modell kommt für die Raumwärme auf eine Jahresarbeitszahl von 3,0 mit Heizkörpern und 3,5 mit Fußbodenheizung. Das Fraunhofer ISE hat bei Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden im Schnitt 3,4 gemessen, die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Das Modell liegt damit im gemessenen Bereich.

Tagesmittel oder Stundenwerte. Wir rechnen mit Tagesmitteln. Mit den Stundenwerten derselben Station ergäben sich 6,4 statt 7,0 % übers Heizjahr und 22,6 statt 22,7 % im Januar.

Grenzen. Der Stromverbrauch ist gerechnet, nicht gemessen. Wie stark Ihre Wärmepumpe im Winter reagiert, hängt von Gerät, Heizsystem, Heizkurve und Haus ab. Verluste im realen Betrieb der Wärmepumpe stecken nur pauschal im Abschlag des Modells, einen Heizstab bildet es nicht eigens ab. Warmwasser ist nicht enthalten. An der Station Hamburg fehlt im Heizjahr 2025/26 ein Tageswert.

Die Rohdaten je Monat, Heizjahr und Stadt stehen als CSV zum Download bereit.

Häufige Fragen

Die Kurzfassung für alle, die nur eine schnelle Antwort suchen.

Wie viel mehr Strom braucht eine Wärmepumpe im Winter?

In Bremen brauchte eine Luft-Wärmepumpe im Heizjahr 2025/26 rechnerisch rund 7 % mehr Heizstrom als im Jahr davor, im Januar rund 23 %. Bei Frost sinkt ihre Effizienz: Bei minus 5 Grad braucht sie für dieselbe Wärme 45 % mehr Strom als bei plus 5 Grad.

War der Winter 2025/26 in Bremen besonders kalt?

Nein. Der Heizbedarf lag 5,5 % unter dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Kälter war der Winter nur im Vergleich zu den milden Vorjahren. Der Januar 2026 war allerdings der kälteste Januar seit 2017.

Warum ist meine Wärmepumpen-Abrechnung so hoch?

Ein Grund ist der kalte Januar. Bei Frost arbeitet eine Wärmepumpe im Winter weniger effizient als in der Übergangszeit, deshalb steigt der Strombedarf stärker als der Heizbedarf. Ob Tarif und Verbrauch insgesamt passen, zeigt unser Stromkosten-Check für Wärmepumpen.

Wie bereinige ich meinen Verbrauch nach dem Wetter?

Für Gas- und Ölheizungen rechnet man meist mit dem Verhältnis der Gradtagzahlen. Bei einer Wärmepumpe unterschätzt das den Wettereffekt um rund die Hälfte. Für Bremen können Sie 2025/26 mit rund 7 % (Heizkörper) oder rund 6 % (Fußbodenheizung) Mehrverbrauch gegenüber 2024/25 rechnen.

Weiterlesen auf bremer24.de: Dynamische Stromtarife und Smart Meter 2026 im Check · Heizungsgesetz 2026: Was gilt jetzt wirklich für Sie?

Quellen



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