Intel Arc Pro B70: Battlemage greift Nvidia im KI-Markt an
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Intel bringt mit der Arc Pro B70 seine bislang größte Grafikkarte. 32 GByte Speicher und ein attraktiver Preis sollen Nvidias Dominanz brechen.Der große Battlemage kommt
Intel erweitert seine Arc-Pro-Serie um zwei neue Workstation-Grafikkarten: die Arc Pro B70 und die schwächere Arc Pro B65. Beide setzen auf den großen BMG-G31-Chip, der deutlich mehr Leistung und Speicher mitbringt als die bisherigen Modelle mit dem kleineren BMG-G21. Für die Arc Pro B70 ruft Intel einen Preis von rund 1000 US-Dollar auf. In Deutschland dürfte sie damit bei etwa 1050 bis 1100 Euro landen.
32 GByte als Trumpfkarte
Das auffälligste Merkmal beider Karten: 32 GByte Grafikspeicher. Das ist doppelt so viel wie bei der Vorgängerin Arc Pro B60 und auch mehr als bei Nvidias direkter Konkurrenz, der RTX Pro 4000 mit 24 GByte. Gerade im KI-Bereich zählt Speicher oft mehr als reine Rechenleistung. Große Sprachmodelle brauchen Platz, und wer mehr davon hat, kann längere Kontextfenster verarbeiten oder größere Modelle laden, ohne auf mehrere Karten verteilen zu müssen.
Laut Intel schafft die Arc Pro B70 beim Sprachmodell Llama 3.1 8B ein Kontextfenster von rund 93.000 Token pro GPU. Das ist laut Hersteller etwa 2,2-mal so viel wie bei der Nvidia-Konkurrenz. Ob sich diese Werte in der Praxis bestätigen, müssen unabhängige Tests noch zeigen.
Technische Details im Überblick
Der BMG-G31-Chip bringt ein vollständig bestücktes PCIe-5.0-Interface mit 16 Leitungspaaren mit. Das verdoppelt die Bandbreite zur Systemanbindung im Vergleich zum Vorgänger. Dazu kommen vier DisplayPort-2.1-Anschlüsse, XMX-Einheiten für Matrixberechnungen und Hardware-Beschleunigung für gängige Videocodecs wie H.264, H.265, AV1 und VP9.
Bei der Leistungsaufnahme gibt es Unterschiede zwischen den Modellen: Die Arc Pro B65 arbeitet mit 200 Watt TDP, die Arc Pro B70 im Intel-Referenzdesign mit 230 Watt. Partner wie Asrock, Sparkle, Gunnir, Maxsun und Lenovo dürfen bei ihren eigenen B70-Designs zwischen 160 und 290 Watt konfigurieren. Das ermöglicht sowohl kompakte Varianten als auch leistungsstarke Modelle mit aufwändigerer Kühlung.
Die Arc Pro B65 kommt übrigens ausschließlich von Intels Partnern. Ein Referenzdesign von Intel selbst gibt es hier nicht. Außerdem nutzt sie nur 24 statt 32 GByte Speicher, bietet aber die gleiche Rechenleistung wie die ältere B60.
Intels Kampfansage an Nvidia
Intel positioniert die Arc Pro B70 bewusst gegen Nvidias RTX Pro 4000. In den vorab veröffentlichten Benchmarks der SPECviewperf15-Suite soll die B70 je nach Testszenario zwischen vier und 69 Prozent schneller sein als die eigene B60. Gegenüber Nvidia betont Intel vor allem die Vorteile beim KI-Einsatz: Im Benchmark Ministral Instruct 2410 8B soll die Arc Pro B70 bei gleichzeitigen Zugriffen vieler Nutzer bis zu 83 Prozent mehr Durchsatz liefern und bei der Antwortzeit (Time to First Token) teilweise sechsmal schneller reagieren.
Allerdings gibt es einen Haken: Intel nutzt für viele dieser Vergleiche das bFloat-16-Format. In der Praxis wird bei KI-Inferenz längst häufig auf 8, 6 oder sogar 4 Bit quantisiert, um Speicher zu sparen. Intel liefert zwar auch Werte mit niedrigerer Präzision, etwa für Qwen3 32B mit FP8 oder DS-R1-Distill-Qwen3 mit INT4. Auch hier sieht sich Intel vorn, aber echte Klarheit bringen erst unabhängige Messungen.
Was Nvidia dagegen hält
Nvidias RTX Pro 4000 arbeitet mit deutlich niedrigerer TDP von nur 140 Watt. Wer auf Energieeffizienz achtet, könnte hier einen Vorteil sehen. Auch das Software-Ökosystem spricht weiterhin für Nvidia: CUDA ist in der professionellen Welt tief verankert, und viele KI-Frameworks sind primär dafür optimiert. Intel arbeitet mit OneAPI an einer Alternative, hat aber noch einiges aufzuholen.
Vier Karten im Verbund
Intel bewirbt die Arc Pro B70 auch für den Einsatz im Viererpack. Gerade für größere Sprachmodelle wie Mistral-Small mit 24 Milliarden Parametern soll sich das lohnen. Vier Karten mit je 32 GByte ergeben zusammen 128 GByte Grafikspeicher. Das reicht für Modelle, die auf einer einzelnen GPU nicht mehr in den Speicher passen. Bei einem Stückpreis von rund 1000 Dollar wäre das ein Viererpack für etwa 4000 Dollar, was im Vergleich zu professionellen Nvidia-Lösungen im Rechenzentrumsbereich günstig klingt.
Einordnung und Ausblick
Die Arc Pro B70 ist Intels ambitioniertester Versuch, im professionellen GPU-Markt Fuß zu fassen. Der große Speicher und der vergleichsweise niedrige Preis sind starke Argumente, besonders für kleinere Unternehmen und Entwickler, die KI-Modelle lokal betreiben wollen, ohne gleich tausende Euro für Nvidia-Profikarten ausgeben zu müssen.
Ob Intel damit wirklich eine ernsthafte Alternative zu Nvidia im KI-Segment wird, hängt von zwei Faktoren ab: der tatsächlichen Leistung in unabhängigen Tests und der Softwareunterstützung. Hardware allein reicht nicht. Entwickler brauchen zuverlässige Treiber und Frameworks, die reibungslos funktionieren. Hier hat Intel in der Vergangenheit nicht immer geglänzt. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Arc Pro B70 hält, was die Benchmarks versprechen.
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