Mehr Geld in der Chemibranche: Das bedeutet der neue Tarifabschluss
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In der kriselnden Chemie und Pharmaindustrie gibt es Bewegung. Gewerkschaft und Arbeitgeber haben sich auf ein Lohnplus und neue Sicherheitsmechanismen für Jobs geeinigt. Ein Blick auf Details und Hintergründe.Ein Kompromiss in schwierigen Zeiten
Die Chemie und Pharmaindustrie steckt tief in der Krise, doch für die rund 585.000 Beschäftigten gibt es jetzt Planungssicherheit. Nach zweitägigen Verhandlungen in Bad Breisig haben die IGBCE und der Arbeitgeberverband BAVC einen neuen Tarifvertrag geschlossen. Die Laufzeit erstreckt sich über 27 Monate.
Statt rein prozentualer Lohnerhöhungen setzt der Abschluss auf ein zweistufiges Modell kombiniert mit speziellen Einmalzahlungen. 2027 steigt das Entgelt um 2,1 Prozent, 2028 folgt ein weiterer Schritt um 2,4 Prozent. Zusätzlich fließen in diesem Jahr sowie 2027 jeweils 300 Euro in einen Topf zur Beschäftigungssicherung.
Warum der Fokus auf Jobsicherung liegt
Die Branche leidet unter einer schwachen Auslastung, die Produktion liegt rund 20 Prozent unter dem Stand von 2018. Genau hier setzt das neue Modell an: Das Geld für die Jobsicherung landet im Demografiefonds der Branche. Dieses Kapital soll künftig nicht mehr nur für den demografischen Wandel genutzt werden, sondern gezielt in Umqualifizierungen, Standortprojekte oder Arbeitszeitverkürzungen fließen.
IGBCE Chef Michael Vassiliadis spricht offen von einer Schmerzgrenze. Die Beschäftigten leisten mit diesem Abschluss einen Vertrauensvorschuss, während die Unternehmen ihre Kostenbelastung in einer volatilen Weltmarktlage kontrollieren wollen.
Flexibilität statt starrer Vorgaben
Ein interessantes Detail für Arbeitnehmer: Unternehmen, die wirtschaftlich nicht so stark unter Druck stehen, haben die Option, die Tariferhöhungen um jeweils drei Monate vorzuziehen. Das gibt den Betrieben eine gewisse Flexibilität, während die Gewerkschaft ihren Kernauftrag, die Kaufkraft zu stützen, erfüllt.
Für die kommenden Monate bleibt die Branche dennoch unter Beobachtung. Dass die Gewerkschaft nun die Politik in die Pflicht nimmt, die Rahmenbedingungen zu verbessern, zeigt die Dringlichkeit der Lage. Die Einigung ist kein Grund zum Jubeln, aber ein stabiler Anker in einem stürmischen wirtschaftlichen Umfeld.
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