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Warum Benzin abends billiger ist und was dahintersteckt

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Wer früh tankt, zahlt fast immer drauf. Warum abends plötzlich Rabatte an der Zapfsäule auftauchen, was Algorithmen damit zu tun haben und ob Österreich das klügere Modell fährt - hier geht es um mehr als nur ein paar Cent pro Liter.

Morgens teuer, abends billiger - doch warum?

Wenn Sie morgens tanken, zahlen Sie fast immer zu viel. Die Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe bestätigen es: Gegen sieben Uhr - pünktlich zum Berufsverkehr - schnellen die Preise an der Zapfsäule nach oben. Wer später kommt, zahlt weniger. Zwischen 18 und 20 Uhr sinken die Preise spürbar. Bis zu zehn Cent Unterschied pro Liter - Tag für Tag.

Diese Preismuster entstehen nicht zufällig. Sie folgen einer Systematik, die nicht auf Rohölpreise, sondern auf Marktstrategien basiert.

Preisgestaltung per Algorithmus

Viele Tankstellenbetreiber setzen auf sogenanntes dynamisches Pricing. Ein Algorithmus berechnet den optimalen Preis - abhängig von Tageszeit, Nachfrage, Wetter, Verkehr und Konkurrenz. Große Konzerne legen den Kurs fest, kleinere ziehen nach.

So entstehen tägliche Preiswellen, die vor allem eines tun: das Konsumverhalten kalkulierbar machen. Das Ganze ist legal - aber nicht unbedingt verbraucherfreundlich.

Österreich: Einmal pro Tag - und Schluss

In Österreich gelten andere Regeln. Dort dürfen die Spritpreise seit 2011 nur noch einmal täglich - um 12 Uhr mittags - erhöht werden. Das Ziel: weniger Preissprünge, mehr Transparenz.

Klingt gut. Doch der ADAC warnt: Anbieter könnten von vornherein höhere Preise festsetzen, um Schwankungen abzufangen. Der Verbraucher zahlt dann möglicherweise mehr - aber auf eine ruhigere Art.

Wer verdient an der Zapfsäule?

Nicht die Tankstellenbetreiber. Sie bekommen meist nur ein bis drei Cent pro verkauftem Liter. Der Großteil des Preises geht an den Staat: Rund 60 Prozent entfallen auf Energiesteuer und Mehrwertsteuer.

Und die Konzerne? Sie verdienen an Einkauf, Verarbeitung, Transport und Marge. Am meisten Umsatz aber machen viele Stationen nicht mit Sprit, sondern mit Snacks, Zigaretten und Autowäsche.

Spritpreis vs. Inflation: Eine stille Verteuerung

Über Jahre betrachtet steigt der Benzinpreis stärker als die Lebenshaltungskosten. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Spritpreis laut ADAC und Statistischem Bundesamt mehr als verdoppelt. Die Inflation im selben Zeitraum? Etwa halb so hoch.

Wer noch weiter zurückblickt, erkennt das ganze Ausmaß: Mitte der 70er kostete ein Liter Benzin umgerechnet 30 Cent. Heute: das Sechsfache. Rohölpreise, CO-Abgaben, geopolitische Spannungen - alles Faktoren, aber nicht die einzigen. Auch der Euro-Dollar-Kurs spielt mit.

Bleibt nur eine Frage

Wenn Tankstellen ihre Preise teils minütlich ändern dürfen - sollten wir dann nicht genauso taktisch reagieren? Morgens leer fahren, abends volltanken?

Oder wünschen Sie sich ein Modell wie in Österreich - mit festen Regeln statt Preisspiel?

Was denken Sie? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare.

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