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Insolvenz nach Cyberattacke Euskirchener Firma kämpft ums Überleben

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Ein Hackerangriff hat die Serviettenfabrik Fasana aus Euskirchen lahmgelegt. Der Betrieb stand still, Mitarbeitende waren machtlos - nun droht dem Traditionsunternehmen nach über 100 Jahren das Aus. Die Hoffnung liegt auf einem Käufer.

Ein Morgen voller Drucker, doch keiner druckt Bestellungen

Die Geschichte beginnt nicht mit einem Alarm. Kein Sirenenton, kein hektischer Zugriff auf die Systeme. Stattdessen: leere Bildschirme und Drucker, die schweigend Erpresserschreiben ausspucken. Eine Mitarbeiterin der Euskirchener Firma Fasana entdeckte das Chaos am frühen Morgen des 21. Mai. In einem traditionsreichen Unternehmen, das seit über 100 Jahren Servietten produziert, war auf einmal nichts mehr wie vorher.

Die Computer waren tot. Laptops reagierten nicht mehr. Rechnungen? Nicht möglich. Aufträge? Nicht erreichbar. Die IT-Systeme - gelähmt. Die Angreifer hatten ihre digitale Bombe gezündet: Ransomware, die die komplette Firma verschlüsselte und in die Knie zwang.

Der schnelle technische Wiederaufbau - aber zu spät?

Innerhalb weniger Tage gelang es dem Team, einen Teil der Technik wieder hochzufahren. Ein Teilerfolg, aber nicht ausreichend. Die Produktion blieb eingeschränkt. Die Auslieferung kam ins Stocken. Manche Maschinen standen ganz still. Für ein produzierendes Unternehmen bedeutet das: Umsatzverluste in Millionenhöhe.

Der Schaden war so gravierend, dass sich die Geschäftsführung gezwungen sah, Insolvenz anzumelden. Rund 240 Beschäftigte standen plötzlich im Ungewissen. Ihre Arbeitsplätze? Auf einmal fraglich. Die jahrzehntelange Firmengeschichte? In Gefahr, jäh zu enden - durch eine Mail mit Schadcode.

Suche nach einem Retter - Insolvenzverwalter spricht Klartext

Inzwischen hat sich Insolvenzverwalter Dr. Dirk Wegener der Lage angenommen. Er sieht noch Hoffnung: Wir suchen aktuell einen Käufer, der den Betrieb übernimmt. Gespräche laufen. Doch die Uhr tickt. Jeder Tag Stillstand bringt Fasana näher an den Abgrund.

Trotz der Krise konnten vergangene Woche erste Auslieferungen wieder aufgenommen werden. Auch die Rechnungsstellung funktioniert seit Kurzem wieder. Ein Tropfen auf den heißen Stein - aber ein wichtiger psychologischer Schritt für die Mitarbeitenden.

Politik schaltet sich ein - aber ohne Geld

Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt besuchte die Firma Anfang der Woche. Er betonte die Bedeutung des Unternehmens für die Stadt. Fasana gehört zu Euskirchen. Wir werden unterstützen, so gut wir können. Finanzielle Hilfe kann die Stadt jedoch nicht leisten - was bleibt, sind Worte, Netzwerke, Kontakte. Ob das reicht, ist ungewiss.

Währenddessen zeigen die Mitarbeitenden bemerkenswerten Einsatz: Sie leisten freiwillig Überstunden, halten zusammen. Das interne Klima, sagen einige, sei so stark wie nie zuvor - ironischerweise ausgelöst durch die schwerste Krise der Firmengeschichte.

Wer steckt dahinter? Hinweise auf bekannte Tätergruppe

Wie aus Kreisen des WDR bekannt wurde, handelt es sich bei den Tätern um eine polizeibekannte Gruppe. Ihr Werkzeug: Ransomware, die sich rasend schnell durch Netzwerke frisst. Einmal aktiviert, verschlüsselt sie Dateien und blockiert ganze Systeme - bis ein Lösegeld gezahlt wird.

Der Angriff auf Fasana war offenbar gut geplant. Alle Drucker wurden manipuliert, um gleichzeitig Erpresserschreiben auszudrucken. Die gezielte Inszenierung legt nahe, dass es sich nicht um Gelegenheitstäter handelt. Ob bezahlt wurde, bleibt unklar. Die Ermittlungen laufen.

Wie stehen Sie zu dieser Entwicklung? Sollte eine Kommune mehr tun können, um lokale Unternehmen zu retten - oder ist hier der Markt gefordert? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare.

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