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Fossile Energien überholen Erneuerbare im Frühjahr 2025

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Im ersten Quartal 2025 wurde in Deutschland erstmals seit zwei Jahren mehr Strom aus Kohle und Erdgas erzeugt als aus erneuerbaren Quellen. Hauptgrund: ungewöhnlich wenig Wind. Das verändert die Perspektive auf die Energiewende.

Deutschlands Strommix 2025: Rückfall in alte Muster?

Ein windarmes Quartal wirbelt die Statistik durcheinander

Eigentlich sah alles nach Fortschritt aus. In den letzten Jahren hatte Deutschland regelmäßig mehr Strom aus erneuerbaren Quellen gewonnen als aus fossilen. Doch Anfang 2025 kehrte sich das Bild um. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Anteil fossiler Energien - vor allem Kohle und Erdgas - bei 50,5 Prozent. Die Erneuerbaren fielen auf 49,5 Prozent zurück.

Die Ursache? Ein ungewöhnlich windarmes erstes Quartal. So einfach, so folgenreich.

Weniger Wind = mehr Kohle

Der Anteil der Windenergie sank deutlich, obwohl sie mit 27,8 Prozent weiterhin die wichtigste Einzelquelle blieb. Doch sie konnte die Lücke nicht schließen, die das schwache Wetter riss. Kohlekraft sprang ein - und rückte mit 27,0 Prozent dicht auf.

Besonders auffällig: Der Erdgasanteil stieg kräftig. Lag er im Vorjahr bei 15,8 Prozent, so kletterte er nun auf 20,6 Prozent. Die Verstromung fossiler Brennstoffe nahm insgesamt um 19,3 Prozent zu. Gleichzeitig brach die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien um 17 Prozent ein.

Solar holt auf - aber noch nicht genug

Ein kleiner Lichtblick kam von der Sonne. Die Photovoltaik legte um rund ein Drittel zu und erreichte einen Anteil von 9,2 Prozent. Doch das reichte bei weitem nicht, um die Defizite bei der Windenergie auszugleichen. Biogas blieb mit 6,1 Prozent stabil, Wasserkraft trug wie gewohnt bescheiden mit 3,8 Prozent bei.

Außenhandel mit Strom: Mehr Importe, weniger Exporte

Auch der internationale Stromhandel spiegelte die Engpässe wider. Deutschland importierte 14,9 Prozent mehr Strom als im Vorjahr - insgesamt 19,3 Milliarden Kilowattstunden. Die Exporte gingen hingegen um drei Prozent auf 16,2 Milliarden zurück. Konventionelle Kraftwerke wurden also nicht nur zur Deckung des Eigenbedarfs benötigt, sondern auch wegen reduzierter Ausfuhrmengen hochgefahren.

Wie wetterfest ist die Energiewende?

Die Ereignisse im ersten Quartal werfen eine nüchterne Frage auf: Wie robust ist das deutsche Stromsystem gegenüber wetterbedingten Schwankungen? Der Rückgriff auf fossile Quellen zeigt, dass die Infrastruktur noch nicht ausreichend resilient ist - weder durch Speicherlösungen noch durch europaweite Netzintegration. Wind bleibt zentral - doch was, wenn er ausbleibt?

Eckdaten des Quartals im Überblick

- Gesamtstromerzeugung: 119,4 Milliarden kWh (1,9% zum Vorjahr)

- Fossile Energien: 50,5% (+9 Prozentpunkte)

- Erneuerbare Energien: 49,5% (9 Prozentpunkte)

- Windkraft: 27,8% (trotz Rückgang weiterhin wichtigste Quelle)

- Kohle: 27,0%

- Erdgas: 20,6% (+4,8 Punkte)

- Photovoltaik: 9,2% (+1/3)

- Importe: +14,9%, Exporte: 3%

- Wetterlage: außergewöhnlich windarm

Was denken Sie?

Ist das ein Rückschritt oder eine Erinnerung daran, wie wichtig Flexibilität im Energiemix ist? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare - wir sind gespannt auf Ihre Perspektive.

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