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Google Spam Update Juni 2026: Das sollten Sie tun

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Am 24. Juni hat Google das June 2026 Spam Update ausgerollt. Ohne Blogpost, ohne Liste betroffener Branchen. Wer jetzt auf seine Rankings starrt, sollte erst durchatmen. Was wirklich hinter dem Update steckt und welche Schritte sich lohnen.

Gegen 18 Uhr deutscher Zeit ging es am 24. Juni los. Im Google Search Status Dashboard erschien ein neuer Eintrag, dazu eine knappe Notiz bei Google Search Central auf LinkedIn: Das June 2026 Spam Update gilt global, für alle Sprachen, der Rollout dauert ein paar Tage. Das war alles. Kein Blogpost, keine neue Richtlinie, keine Liste mit betroffenen Branchen.

Für viele Seitenbetreiber heißt das erst einmal Unsicherheit. Die Rankings wackeln, und niemand sagt einem genau, warum. Bevor Sie jetzt anfangen, Seiten zu löschen oder Texte umzuschreiben, lohnt ein Blick darauf, was dieses Update überhaupt ist.

Spam Update ist nicht gleich Core Update

Der Unterschied klingt nach Wortklauberei, entscheidet aber darüber, was Sie tun sollten.

Ein Core Update bewertet die Qualität Ihrer Seite breit. Es fragt sinngemäß: Ist das hier wirklich das Beste, was Google den Nutzern zeigen kann? Wer hier verliert, kommt nicht mit einem schnellen Handgriff zurück, sondern nur über echte inhaltliche Arbeit.

Ein Spam Update arbeitet enger. Es verbessert Googles automatische Spam-Erkennung, vor allem das System SpamBrain, das seit Ende 2022 läuft. Hier geht es nicht um Geschmacksfragen bei der Qualität, sondern um klare Regelverstöße. Wer getroffen wird, hat meist etwas getan, das in den Google-Spam-Richtlinien ausdrücklich steht.

An dieser Trennung hängt alles Weitere. Wer einen Spam-Treffer mit Core-Update-Maßnahmen behandelt, arbeitet am falschen Ende und verliert Wochen.

Was getroffen wird, und was nicht

Barry Schwartz von Search Engine Roundtable hat bei Google nachgehakt und eine nüchterne Antwort bekommen: ein normales Spam Update. Es richtet sich gegen Seiten, die gegen einen Teil der Spam-Richtlinien verstoßen.

Zwei Dinge sind ausdrücklich nicht gemeint. Erstens kein Link-Spam, dafür gibt es eigene Updates. Zweitens nicht die Site Reputation Abuse, also fremde Inhalte, die sich auf einer starken Domain einnisten, um von deren Autorität zu leben.

Was üblicherweise ins Visier gerät, ist seit Jahren bekannt. Abgelaufene Domains, die jemand nur wegen ihrer alten Backlinks wiederbelebt. Cloaking, bei dem Google etwas anderes zu sehen bekommt als der Besucher. Doorway-Seiten, die nur als Schleuse dienen. Und Texte am Fließband, die aussehen wie ein Ratgeber, aber keiner sind.

Eine australische Agentur berichtete in den ersten beiden Tagen, dass Netzwerke aus Standortseiten Rankings verloren hätten, teils von Platz eins weg. Solche Seiten tauschen oft nur den Ortsnamen aus und liefern sonst überall denselben Text. Ob das wirklich am Spam Update liegt, ist eine Einzelbeobachtung, kein Beweis. Aber das Muster passt zu dem, was solche Updates seit jeher treffen.

Die KI-Frage, ehrlich beantwortet

Bei der KI-Frage wird in der Branche gerade viel geraten. Kurz vor dem Update hatte Google eine Forschungsarbeit zu einem System namens S-CTS vorgestellt. Es erkennt massenhaft erzeugten KI-Müll nicht Seite für Seite, sondern findet ganze Cluster zusammengehöriger Konten und schaltet sie gesammelt ab. In einem halben Jahr will Google damit 50.000 solcher Cluster mit 130.000 Kanälen entfernt haben.

Klingt nach dem perfekten Begleiter für ein Spam Update gegen KI-Content. Nur: Das Paper bezieht sich auf Video-Plattformen, nicht auf normale Webseiten. Und Google hat nie gesagt, dass S-CTS und dieses Update etwas miteinander zu tun haben. Mehrere deutsche SEO-Quellen stellen die Verbindung trotzdem her, schreiben aber selbst dazu, dass abzuwarten bleibt, ob sich hier etwas ändert.

Wichtig für die Praxis: Google bestraft KI nicht, nur weil es KI ist. Bestraft wird dünner, austauschbarer Inhalt ohne eigenen Wert. Ein mit KI geschriebener Text, der einem Leser wirklich weiterhilft, ist kein Problem. Eine handgetippte Linkfarm dagegen schon.

Was die Szene berichtet

Einen Tag nach dem Start beschrieb Barry Schwartz die Lage als heated, also deutlich in Bewegung. Konkrete Zahlen aus den Messwerkzeugen wie Semrush, Sistrix oder Mozcast gab es da noch nicht. Das ist normal. Belastbare Gewinner- und Verlierer-Listen entstehen erst, wenn der Rollout abgeschlossen ist.

In den Kommentarspalten der Fachseiten klingt Frust durch. Webmaster berichten von seltsamen Discover-Feeds und davon, dass in den Top Stories plötzlich wieder Wett- und Spam-Seiten auftauchten, die tags zuvor verschwunden waren. Ein Nutzer schrieb sinngemäß, gestern hätten die Ergebnisse deutlich sauberer ausgesehen, er verstehe nicht, worauf Google hinauswolle.

Vorsicht bei den dramatischen Zahlen, die gerade kursieren. Berichte über Traffic-Einbrüche von 25 bis 50 Prozent stammen oft aus Black-Hat-Foren und beziehen sich auf eine separate Bewegung um den 19. Juni, nicht zwingend auf das Spam Update. Es sind Selbstauskünfte der am härtesten getroffenen Seiten, kein gemessener Durchschnitt.

In der deutschen Szene ist der Ton sachlicher, aber müde. 2026 reiht Google die Updates dicht aneinander: Discover-Update im Februar, Spam Update im März, dann zwei Core Updates, jetzt das nächste Spam Update. Beim März-Core-Update zählte Sistrix unter gut 1.300 Domains vier Verlierer auf jeden Gewinner. Diese Quote sitzt vielen noch in den Knochen.

Spam-Treffer oder Core-Treffer? So grenzen Sie es ein

Bevor Sie reagieren, sollten Sie wissen, womit Sie es zu tun haben.

Schauen Sie zuerst in den Bericht zu manuellen Maßnahmen in der Search Console. Steht dort etwas, ist die Lage klar, und Sie gehen den Weg über einen Antrag auf erneute Überprüfung.

Steht dort nichts, vergleichen Sie die Zeitpunkte. Setzten die Verluste rund um den 24. Juni ein, kommt das Spam Update infrage. Begannen sie schon Ende Mai, ist eher das Mai-Core-Update der Grund, dessen Nachwehen noch spürbar sind.

Segmentieren Sie dann Ihre betroffenen Seiten. Trifft es vor allem dünne, schablonenhafte Seiten, deutet das auf einen Spam-Treffer. Trifft es quer durch guten und mittelmäßigen Content, spricht das eher für ein Qualitätsthema und damit für das Core Update.

Was jetzt sinnvoll ist

Solange der Rollout läuft, ist Stillhalten die beste Strategie. Markieren Sie sich den 24. Juni in Ihren Auswertungen, damit Sie das Zeitfenster später sauber eingrenzen können. Und widerstehen Sie dem Reflex, mitten in der Bewegung große Umbauten zu starten. Die Werte schwanken jetzt ohnehin.

Ist der Rollout durch, ziehen Sie eine ehrliche Vorher-nachher-Bilanz. Bei einem bestätigten Treffer geht es an die Spam-Richtlinien. Prüfen Sie Seite für Seite: massenhaft erzeugte Inhalte ohne redaktionellen Wert, Cloaking, Doorway-Seiten, alte Tricks mit abgelaufenen Domains. Was Sie finden, entfernen Sie ganz, nicht nur oberflächlich.

Danach hilft vor allem Geduld. Google bewertet betroffene Seiten neu, sobald es sie wieder crawlt, und das zieht sich über Monate. Eine schnelle Rückkehr ist nicht vorgesehen. Nutzen Sie die Zeit, um dünne Seiten durch Inhalte zu ersetzen, die eine echte Frage beantworten, und um sichtbar zu machen, wer hinter den Texten steckt.

Was Sie sich sparen können

Löschen Sie nicht panisch ganze Bereiche, während das Update noch läuft. Behandeln Sie einen Spam-Treffer nicht mit den Mitteln gegen ein Core Update. Und erwarten Sie nicht, dass eine schnelle Korrektur sofort die alten Rankings zurückbringt.

Bleibt eine unbequeme Wahrheit. Wer in den letzten Monaten auf billige Masse gesetzt hat, wird von solchen Updates immer wieder eingeholt, egal wie oft er repariert. Die Seiten, die ruhig durch diese Wochen kommen, sind fast immer die, die ihren Lesern schon vorher etwas geboten haben. Das ist unbequem. Aber es ist die einzige Strategie, die beim nächsten Update nicht wieder zur Disposition steht.

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