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China blockiert KI-Tools während Uni-Aufnahmetest Gaokao

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China hat während der Gaokao-Prüfungen landesweit Funktionen von KI-Apps wie Qwen und Doubao deaktiviert. Damit soll verhindert werden, dass Schüler mithilfe von künstlicher Intelligenz betrügen.

China blockiert KI-Tools während Uni-Aufnahmetest Gaokao

Der Tag, an dem KI in China schweigen musste

Ein Sommermorgen in China. Millionen Schüler schwitzen - nicht wegen der Hitze, sondern wegen einer Prüfung, die über ihr ganzes Leben entscheidet: den Gaokao. Während draußen die Welt weiterläuft, steht drinnen die Zeit still. Keine Smartphones, keine Uhren, keine Hilfsmittel. Doch dieses Jahr war etwas anders.

Plötzlich funktionierten Apps nicht mehr. Kein Zugriff auf KI-gestützte Hilfe. Keine Bilderkennung, keine intelligenten Chatbots. Dienste wie Qwen von Alibaba oder Doubao von ByteDance waren verstummt. Mitten im digitalen Zeitalter hatte China seine KI-Kanäle systematisch abgeschaltet - und zwar landesweit.

Der größte Bildungsfilter der Welt

Was nach Science-Fiction klingt, ist Realität. Der Gaokao ist das vielleicht härteste Auswahlverfahren weltweit: Drei Tage, 13 Millionen Kandidaten, eine einzige Chance. Wer hier versagt, verliert den Zugang zur akademischen Elite. Wer besteht, sichert sich ein Ticket in die Mittelschicht oder darüber hinaus.

In dieser Atmosphäre zählt jeder Vorteil - und genau das macht künstliche Intelligenz zur Versuchung. Ein kurzer Blick auf das Smartphone, eine heimlich geschossene Prüfungsfrage, ein KI-generierter Aufsatz in Sekundenschnelle: verlockend, aber verboten.

China weiß das. Und reagiert radikal.

KI als Risiko - und als Waffe

Die Abschaltung der Chatbots war kein Zufall. Es war eine koordinierte Maßnahme, eine Art digitale Ausgangssperre. Deepseek, ein weiterer beliebter KI-Assistent, wurde während der Prüfungszeit ebenfalls offline genommen. Offiziell, um Fairness zu garantieren. Inoffiziell? Um der wachsenden Angst vor unsichtbarem Schummeln etwas entgegenzusetzen.

Doch die Maßnahmen gingen weiter. In vielen Testzentren wurden KI-basierte Überwachungssysteme installiert. Sie erkennen Muster: Flüstern, Blicke, Kopfbewegungen. Ein Algorithmus entscheidet, ob ein Schüler zu nervös ist - oder zu auffällig ruhig. Was wie Überwachung in Dystopien klingt, ist in China längst Praxis.

Die technische Infrastruktur dafür existiert. Und sie wird genutzt.

Der Blick über die Grenze

Die Problematik ist kein chinesisches Alleinstellungsmerkmal. Auch in Europa finden Schüler Wege, die Lücken des Systems auszunutzen. In Niederösterreich etwa verschafften sich im Mai 24 Schüler während der Deutschmatura illegal Internetzugang. Mindestens einer ließ den Text von ChatGPT schreiben. Das Ergebnis: Keine Bewertung, Wiederholung im Herbst.

Wenn selbst in einem kleinen Ort wie Wieselburg KI zur Prüfungsunterstützung verwendet wird, zeigt das, wie allgegenwärtig und zugänglich diese Tools inzwischen sind. Und wie sehr sich Prüfungsformate anpassen müssten - nicht nur technisch, sondern konzeptionell.

Und jetzt?

Chinas Umgang mit KI während des Gaokao zeigt einen rigiden, aber wirksamen Weg: Sperren, überwachen, abschalten. Aber wie nachhaltig ist das? Und was bedeutet das für andere Länder?

Denn irgendwann wird kein Schüler mehr fragen müssen, ob er KI nutzen darf - sondern nur noch wie schlau er sie einzusetzen weiß. Prüfungen, die das nicht berücksichtigen, wirken bald so aus der Zeit gefallen wie Papier und Füllfeder.

Was denkst du?

Sind Sperren der richtige Weg - oder brauchen wir neue Prüfungsformate, die mit KI leben, statt sie zu bekämpfen? Schreibs in die Kommentare.



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