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Sohn von ''Banditos''- Chef bestreitet Totschlag

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Angeklagt ist der Chef der 'Banditos' und sein 19-jähriger Sohn. Dieser bestreitet, mit einem Baseballschläger auf den am Boden liegenden tötlich verletzten Mann (Outlaw-Mitglied) eingeschlagen zu haben.

Der Vater musste sich am Dienstag des zweiten Verhandlungstags im Prozess wegen Tötung des Mitglieds der Outlaws verteidigen.

"Das können Sie einem erzählen, der den Hut mit dem Hammer aufsetzt." Die Vorsitzende Richterin zeigte sich am gestrigen dritten Verhandlungstag des Rockerprozesses doch kurzzeitig ein wenig genervt. Die Vernehmung des 19-jährigen Mitangeklagten lief ihr zu zähflüssig...

Der junge Wallenhorster und sein 45-jähriger Vater, der Präsident der Rockerbande "Bandidos", sind bekanntlich angeklagt, in der Nacht zum 16. Juli 2004 ein 30-jähriges Mitglied der rivalisierenden Rockergruppe "Outlaws" getötet zu haben. Dem Vater werden unter anderem zwei Schüsse auf das spätere Opfer vorgehalten, der Sohn soll dem 30-Jährigen mit einem Baseballschläger eine Kopfverletzung zugefügt haben.

Eine Attacke mit einem Baseballschläger wies der 19-Jährige gestern jedoch weit von sich: "Ich hatte nichts in der Hand. Da ist nichts dran, und ich habe ein reines Gewissen." Vielmehr sei er in der besagten Nacht seinem Vater zu Hilfe geeilt, als der 30-Jährige "mit erhobenem Schläger auf Papa zukam". Es seien Schüsse gefallen, sein Vater habe dann das spätere Opfer von hinten "umklammert". "Dann habe ich mit zugetreten", so der Sohn weiter.

Zur Vorgeschichte: Ebenso wie sein Vater in der vergangenen Woche, berichtete der Sohn von einem "lauten Scheppern an der Tür", woraufhin der Rockerpräsident vor die Haustür getreten sei.

Ansonsten gab sich der 19-Jährige eher wortkarg. Seinen Aussagen, dass er mit seinem Vater über angebliche Morddrohungen in den Wochen vor der Tat so gut wie nie gesprochen habe, wollte die Vorsitzende Richterin so recht keinen Glauben schenken.

Von einem "tierischen Klopfen" an der Haustür berichtete gestern auch die 44-jährige Ehefrau des Präsidenten. Über die danach folgenden Geschehnisse konnte sie keine Angaben machen, wohl aber darüber, dass ihr Ehemann in den Wochen vor dem 16. Juli 2004 mehr Alkohol getrunken habe als üblich.

Ebenfalls im Zeugenstand: Die Lebensgefährtin des Opfers, die (aufgrund psychischer Probleme) ihre Aussagen in Abwesenheit der Angeklagten machen durfte. Begleitet von Weinkrämpfen, schilderte sie die Geschehnisse in der Tatnacht. Ihr Freund sei zwischen null und ein Uhr von Lotte-Wersen nach Osnabrück zu einem befreundeten "Outlaw" gefahren, weil dieser angeblich von den "Bandidos" bedroht worden sei. Was sich dann in den folgenden Stunden abgespielt habe, könne sie nicht näher beantworten.

Der Prozess wird morgen um 9 Uhr mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

Quelle: www.neue-oz.de



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