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Luftverkehr Ostfriesische Lufttransport startet neue Strecke Bremen-Zürich

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„Wir verkaufen Zeit“ heißt der Werbespruch der Ostfriesischen Lufttransport GmbH (OLT). Und Zeit lassen sich vor allem Geschäftsleute einiges kosten. Darauf setzt das Emder Unternehmen vor allem bei seiner neuen Fluglinie Bremen-Zürich, die mit Hin- und Rückflug in verschiedenen Tarifgruppen von 99 Euro bis 1 100 Euro täglich außer Sonnabends bedient wird.

„Eine interessante Zielgruppe, für die nicht unbedingt der Billigtarif entscheidend ist“, sagt Dr. Bernhard Brons, Vorstandsvorsitzender der Emder Reederei AG Ems, zu der die OLT gehört, und lächelt. Diese Zielgruppe von „gut betuchten“ Managern, Bankern und Unternehmenschefs soll dafür sorgen, dass sich die Strecke vom ersten Tag an rechnet. Und der erste Tag war am Montag.

Um 6.50 Uhr startet die nahezu voll besetzte 32-sitzige Saab 340 vom Bremer Flughafen. Bei einer Reisegeschwindigkeit von mehr als 500 Kilometern pro Stunde sind die Propeller nicht zu überhören. Doch der umfangreiche Bordservice sorgt für Ablenkung. Nach 97 Minuten landet die Turboprop-Maschine in der Schweizer Wirtschaftsmetropole. „Bislang musste man erst nach Frankfurt oder München, von wo die großen Luftgesellschaften Zürich anfliegen“, sagt Brons: „Bremen bringt eine erhebliche Zeitersparnis.“

In Zürich gibt es erstmal eine Dusche. Die Flughafenfeuerwehr „taufte“ den Neuankömmling mit sanftem Wasserstrahl. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Chef-Pilot Markus Joost und zeigt sich ebenso wie OLT-Geschäftsführer Gerd Weber äußerst zufrieden mit der Begrüßung: „Alle wichtigen Leute der Flughafenleitung sind gekommen. Das war bei neuen Strecken nicht immer so.“

Für Weber ist diese Begrüßung ein Zeichen, dass die OLT mittlerweile in der Branche ernst genommen wird: „Das haben wir uns aber hart erarbeitet.“ So haben die Emder ihr Streckennetz in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Mittlerweile fliegen die 40 Piloten von Bremen nach Nürnberg, Hamburg und Berlin, zudem von Erfurt nach München und bedienen mit Zürich, Toulouse, London, Filton, Brüssel und Kopenhagen sechs internationale Strecken.

„Die großen Fluggesellschaften wollen nur noch von Frankfurt oder München aus starten. Das ermöglicht uns, Nischenstrecken zu besetzen“, sagt Weber. So ist der Umsatz der OLT mit 115 Mitarbeitern 2003 auf 28 Millionen Euro gestiegen. In diesem Jahr sollen es rund 30 Millionen Euro werden. Unterm Strich bleibe rund eine halbe Million Euro Gewinn übrig.

Mit den Strecken in Deutschland und Europa will Weber 2004 die 100 000-Passagier-Marke knacken. Bislang liege die OLT : ohne den Inselverkehr : knapp darunter: „16 000 bis 19 000 Fluggäste soll Bremen-Zürich jährlich bringen.“ Das Potenzial liege bei 26 000 Passagieren : so viele habe die Swiss Air auf dieser Linie gezählt, die die Schweizer bis zur Insolvenz im März 2003 im Programm hatten. „Das ist das Ziel“, sagt Brons kurz vor dem Rückflug um 19.15 Uhr. Mit den vorliegenden Buchungen sei man mehr als zufrieden : Zeit verkaufe sich halt recht gut.

Quelle: www.ostfriesen-zeitung.de



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