Bund finanziert neue Polarstation in Antarktis
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Bremen - Deutschland will eine neue Forschungsstation in der Antarktis errichten und damit seine internationale Spitzenstellung in der Polarforschung weiter ausbauen. Der Bund werde die 26 Millionen teuere Station Neumayer III in der Südpolarregion finanzieren, kündigte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Montag bei der Eröffnung der 28. Internationalen Antarktiskonferenz in Bremen an.
Die derzeitige Station Neumayer II drohe durch die Eismassen erdrückt zu werden und im ständig anwachsenden Schnee zu versinken, erläuterte Prof. Jörn Thiede, der Direktor des Alfred- Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.
Die derzeitige Station Neumayer II werde aber noch bis 2007 nutzbar sein. "Dann ist wahrscheinlich Schluss", sagte Thiede. Die neue Station Neumayer III werde nicht mehr im, sondern auf dem Eis stehen. Geplant sei eine Hubeinrichtung, mit der die gesamte Station in gewissen Zeitabständen weiter angehoben werden könne. Maximal könnten dort 58 Menschen arbeiten und mehr als elf überwintern.
Das 3300 Quadratmeter große Gebäude wird nach Angaben des Bundesforschungsministeriums mit modernsten umweltschonenden Werkstoffen gebaut, wie sie sonst nur in der Raumfahrttechnik eingesetzt werden. Auf ihr werden deutsche Wissenschaftler zusammen mit ihren internationalen Kollegen geowissenschaftliche, meteorologische und biologische Daten aus der Polarregion sammeln und auswerten. Die Station soll im Jahr 2008 fertig gestellt sein.
Errichtet werden solle die "Neumayer III" einige Kilometer südlich der jetzigen Station. Das AWI unterhält seit 1981 die "Georg-von- Neumayer-Station" in der Antarktis. Die erste Station wurde 1991/92 durch einen Neubau ersetzt.
"Polarforschung ist unentbehrlich für das Verständnis des Systems Erde", sagte Bulmahn. "Ohne Grundlagenwissen über die komplexen Wechselwirkungen zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre können keine wirksamen Strategien für den Klima- und Umweltschutz entwickelt werden." Der Bund gibt laut Bulmahn jährlich mehr als 50 Millionen Euro für die Antarktisforschung aus.
Bis zum Samstag (31.) wollen in Bremen auf der weltgrößten Polarkonferenz rund 850 Fachleute aus 39 Ländern über den aktuellen Stand und die Perspektiven der Forschung diskutieren. "Es ist wichtig, dass alle nationalen Programme zu einem großen Plan zusammengebracht werden", sagte Thiede, der die Konferenz mitorganisiert hat. Sie findet erstmals in Deutschland statt.
Viele Wissenschaftler betonten zum Auftakt der Konferenz die große Bedeutung der Antarktis für das weltweite Klima. Im Eis der Antarktis seien gut 90 Prozent des Süßwassers der gesamten Erde gelagert, sagte John Turner aus Cambridge (Großbritannien). Es handele sich um eine sehr sensible Region. Schon eine leichte Erhöhung der Temperatur habe dramatische Auswirkungen auf das Eis. AWI-Direktor Thiede meinte, die Arktis und die Antarktis reagierten schneller als alle anderen Regionen der Welt auf die globalen Umweltveränderungen. Deshalb sei die Forschung dort so wichtig.
Quelle: www.rundschau-online.de
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