DaimlerChrysler-Betriebsrat im Norden solidarisch

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Die IG Metall Küste will verhindern, dass der Autohersteller DaimlerChrysler die Belegschaften an den Standorten Bremen und Sindelfingen bei Stuttgart gegeneinander ausspielt. Mit einer Verlagerung würden 6.000 Arbeitsplätze in Sindelfingen bedroht, ohne dass in Bremen zusätzliche Arbeitsplätze entstünden, sagte der stellvertretende Bremer Betriebsratsvorsitzende Uwe Werner. "In diesem Punkt sind wir jedoch absolut solidarisch." Arbeitnehmervertreter beider Standorte diskutieren gemeinsame Strategien: "Wir unterstützen die Kollegen", erklärte Daniel Friedrich, Sprecher des IG-Metall-Bezirks Küste.

 

Der DaimlerChrysler-Konzernvorstand drängt auf Einsparungen von 500 Millionen Euro pro Jahr in dem schwäbischen Werk. Damit will der Autohersteller die Investitionen für den Bau der C-Klasse ab 2007 auf den Weg bringen. Derzeit baut die Belegschaft in Sindelfingen täglich 1.500 Modelle der C-Klasse. Das Unternehmen hatte damit gedroht, künftig 1.200 in Bremen und 300 im südafrikanischen Werk East London zu montieren.

Zu den Forderungen der DaimlerChrysler-Spitze an den Sindelfinger Betriebsrat gehören längere Arbeitszeiten, niedrigere Schichtzuschläge und eine Abschaffung der vor gut 30 Jahren im Südwesten vereinbarten zusätzlichen "Steinkühler-Pause" von fünf Minuten pro Stunde. Die Bremer DaimlerChrysler-Beschäftigten arbeiten nach Firmenangaben 31,9 Stunden wöchentlich, während es in Baden-Württemberg nur 30,3 Stunden sind. In Sindelfingen zahlt das Unternehmen anders als im Norden für die um 12.00 Uhr mittags beginnende Spätschicht einen Zuschlag von 15 Prozent. Der Zuschlag für die Nachtschicht ist im Südwesten mit 30 Prozent doppelt so hoch wie in Bremen.

Auszubildende und Zeitarbeiter sollen nach den Unternehmensplänen künftig einer Beschäftigungsgesellschaft angehören. Ein Dienstleistungsvertrag soll für Teile der Belegschaft Arbeitszeiten und Entlohnung näher an die Regelungen der Servicebranche bringen. Schließlich soll auch eine 40-Stunden-Woche teilweise möglich sein.

Gewerkschaften und Betriebsräte erklärten sich bereit, auf vereinbarte Einmalzahlungen zu verzichten. Dadurch spart das Unternehmen bereits 180 Millionen Euro. Die vom Konzern verlangten 500 Millionen Euro seien jedoch zu viel. Auf die Drohung des Autoherstellers will die Gewerkschaft mit einem bundesweiten Aktionstag reagieren.

Im Bremer Werk laufen derzeit die Mercedes-Baureihen SL, SLK, CLK, CLK Cabrio sowie die Limousine und der Kombi der C-Klasse vom Band. Das Werk im Ortsteil Sebaldsbrück ist mit rund 15.500 Beschäftigten, darunter vielen Pendlern aus dem niedersächsischen Umland, der größte private Arbeitgeber des Bundeslands.

Die Drohung, Stellen innerhalb Deutschlands zu verlagern, hat den Ton in der Diskussion um längere Arbeitszeiten und niedrigere Personalkosten verschärft. Die Debatte war vor einigen Wochen durch die Einigung zwischen IG Metall und Siemens für zwei Werke in Nordrhein-Westfalen neu entfacht worden: Um eine Stellenverlagerung nach Ungarn zu verhindern, arbeiten die Beschäftigten dort künftig ohne Lohnausgleich länger. Bei Volkswagen hatte Personalvorstand Peter Hartz angekündigt, das Unternehmen werde "zusätzliche unbequeme Wege einschlagen müssen".

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