Vorsicht bei den Tricks der Banken

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Trick 1: Gebühren- Nicht für alles muss man zahlen -Banken dürfen nicht für alle Leistungen Gebühren erheben. Dennoch versuchen es einige immer wieder: zum Beispiel für die Rückrechnung von Lastschriften, die Rückgabe von Überweisungen oder wenn Daueraufträge wegen mangelnder Kontodeckung nicht ausgeführt werden.

 

Zu Unrecht. In allen drei Fällen entschied der Bundesgerichtshof schon vor Jahren, dass Entgelte hierfür unzulässig sind (Urteil vom 21. Oktober 1997, Az.: XI ZR 5/97; vom 13. Februar 2001, Az.: XI ZR 197/00). Demnach sind auch so genannte Benachrichtigungsentgelte nicht erlaubt, die Banken gern kassieren, wenn sie ihre Kunden über die nicht ausgeführten Aufträge informieren. Keine Gebühren dürfen Banken zudem für die Übertragung eines Wertpapierdepots zu einer anderen Bank erheben (Ausnahme: Weitergabe von meist geringen Fremdkosten). Das wurde in einem Schlichterverfahren durch einen Ombudsmann beim Bundesverband deutscher Banken entschieden. Ebenfalls für die Kunden kostenfrei: die Bearbeitung von Freistellungsaufträgen und die Übertragung eines Kontos nach Versterben des Inhabers auf seine Erben (Nachlassentgelt; Urteil des LG Frankfurt/M., Az.: 2/2 O 46/99).

Tipp: Auch wenn es sich meist um kleinere Beträge handelt: stets zurückfordern!

Trick 2: Investmentfonds
- Rabatte können trügerisch sein -

Wer an den Bankschalter kommt, wird ohne ein Angebot für Investmentfonds kaum wieder das Kreditinstitut verlassen. Die Banken sind auf die Provisionen bei diesen Produkten scharf und deshalb besonders findig: Um mehr Fonds zu verkaufen, lassen sich Berater gern mal auf Provisionsrabatt ein - doch dadurch wird es nicht immer günstiger. So sind laut der Analysefirma Financial Webworks stattdessen die nicht verhandelbaren Jahresgebühren, die automatisch vom Fondswert abgehen, zuletzt deutlich gestiegen. Verwaltung, Management und Depotführung von Aktienfonds kosten heute im Schnitt rund 1,3 Prozent der jährlichen Wertentwicklung - auch wenn der Fonds Miese macht. Für Rentenfonds zwacken die Anbieter durchschnittlich 0,74 Prozent ab, für Dach- und Mischfonds rund ein Prozent.

Tipp: Verhandeln Sie beim Fondskauf nicht nur über den Ausgabeaufschlag, sondern beachten Sie bei der Fondswahl auch die laufenden Jahresgebühren. Viele Anbieter weisen diese Gesamtkosten in Prozent als so genannte TER (Total Expense Ratio) aus.

Trick 3: Überweisungen
- Die Last mit der Lastschrift -

Nicht immer führt die Bank Überweisungen, Last- und Gutschriften korrekt aus. In der Regel geschieht dies zu Lasten der Kunden. Dadurch entstehen Zinsverluste, und die können sich im Laufe der Jahre zu erheblichen Beträgen summieren.

Dabei spricht die Rechtslage eindeutig für den Bankkunden: Das Finanzinstitut ist verpflichtet, die zu Unrecht einbehaltenen Beträge zu erstatten. Zusätzlich muss sie dem Kunden den Ausfall mit einem Wiederanlagezins vergüten. Der setzt sich zusammen aus dem Refinanzierungszins, zu dem sich die Banken bei der Europäischen Zentralbank Geld leihen, plus fünf Prozent Aufschlag.

Tipp: Nehmen Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge unter die Lupe. Veranlassen Sie im Zweifel eine Kontoprüfung. Hilfe im Internet unter: www.eibl-kontenpruefung.de oder www.kontendetektei.de

Trick 4: Kredite
- Vorsicht bei Ratenzahlungen -

Seit die Banken wieder aufs Geschäft mit Kleinkrediten setzen, erhalten Kunden vermehrt verlockend erscheinende Angebote per Post: Statt auf dem Konto zu hohen Zinssätzen ins Soll zu gehen, raten die Banker zu einem länger laufenden Ratenkredit. Hier sind die Zinsen nur etwa halb so hoch wie die Kontokorrentkredite, also das Ausnutzen des Dispokreditrahmens. Gleichzeitig werden lange Kreditlaufzeiten empfohlen.

Vorsicht: Solch ein Ratenkredit hat nur Sinn, wenn die Summe wirklich über eine lange Laufzeit benötigt wird. Dann ist der Dispo tatsächlich unvergleichlich teuer, weil hier sogar Zinseszins anfallen kann. Wer jedoch in absehbarer Zeit damit rechnet, sein Konto wieder ausgleichen zu können, fährt mit den günstig erscheinenden Ratenkrediten schnell schlechter. Mit zunehmender Laufzeit steigt der Gesamtzins an, der am Ende für eine Summe zu zahlen ist. Ein halbes Jahr lang 5000 Euro Minus auf dem Konto sind auch bei einem satten Zins von 13 Prozent günstiger als ein Sieben-Prozent-Ratenkredit auf drei Jahre.

Tipp: Bei Ratenkrediten in jedem Fall aushandeln, die Summe komplett und jederzeit zurückzahlen zu können. Die Banken nehmen in solchen Fällen unterschiedlich hohe Tilgungsgebühren - also vergleichen.



Trick 5: Aktien-Sparen
- Börse ohne Risiko bringt nichts -

Das Aktiendesaster der vergangenen Jahre hat alle verunsichert. Deshalb versprechen jetzt immer mehr Banken mehr Sicherheit - eine Art Fallschirm für den nächsten Kurssturz. Die Kombination aus Sparbuch und Börse klingt beruhigend - allzu attraktiv ist sie trotzdem nicht. So bietet die Postbank das "Dax-Sparbuch" an. Der Basiszins pro Jahr ist gestaffelt von 0,5 Prozent ab 2500 Euro Anlagesumme bis 1,8 Prozent ab 50.000 Euro. Im Branchenvergleich ist das nicht gerade üppig. Auch der zusätzlich versprochene Bonus bei einem Dax-Anstieg verbessert das Angebot kaum. So kletterte das Börsenbarometer für deutsche Standardaktien in zwölf Monaten bis Ende Februar um gut 60 Prozent. Das Plus für Dax-Sparbuch-Kunden, die mehr als 5000 Euro investiert hatten, betrug in dieser Zeit laut Postbank aber nur ganze 3,72 Prozent - ein arg großer Abschlag für die zusätzliche Sicherheit.

Tipp: Sparer erhalten auf Tagesgeldkonten deutlich höhere Basiszinsen und können - anders als beim Sparbuch - täglich komplett über ihr Geld verfügen. Und für Aktienanleger sind in guten Börsenzeiten deutlich höhere Gewinne möglich.

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Trick 6: Zinsen
- Ein paar Zehntel sind immer drin -

Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen senkt, berichtet darüber die abendliche "Tagesschau". Schließlich bestimmt dieser Leitzinssatz, was es kostet, sich Geld zu leihen. Jedenfalls für die Banken. Sie bezahlen momentan etwa zwei Prozent Zinsen, wenn sie Geld bei der EZB aufnehmen, um damit zu arbeiten.

Doch gerade in jüngster Zeit ist von den Zinssenkungen der Zentralbank, die eigentlich die Konjunktur ankurbeln sollten, wenig bei den Bürgern angekommen: Wer sein Konto überzieht, zahlt schon seit Jahren zwischen zehn und 13 Prozent Zinsen dafür. Auch bei anderen Krediten hat sich relativ wenig getan. Der Grund: Den Banken geht es schlecht, sie nutzen die gesunkenen eigenen Kreditkosten lieber, um ihre Gewinne aufzubessern, statt sie an die Kunden weiterzugeben. Verbraucherschützer beklagen diese Abzockerei seit Jahren, und vor einigen Monaten rüffelte sogar die sonst zurückhaltende EZB die Banken. Dem Kunden nützt das wenig - er muss in aller Regel zahlen.

Tipp: Bei größeren Summen, etwa zum Hausbau, sind bei Hinweis auf das niedrige Zinsniveau unter Umständen ein paar Zehntel Prozentpunkte drin.

Trick 7: Kontokosten
- Online geht es billiger -

Als Kunde einer Filialbank werden meist hohe Gebühren fällig. Wer etwa bei der Deutschen Bank ein "db Best Konto" hat, zahlt im Jahr 167,88 Euro. Damit sind zwar alle Kontobewegungen abgegolten, doch es geht günstiger.
 


Tipp: Die Direktbank Diba, die bundesweit über eigene Geldautomaten verfügt, berechnet nur vier Euro im Monat für ein normales Girokonto. Bei der Comdirect-Bank gibt es das Girokonto sogar umsonst. Einziger Haken: Es müssen jeden Monat mindestens 1250 Euro auf dem Konto eingehen. Bargeld bekommt man über die rund 7600 Geldautomaten der "Cash-Group", einem Zusammenschluss deutscher Großbanken.

Verzichten muss der Kunde allerdings auf die Beratung in den Filialen. Für den, der bisher oft davon Gebrauch gemacht hat, lohnt sich ein Wechsel nicht. Doch auch viele Sparkassen bieten ihren Kunden inzwischen Online-Banking an und erstatten ihnen dafür einen Teil der Kosten. Achtung: Bei digitalen Bankgeschäften am PC übernimmt der Kunde die Verantwortung für Tippfehler. Geht die Überweisung an den falschen Empfänger, ist die Bank laut einem Gerichtsurteil von der Haftung befreit.
 
Trick 8: Beratung
- Das Risiko bei der Bank lassen -

Ihr Anlageberater hat Ihnen ein hochriskantes Investment verkauft. Dabei hatten Sie auf einer konservativen Anlage bestanden. Nun ist der Wert des Investments stark gefallen. Die Bank muss das Geschäft rückabwickeln, zudem haben Sie Anspruch auf Schadenersatz. Voraussetzung: Sie müssen beweisen, dass Sie spekulative Anlageprodukte ausgeschlossen hatten. Das geht aus dem Befragungsbogen hervor, den der Berater zu jedem Gespräch anlegen muss. Darin wird auch Ihre Risikoneigung festgehalten. Berater und Kunde müssen den Bogen unterschreiben.

Tipp: Prüfen Sie Ihren Befragungsbogen. Wenn darin Ihr Wunsch nach einer konservativen Anlage aufgeführt ist, hat die Bank schlechte Karten. Sollte der Berater keinen Bogen ausgefüllt haben - schön für Sie: In der Regel wird vor Gericht die für Sie günstigste Erklärung angenommen.
 


Trick 9: Sicherheiten
- Sie müssen die Zukunft nicht verpfänden -

Sie wollen einen Kredit aufnehmen. Doch die Bank verlangt von Ihnen, dass Sie auch noch eine Lebensversicherung abschließen. Damit will sie das Risiko absichern. Die Lebensversicherung soll später zur Tilgung der Schulden verwendet werden. Diese Kombi-Lösung ist zu teuer. Der Kunde muss zur Kreditrate auch die Prämien für die Lebensversicherung zahlen. Damit hat er weniger Geld, und das Risiko des Kreditausfalls steigt. Die Bank dagegen verdient an der Vermittlungsprovision.

Tipp: Sie können den Vertrag rückabwickeln und haben zudem Anspruch auf Schadensersatz, wenn die Bank Sie nicht auf die gesonderten Risiken dieses Geschäfts und die Kosten hingewiesen hat. Überprüfen Sie anhand der Unterlagen, ob Sie mit einer Unterschrift erklärt haben, dass Sie über das Risiko aufgeklärt worden sind. Wenn nicht - Pech für die Bank.

Trick 10: Kontoauszüge
- Kopien müssen Sie immer bekommen -

Sie haben Kontoauszüge verloren, doch die Bank weigert sich, Ihnen Kopien zur Verfügung zu stellen. Die Haltung der Bank ist unzulässig. Sie ist verpflichtet, die Unterlagen auszuhändigen - auch wenn die gesetzliche Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren überschritten ist. Juristisch nicht geklärt ist allerdings, ob sie dafür Gebühren verlangen darf und in welcher Höhe. Zwar gibt es ein Urteil des Oberlandesgerichts Celle (Az.: 3U 128/94). Darin werden eine Gebühr von höchstens rund 100 Euro für die Dokumentation eines Darlehenskontos und rund 200 Euro für die Dokumentation eines Kontokorrentkontos als angemessen bezeichnet. Eine höchstrichterliche Entscheidung liegt aber nicht vor.

Tipp: Wenn Sie aufgrund vorhandener Kontoauszüge den Verdacht haben, dass die Bank falsch abrechnet und Sie die fehlenden Auszüge benötigen, um unkorrektes Verhalten nachweisen zu können, muss Ihnen die Bank die Auszüge kostenlos nachliefern.

Joachim Reuter

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